Neuer Online-Shop: Frankonia expandiert nach Österreich

Der auf Jagdausrüstung spezialisierte Multichannel-Händler Frankonia hat jetzt erstmals eine Länderversion seines Online-Shops gestartet, die auf Verbraucher in Österreich zugeschnitten ist. Damit betreibt die Otto-Tochter nun schon drei ausländische Online-Shops, da es bereits für Kunden in Frankreich und Kunden aus der Schweiz lokalisierte Länderversionen gibt.

Frankonia ÖsterreichFrankonia.at: Neuer Online-Shop für österreichische Kunden (Bild: Screenshot)

Dass nun ausgerechnet ein Online-Shop für österreichische Kunden folgt, hat seinen Grund. So haben Webanalysen im Vorfeld der Internationalisierung ergeben: Vom gesamten Website-Traffic im deutschen Online-Shop wurden bislang etwa 15 Prozent über Besucher aus dem Ausland generiert. Von diesem Anteil wiederum stammte ungefähr ein Drittel – und damit der Löwenanteil – von Verbrauchern aus der Alpenrepublik, was die Investition in einen eigenen Shop für Kunden aus Österreich rechtfertigt. Es gibt aber noch einen zweiten Grund.

Denn bislang war es so, dass der Website-Traffic aus Österreich nur vergleichsweise schlecht konvertiert hat – also die Besuche letztlich zu wenig Netto-Umsatz geführt hatten. Das lag vor allem daran, dass der deutsche Online-Shop nicht für Kunden aus Österreich konzipiert war.

Wenn österreichische Kunden im deutschen Online-Shop bestellten, konnten sie als Zahlarten beispielsweise den Kauf auf Rechnung oder Nachnahme auswählen. Erst nach dem Kauf wurde dann in der Bestellbestätigung aber mitgeteilt, dass österreichische Kunden die Ware doch nur über Vorkasse oder per Kreditkarte bezahlen können. Im neuen Online-Shop für Kunden aus Österreich werden daher von vornherein nur diese zwei Zahlarten angeboten.

Weil die Prozesse im deutschen Online-Shop zudem nicht auf Bestellungen aus dem Ausland ausgelegt sind, mussten österreichische Kunden manchmal bis 21 Tage auf ihre Bestellung warten. Nur verspricht man bei sofort verfügbaren Artikeln eine Lieferzeit von einer Woche.

Werbung in Fachzeitschriften, umfangreiches Sortiment als Trumpf

Zum Start wird im österreichischen Online-Shop bereits das komplette Textilangebot aus dem deutschen Shop angeboten, von den Hartwaren (Waffen, Munition, Werkzeug) sind es aktuell etwa 15 Prozent. Punkten will man gegenüber österreichischen Wettbewerbern wie Kettner unter anderem mit einem größeren Sortiment. Um das Angebot in der Alpenrepublik bekannt zu machen, sind unter anderem Print-Anzeigen in Fachzeitschriften für Jäger geplant.

In drei Jahren will man in Österreich einen Jahresumsatz von 1 Mio. Euro netto erzielen, was Frankonia auch gelingen sollte – nicht nur weil diese Marke überschaubar wirkt. Denn bereits heute generieren österreichische Kunden ein Brutto-Bestellvolumen von einer Mio. Euro über den deutschen Online-Shop, bei dem – unter anderem wegen der Bezahlartenaussteuerung – bislang allerdings wenig Netto-Umsatz übrig blieb. Die Nachfrage ist also schon da. Und mit einer länderspezifischen Ansprache durch den neuen Online-Shop dürfte Frankonia nun auch erreichen, dass die Nachfrage der österreichischen Kunden mehr Netto-Umsatz ergibt.

Der Jagd-Ausrüster aus der Otto-Gruppe verkauft nicht nur über vier Online-Shops, sondern auch über Print-Kataloge und Filialen. Während es aber eigene Standorte in Deutschland (mehr als 20 Filialen) und Frankreich (2 Geschäfte) gibt, verzichtet Frankonia in der Schweiz und in Österreich auf eine Präsenz vor Ort. Vom Gesamtumsatz des Multichannel-Händlers werden rund zwei Drittel vor Ort generiert, der Rest über den Versandhandel. Genaue Zahlen verrät das Tochter-Unternehmen aus der Otto-Gruppe aber auch gegenüber neuhandeln.de nicht.

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Über Stephan Randler 3210 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.