Projekt Collins: Benjamin Otto verabschiedet sich als CEO

Nach knapp zwei Jahren als Geschäftsführer der Collins GmbH & Co. KG gibt Benjamin Otto seinen Posten als CEO wieder auf. Das hat soeben die Hamburger Otto-Gruppe mitgeteilt, die das Multishop-Projekt Collins im vergangenen Mai offiziell gestartet hat. Demnach wird der 39-jährige Enkel des Firmengründers Werner Otto künftig seine Aufgaben als CEO an den zweiten Geschäftsführer Tarek Müller übergeben, der mit Otto bislang eine Doppelspitze bildete.

Benjamin Otto

Aus dem operativen Geschäft des Multishop-Projekts zieht sich Otto (siehe Foto) zum 01. Juni 2015 zurück. Verbunden bleibt er dennoch dem Online-Pureplayer aus der Otto-Gruppe. Denn im Konzern soll er „eine aktive Rolle als gestaltender Gesellschafter“ übernehmen, wie es offiziell heißt. Künftig ist Otto daher im Stiftungsrat der Michael Otto Stiftung als auch im Gesellschafterrat der Otto Group vertreten. Zudem übernimmt er den Beiratsvorsitz des Start-ups Collins und zieht in den Beirat der Otto Group Beteiligungsgesellschaften ein.

Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert der Konzern, dass für Benjamin Otto im Juni der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen sei. Mit Otto als Geschäftsführer habe der Konzern das am schnellsten wachsende E­‐Commerce-­Startup in Deutschland im Jahr 2014/15 am Start gehabt, was auch die aktuellen Zahlen für das Multishop-Projekt belegen würden.

Tatsächlich hat der Konzern heute noch einmal bestätigt, dass die Otto-Gruppe mit ihrem Multishop-Projekt Collins über eine Dauer von zehn Monaten im Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) einen Netto-Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe erzielen konnte.

Aktuell kommt das Start-Up nach eigenen Angaben auf eine halbe Mio. aktive Kunden, wobei Frauen mit einem Anteil von 80 Prozent erwartungsgemäß klar in der Überzahl sind. Seit dem Start wurden inzwischen über 60 Apps veröffentlicht, die von externen Entwicklern stammen.

In den kommenden fünf Jahren will Collins einen dreistelligen Jahresumsatz erzielen, wobei zum Geschäft neue Angebote beitragen sollen. Denn bislang konzentriert sich Collins mit den drei bestehenden Online-Shops Aboutyou.de, Edited.de und Sister Surprise auf Kunden in Deutschland. Langfristig soll das Geschäft auf die gesamte DACH-Region ausgerollt werden.

Erste Tests in Österreich seien vielversprechend verlaufen, so dass man das Geschäft dort ausbauen will. Auch eine Expansion in die Schweiz ist nach eigenen Angaben geplant.

Unter dem Projektnamen Collins betreibt die Otto-Gruppe seit Mai 2014 mehrere Online-Shops. Die Besonderheit bei dem Multishop-Modell besteht darin, dass externe Entwickler für den Konzern tätig werden und Fashion-Apps für den Online-Shop Aboutyou.de programmieren können. Mit den einzelnen Anwendungen will man Kunden zu Mode-Käufen inspirieren, an den Umsätzen der Otto-Tochter werden die verantwortlichen Entwickler dann beteiligt.

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4 Kommentare zu Projekt Collins: Benjamin Otto verabschiedet sich als CEO

  1. Mit einer Aussage von „Nettoumsatz in zweistelliger Millionenhöhe“ kann man nicht wirklich viel anfangen. D.h 10 oder 99 Millionen? Bei 10 muss man sich schon Gedanken machen wenn man etwas rechnet. Marge max. 30%, sicherlich 200 Mitarbeiter = 15.000 EUR für jeden MA. Wobei hier natürlich alle weiteren Kosten wie Miete, Marketing, Dienstleister gar nicht berücksichtigt sind und 100 Mio Anlaufkosten auch nicht. Good Luck

  2. 99 Mio. Euro werden es schon nicht sein, das wäre ja dann in der PR-Sprache ein „nahezu dreistelliger Millionenumsatz“ oder mindestens ein „deutlich mittlerer zweistelliger Millionenumsatz“ 😉

    Laut dem Manager Magazin soll Collins einen zweistelligen Millionenverlust erwirtschaftet haben, was man mir gegenüber aber nicht bestätigen wollte:
    http://neuhandeln.de/projekt-collins-otto-verbucht-ueberplanmaessige-umsaetze/

    Dass ein E-Commerce-Startup im ersten Jahr profitabel ist, kann ich mir aber nicht vorstellen – das wäre aber auch nicht normal.

  3. Ich habe mal versucht zu bestellen. Absoluter Intelligenztest. Bin gescheitert. Das System Collins bei Aboutyou hat sich selber aufgehaengt. Das man mit einem solchen System Gewinne machen kann, ist kaum zu glauben. Den Topseller Hemd, 3 auf Lager, nahm der computer nicht an, informierte mich aber, das meine Groesse 6XL sei. Das wars dann auch. 6 setzen.

  4. Bei 100 Mio Invest und laufenden Kosten für Shops und 200 Mitarbeiter wird das Projekt auch in den nächsten 3 Jahren, wenn überhaupt, nicht profitabel. Letztendlich sind es auch nur Shops, die das Angebot von Otto spiegeln und externe Händler einbinden + etwas Eigenware.

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