Neue TV-Kampagne von HSE: Überzeugen kann im TV-Spot nur eine einzige Szene

Was haben Fußball-Spiele und Verkaufssendungen von HSE gemeinsam? Die Antwort darauf verrät der Homeshopping-Sender in seiner aktuellen TV-Kampagne. Denn hier wirbt HSE mit dem Aufhänger, dass sowohl Fußball-Spiele als auch Verkaufsshows von HSE ja live im Fernsehen zu sehen sind. Mit diesem Dreh will der Verkaufssender jetzt humorvoll und augenzwinkernd seine Positionierung unterstreichen.

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Aber der Reihe nach. Die Story an sich ist recht simpel und schnell erzählt. Eine Frau stürmt hektisch in eine Sportbar, wo ein Fußball-Spiel live übertragen wird (siehe Video oben). In der Kneipe schnappt sie sich die Fernbedienung und wechselt das Programm. Nun ist statt Live-Sport eine Verkaufsshow von HSE auf dem Bildschirm zu sehen. Die Fußballfans in der Sportbar werden wütend, woraufhin die Dame lächelnd in die Runde ruft: „Das ist doch auch live!“. Jetzt folgt das Kundenversprechen des Spots („Live-Shows, die begeistern – auf HSE“). Danach wird in jedem TV-Clip noch ein Produkt von HSE beworben.

Um was es sich handelt, sieht der Zuschauer zunächst aber nicht. Vielmehr ruft im Clip ein Fußballfan zum Beispiel: „Das schreit nach rot“, während er gebannt auf den Bildschirm in der Kneipe starrt. Der Zuschauer denkt jetzt, dieser Satz bezieht sich auf ein Fußball-Spiel und eine Szene, in der ein Spieler gefoult wurde. Doch es gibt weder ein Foul noch eine Rote Karte, mit der ja grobe Fouls beim Fußball bestraft werden. Stattdessen ist eine Show von HSE zu sehen, in der roter Lippenstift beworben wird.

Wirklich überzeugen kann nur ein Moment

Hier hat der Spot seinen besten Moment. Denn der Lippenstift erscheint unerwartet im Video, wodurch die Anspielung witzig wird. Doch gilt das auch für den gesamten Clip? Ist dieser wirklich humorvoll, weil Teleshopping mit Fußball verglichen wird? Ich denke nicht. Denn an sich hat HSE ja Frauen mittleren Alters im Visier. Der TV-Spot aber erzählt, wie männliche Fußballfans plötzlich bei HSE mitfiebern. Das ist wenig glaubwürdig für ein Unternehmen, das sein Geschäft nicht zuletzt mit Fashion, Schmuck und Beauty macht. Und weil die grundlegende Story nicht passt, wirkt der TV-Clip insgesamt konstruiert.

Wirklich schlecht ist aber das Motto, unter dem die TV-Clips stehen. Dieses lautet: „Nur der HSE“. Wer Fußball kennt, versteht die Anspielung. Denn die Fans vom Hamburger Sportverein (HSV) skandieren gerne: Nur der HSV. Hier stimmt aber die Abkürzung so auch. Doch bei HSE wird es grammatikalisch falsch, wenn man das Motto ausschreibt. Denn hier fehlt ein männliches Substantiv wie „Verein“, auf das sich der Artikel „der“ bezieht. Ausgeschrieben heißt es daher nämlich: „Nur der Here Shopping Entertains“ – denn für diesen verunglückten Claim steht die Abkürzung HSE ja seit einem guten Jahr.

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Über Stephan Randler 3041 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.