„PlentyOne“: So profitiert Otto von seinem neuen Sportler-Shop

Seit knapp einem Jahr betreibt der Otto-Versand unter der Marke „PlentyOne“ einen Spezial-Shop, der auf den Online-Handel mit Sport-Artikeln zugeschnitten ist. Bislang habe man mit dem zusätzlichen Nischen-Angebot die selbst gesteckten Ziele erreichen können, wie die Hanseaten auf Nachfrage von neuhandeln.de berichten. Demnach würden die Umsätze im Sportartikel-Shop nicht nur „auf Plan“ liegen. Auch ein strategisches Ziel habe der Otto-Versand mit dem Nischen-Angebot verwirklicht.

PlentyOne.de
Der PlentyOne-Shop (Bild: Screenshot)

Denn gestartet wurde der zusätzliche Nischen-Shop nicht zuletzt, damit die Hamburger zum einen ihre vorhandenen Beziehungen in der Sport-Industrie „intensivieren“ sowie zum anderen neue Partnerschaften mit Herstellern und Lieferanten aufbauen können. Auch bei diesem strategischen Ansatz habe Otto bislang seine Ziele nach eigenen Angaben erreicht.

Umsätze zu einzelnen Geschäftsbereichen nennt Otto zwar nicht. Generell habe man aber „massiv“ neue Sport-Kunden über den Online-Shop gewinnen können, die bis dahin noch nicht bei der Kernmarke „Otto“ gekauft hatten.

Das verwundert nicht. Denn zur Otto-Strategie gehört schließlich ja auch, neue Kundengruppen über spezielle Online-Ableger anzusprechen. Mit dem Sport-Shop „PlentyOne“ könne der Versender daher generell aufzeigen, dass Otto eine hohe Kompetenz beim Geschäft mit Sportartikeln habe. Auf diese Weise will man dann in einem zweiten Schritt auch erreichen, dass PlentyOne-Kunden einmal direkt bei Otto.de ordern – obwohl sie sonst wohl nie selbst auf die Idee gekommen wären, dort zu bestellen.

Kurioserweise funktioniert die Kunden-Akquise auch in die entgegen gesetzte Richtung. So bekommen Verbraucher im Online-Shop Otto.de zum Beispiel auch Werbebanner für den Sub-Shop „PlentyOne“ zu sehen, wenn sie sich im Otto-Shop für Sportartikel interessieren. Viele Verbraucher wechseln dann in das Nischen-Angebot, um hier ihren Einkauf abzuschließen. Otto begründet diese „Customer Journey“ damit, dass sich sportaffine Kunden in einem speziellen Sportler-Shop wohler fühlen – und deshalb dort bestellen. So habe Otto im vergangenen Jahr seinen Umsatz im Sport-Segment zweistellig gesteigert.

Vielleicht könnte es sogar mehr sein. Denn nach wie vor offenbart der Shop einige handwerkliche Schwächen, die ich bereits beim Start kritisiert hatte. So fehlt dem Spezial-Shop weiterhin ein klares Kundenversprechen und eine Aussage, wofür das Angebot denn nun steht – zum Beispiel: „Ihr Spezialist für Sportartikel“. Einen entsprechenden Claim sucht man allerdings vergeblich (siehe Screenshot).

Neben „PlentyOne“ betreibt Otto derzeit sechs weitere Spezial-Shops, die jeweils auf spezielle Nischen zugeschnitten sind. Zum Portfolio gehören Yourhome.de (Sortiment: Möbel), Schlafwelt.de (Matratzen) sowie Cnouch.de (Polstermöbel) und Ekinova.de (Küchengeräte) als auch Naturloft.de (Öko-Möbel) plus Neckermann.de (Discounter). Die Idee hinter all diesen Sub-Shops ist, dass Otto solche Kunden erreichen will, die nicht bei Otto.de kaufen oder kaufen wollen. Wenn dieses Ziel verfehlt wird, zieht Otto schnell den Stecker: Erst vor kurzem hatte Otto etwa seinen Teppich-Shop Teppstore beerdigt.

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