Vorläufige Zahlen: Zalando wächst auch im ersten Quartal 2016 kräftig

Der Fashion-Versender Zalando hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2016 einen Netto-Umsatz zwischen 788 und 801 Mio. Euro erzielen können. Das besagen die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2016, die gerade veröffentlicht wurden. Demnach konnten die Berliner ein Wachstum zwischen 22,5 und 24,5 Prozent erzielen, da für das erste Quartal 2015 ein Netto-Umsatz von 644 Mio. Euro in den Büchern steht. Mit diesem Plus liegt Zalando bereits im ersten Quartal in der Zielvorgabe des Wachstumskorridors von 20 bis 25 Prozent, der für das gesamte Jahr 2016 ausgegeben wurde.

Rubin Ritter
Rubin Ritter (Bild: Zalando)

Dementsprechend freut sich Zalando-Vorstand Rubin Ritter auch, dass dem Fashion-Versender ein „guter Start in das Jahr“ gelungen sei. Wobei es für Zalando sogar noch besser hätte laufen können, wenn Ostern in diesem Jahr nicht in das erste Quartal gefallen wäre. Zalando habe aber die „wie gewohnt ruhigen Osterfeiertage“ gespürt, die 2016 bereits Ende März stattfanden.

Im Vorjahr lag Ostern im April und damit im zweiten Quartal des Jahres. Die logische Schlussfolgerung: Wenn die ruhigen Osterfeiertage auch in diesem Jahr erst ins zweite Quartal gefallen wären, hätte Zalando im ersten Quartal wahrscheinlich noch mehr Umsatz machen können.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2015 konnte Zalando seinen Netto-Umsatz um 33,6 Prozent auf 2,958 Mrd. Euro steigern (siehe Tabelle unten). Warum es im ersten Quartal 2016 erneut ein starkes, zweistelliges Wachstum gab, verraten die Berliner im Detail aber nicht. Weitere Hintergründe gibt es am 12. Mai 2016, wenn die endgültigen Zahlen für das erste Quartal 2016 veröffentlicht werden.

Fest steht aber schon: Für das erste Quartal 2016 erwartet Zalando ein bereinigtes EBIT (ohne anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente) zwischen zwölf und 28 Mio. Euro. Damit liegt das Ergebnis aber voraussichtlich unter dem Vorjahreswert von 29 Mio. Euro. Auch prozentual gesehen gibt es wohl eine Verschlechterung, da Zalando mit einer bereinigten EBIT-Marge von 1,5 bis 3,5 Prozent für das erste Quartal 2016 rechnet. Im ersten Quartal 2015 lag dieser Wert bei 4,5 Prozent, weil es bei weniger Umsatz mehr Ertrag gab. Gründe nennt Zalando hier auch nicht, die frühen Osterfeiertage könnten sich aber auch auf das Ergebnis ausgewirkt haben.

Zalando Kennzahlen
Wichtige Zalando-Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2015 (Bild: Screenshot)

Übrigens: Im ersten Quartal 2016 fällt der Netto-Umsatz mit einem Wert zwischen 788 und 801 Mio. Euro deutlich geringer aus als im vierten Quartal 2015, wo Zalando auf 868,5 Mio. Euro Netto-Umsatz kam. Das ist aber kein Wunder. Denn im Modehandel gelten traditionell das zweite und das vierte Quartal als besonders lukrativ, da es hier in die jeweils neue Frühjahr-/Sommer- beziehungsweise Herbst-/Winter-Saison geht und hier Textilien in der Regel zum Normalpreis verkauft werden. Im ersten und dritten Quartal prägen dagegen Discount-Phasen mit stark reduzierten Preisen das Geschäft, was zu weniger Umsatz und geringerem Profit führen kann. Die Herbst- und Winterkollektionen werden generell zudem eher zu höheren Preisen verkauft als die Frühjahr- und die Sommerware. Dadurch erzielen Mode-Versender in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres tendenziell höhere Umsätze.

Zalando betreibt Online-Shops für Kunden in 15 europäischen Ländern. In der DACH-Region wurde im Geschäftsjahr 2015 mehr als die Hälfte des gesamten Jahresumsatzes erzielt, wo der Umsatz um 28,0 Prozent von zuvor 1,23 Mrd. Euro auf 1,58 Mrd. Euro gestiegen ist. Mit den Online-Shops im weiteren europäischen Ausland wurden 1,21 Mrd. Euro umgesetzt (Vorjahr: 862,6 Mio. Euro), was ein Plus von 40,5 Prozent ist. Weitere Einnahmen wurden durch den Shopping-Club Zalando-Lounge erzielt.

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Über Stephan Randler 2268 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr