„Strategie greift“: Otto-Konzern steigert Online-Umsatz erneut zweistellig

Die Otto-Gruppe hat im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 28. Februar) über ihre Handelsaktivitäten einen Online-Umsatz von weltweit rund 7,76 Mrd. Euro eingefahren. Das besagen erste Schätzungen, die von den Hanseaten im Vorfeld der Internet World Expo in München vorgestellt wurden. Demnach konnte der Konzern den globalen E-Commerce-Umsatz um 760 Mio. Euro erhöhen.

Dr Rainer Hillebrand
Rainer Hillebrand (Bild: Otto Group)

Das entspricht erneut einem zweistelligen Wachstum von 10,9 Prozent, nachdem der Konzern sein weltweites E-Commerce-Geschäft bereits im Vorjahr um 615 Mio. Euro beziehungsweise zehn Prozent ausbauen konnte.

In Deutschland gibt es ebenfalls ein zweistelliges Online-Wachstum von 10,2 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 5,4 Mrd. Euro. Damit kann der Konzern hierzulande sogar das Wachstum aus dem Vorjahr toppen, als es bei den Konzern-Firmen in Deutschland erst ein knapp zweistelliges Plus beim Online-Geschäft gegeben hat.

„Wir freuen uns sehr über diese dynamische Umsatzentwicklung“, betont Rainer Hillebrand (siehe Foto), der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Otto-Gruppe für das Geschäft im E-Commerce zuständig ist. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass unsere Strategie greift“, freut sich Hillebrand.

Zu dieser Konzern-Strategie gehört, dass sich die Gruppe zunehmend für Dritte öffnet. Seit einem Jahr verfolgen die Hamburger daher bei ihrer Kernmarke „Otto“ eine neue Marktplatz-Strategie, um die Wachstumsdynamik zu erhöhen. Deshalb werden sukzessive neue Partner an den Online-Shop angebunden, die ihre Produkte dann auf Otto.de anbieten. Die Ware wird dabei entweder direkt durch die Handelspartner verkauft oder per Dropshipping von Otto geliefert. Im Schnitt wächst das Sortiment so jede Woche um 10.000 zusätzliche Produkte, so dass Kunden im Otto-Shop immer mehr Auswahl bekommen. Das macht den Online-Shop für Kunden relevanter, aber natürlich auch für potenzielle Partner interessanter – wenn dort immer mehr Kunden wegen der steigenden Auswahl aufschlagen.

Das Online-Geschäft der Gruppe befeuert aber nicht nur die neue Plattform-Strategie beim Otto-Versand. Auch andere Firmen aus dem Konzernverbund konnten im vergangenen Jahr ihren Online-Umsatz wieder spürbar steigern – unter anderem die auf Familien spezialisierte myToys-Gruppe aus Berlin und der Fashion-Versender AboutYou.de. Generell könne der Konzern davon profitieren, dass bei den einzelnen Versendermarken in den vergangenen Jahren in Suchmaschinen-Optimierung investiert wurde und der Konzern bei den einzelnen Shops dadurch zunehmend von „generischem Such-Traffic“ profitiere. Die Otto-Gruppe setzt aber auch auf neue Online-Maßnahmen wie Influencer-Marketing.

Hier bewerben Promis zum Beispiel ausgewählte Produkte über ihre Social-Media-Kanäle. Mit diesem Ansatz habe das Fashion-Startup AboutYou.de seinen Umsatz im vergangenen Jahr „über Plan“ erhöht.

Der Otto-Konzern ist mit seinen drei Sparten Multichannel-Einzelhandel, Service (u.a. Paket-Zusteller Hermes) und Finanz-Dienstleistungen mit derzeit über 120 Unternehmen in 30 verschiedenen Ländern vertreten. Zu den bekanntesten Handelsfirmen gehören in Deutschland neben dem Otto-Versand unter anderem SportScheck, AboutYou, Limango und Witt Weiden sowie Crate & Barrel in Nordamerika.

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