Neuer Jahresabschluss: Conrad Electronic mit Licht und Schatten

Der Elektronik-Händler Conrad hat das vorletzte Geschäftsjahr 2016 mit einem Netto-Umsatz in Höhe von 1,07 Mrd. Euro beendet. Das geht aus dem entsprechenden Jahresabschluss der „Conrad Electronic SE“ hervor, der seit kurzem öffentlich abrufbar ist. Demnach konnte das Multichannel-Unternehmen bei den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2016 ein Plus von 3,8 Prozent erreichen zum Vorjahr, in dem man mit einem Netto-Umsatz von 1,03 Mrd. Euro erstmals die Milliarden-Marke knacken konnte.

Conrad Filiale
Conrad verkauft on- und offline (Bild: Conrad)

Wie sich die Umsätze nach Tätigkeitsbereichen und Regionen aufgliedern, verrät Conrad in seinem Jahresabschluss zwar nicht. Generell seien die Umsätze aber „wie erwartet gesteigert“ worden, wie es weiter heißt. Nach eigenen Angaben fördern ein erweitertes Sortiment und „der verstärkte Einsatz von elektronischen Werbemedien“ das Umsatzwachstum.

Während aber der Umsatz wie erwartet angezogen hat, sind die „Erträge entgegen ursprünglichen Erwartungen zurückgegangen“. So steht im Jahresabschluss, dass der Deckungsbeitrag 1 „unter Druck“ stehe.

Demnach habe sich der Deckungsbeitrag 1 (Verhältnis von Materialaufwand zu Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen) in den vergangenen drei Jahren reduziert von 28,0 Prozent über 27,1 Prozent zu 26,6 Prozent. Generell würden die Handelsspannen in einem Verdrängungswettbewerb „unter Druck“ geraten, wie es im Jahresabschluss heißt. Der zunehmenden Konkurrenz will Conrad unter anderem durch Innovationen, Zuverlässigkeit und Qualität begegnen. Dabei sei man überzeugt vom eigenen Geschäftsmodell eines „Omnichannel-Anbieters mit Schwerpunkt auf dem Internet“.

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich aber nicht nur der Deckungsbeitrag 1 verringert. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind überproportional zum Wachstum von Umsätzen und sonstigen betrieblichen Erträgen gestiegen. Unterm Strich steht so ein Jahresüberschuss von 12,3 Mio. Euro, der deutlich unter dem Vorjahr liegt, in dem die Conrad Electronic SE auf 24,6 Mio. Euro Gewinn kam.

Conrad Electronic Umsatz
Bei Conrad Electronic steigt der Umsatz, während der Gewinn schmilzt (eigene Angaben in Mio. Euro)

Die Conrad Electronic SE ist nach eigenen Angaben eine reine Handelsgesellschaft und vertreibt vorwiegend Artikel aus dem Elektronikbereich. Neben dem Versandhandel (Internet und Katalog) wurden im Berichtszeitraum insgesamt 23 stationäre Ladengeschäfte in Deutschland betrieben.

Wegen „wirtschaftlichen Erwägungen“ sowie „standortbedingten Besonderheiten“ wurden bereits im vergangenen Jahr die Filiale in Saarbrücken und das Geschäft in Berlin-Steglitz geschlossen. Ende diesen Monats soll außerdem noch der Conrad-Laden in Braunschweig dicht gemacht werden.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr