NEOCOM-Neuausrichtung: Dritter Kongress-Standort in sieben Jahren

Erst Wiesbaden, dann Düsseldorf, jetzt Bonn: In diesem Jahr wird der Multichannel-Kongress NEOCOM schon wieder in eine neue Stadt verlagert. Konkret zieht es Veranstalter Management Forum in das Design-Hotel Kameha Grand in Bonn, wo am 23. und 24. Oktober die diesjährige NEOCOM stattfinden soll. Dann aber nicht nur an einem neuen Standort, sondern gleich noch mit einem neuen Konzept.

NEOCOM 2017
Die NEOCOM ist weiter im Umbruch (Bild: Management Forum)

Denn in Bonn soll die NEOCOM als Multichannel-Kongress punkten, eine begleitende Fachausstellung gibt es quasi nicht mehr. Deshalb zieht die NEOCOM jetzt auch nach Bonn in ein Hotel, weil die alten Messehallen mit dem neuen Kongress-Konzept kaufmännisch keinen Sinn mehr machen.

„Bereits im vergangenen Jahr haben wir den Fokus klar auf die Konferenz gelegt“, argumentiert Michael Köhler, Geschäftsführer von Veranstalter Management Forum. „Diesen Weg gehen wir konsequent weiter.“ Etwas anderes bleibt dem Veranstalter allerdings auch kaum übrig. Schließlich waren die Zahlen im vergangenen Jahr doch sehr ernüchternd.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr waren auf der NEOCOM knapp 600 Kongress-Teilnehmer, dazu 2.437 Besucher auf der Messe (inkl. Kongress-Teilnehmer) sowie 80 Aussteller und Partner. Damit hatte das Event sowohl an Besuchern insgesamt als auch an Ausstellern verloren. Zum Vergleich: 2016 lag die Zahl der Aussteller und Partner nach der offiziellen NEOCOM-Zählweise noch bei 220 Unternehmen.

Der Abschied vom Messe-Konzept ist daher folgerichtig, das Kongress-Programm aktuell aber noch mehr als ausbaufähig. Denn ein klares Profil fehlt der Veranstaltung nach wie vor – wie auch Inhalte, die es nicht bereits an jeder Ecke gibt. So wirbt der Veranstalter aktuell etwa damit, dass es internationale Keynotes und Best Cases aus dem Multichannel-Handel geben soll. Dabei decke man Themenbereiche ab wie Technologie, Logistik sowie Plattformen als auch „Megatrends für den digitalen Handel“.

Beliebiger geht es kaum. Nach wie vor fehlt ein klares Profil, für was die Veranstaltung steht. So dürfte es schwer werden, die Veranstaltung in Bonn zu etablieren. Auch weil der neue Standort schlechter zu erreichen ist als Düsseldorf, wo es zumindest direkt einen Flughafen vor Ort gibt. Die Leidtragenden sind nicht zuletzt die Top-Entscheider aus dem Handel, die man sonst auf kaum einer anderen Veranstaltung findet – und die sich nach einer gut gemachten Plattform für das Networking sehnen.

Die Multichannel-Veranstaltung NEOCOM wurde erstmals im Jahr 2012 in Wiesbaden abgehalten, nachdem man hier das Event in den Vorjahren als „Deutschen Versandhandelskongress“ vermarktet hatte. Von 2013 bis 2017 war die NEOCOM dann in Düsseldorf beheimatet. Hintergrund ist, dass der ehemalige Mitveranstalter BEVH damals sich aus der Veranstaltung verabschiedet hatte und in Berlin mit dem „eTailment Summit“ ein eigenes Event etablieren wollte. Das ist aber gefloppt und wieder Geschichte. Der NEOCOM droht das gleiche Schicksal. Weil durch die Aufsplittung in zwei eigene Events letztlich zwei ähnliche Veranstaltungen um die selben Besucher und Aussteller buhlen mussten.

Für dieses Jahr plant der Veranstalter nach eigenen Angaben mit bis zu 800 Teilnehmern und 25 bis 30 Sponsoren. Zum Vergleich: 2012 gab es in Wiesbaden noch mehr als 380 Aussteller auf der NEOCOM.

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