Nach Kurskorrektur: Online-Marktplatz DaWanda erstmals profitabel

Im vergangenen Sommer hatte die Berliner DaWanda GmbH begonnen, die Kosten zu reduzieren und den Fokus wieder auf das Kerngeschäft zu legen. Jetzt sind die Ergebnisse von dieser Kurskorrektur sichtbar. So konnte der Online-Marktplatz für selbstgemachte Produkte im vergangenen Jahr nicht nur seinen Umsatz wieder deutlich steigern, nachdem das Geschäft im Jahr 2015 noch deutlich hinter den Erwartungen geblieben war. Der Online-Marktplatz konnte zudem erstmals kostendeckend arbeiten.

Claudia Helming Dawanda
Claudia Helming (Bild: DaWanda)

DaWanda arbeitet allerdings erst seit dem vierten Quartal kostendeckend. Im gesamten vergangenen Geschäftsjahr 2017 lag der operative Verlust (EBITDA) dagegen bei knapp einer Mio. Euro. Schwarze Zahlen für das Gesamtjahr gibt es also nicht, eine Verbesserung ist dennoch offensichtlich. Denn ein Jahr zuvor hatte der Verlust auf EBITDA-Ebene noch vier Mio. Euro betragen.

Verbessert hat sich neben dem Ergebnis auch der Netto-Umsatz, der sich im vergangenen Geschäftsjahr 2017 um 21,4 Prozent auf 16,4 Mio. Euro erhöht hat (Vorjahr: 13,5 Mio. Euro). „Der Strategiewechsel hat uns kräftig Auftrieb gegeben“, freut sich DaWanda-Chefin Claudia Helming (siehe Foto).

Zur Erinnerung: Im Juli 2017 hatte DaWanda eine Restrukturierung angekündigt, um dadurch Kosten anzupassen. Vor diesem Hintergrund wurde zum einen ein Viertel der Stellen gestrichen. Zum anderen hatte sich DaWanda auf sein Kerngeschäft konzentriert, nachdem sich der Marktplatz-Betreiber zuvor zunehmend verzettelt hatte. So fokussieren sich die Berliner jetzt auf die Shop-Optimierung, um mehr Besucher zu Käufern zu machen. Auf Eis gelegt wurden dagegen Initiativen wie das Print-Magazin „LoveMag“ und die lokalen Design-Märkte, die nicht direkt auf Umsatzwachstum abgezielt hatten.

„In den vergangenen Jahren investierten wir vor allem in Bekanntheit, was nicht ohne hohe Marketing- und Personalkosten funktioniert“, verdeutlicht Helming. „An den Errungenschaften werden wir weiter festhalten, künftig jedoch die anhaltende bzw. steigende Profitabilität nicht aus dem Blick verlieren.“

2016 war der Umsatz zum Vorjahr nur leicht angestiegen. Woher das starke Wachstum im vergangenen Jahr kommt, will DaWanda auf Nachfrage von neuhandeln.de aber nicht beziffern. Möglich wäre, dass mehr Ware auf dem Online-Marktplatz verkauft wurde – oder DaWanda von höheren Provisionen profitieren konnte. Schließlich wurde die Provision im vergangenen Jahr von 5 auf 9,5 Prozent erhöht.

Auf dem Online-Marktplatz DaWanda können Verkäufer selbstgemachte Produkte anbieten. Das Portal finanziert sich über Angebotsgebühren, Werbung und Verkaufsprovisionen. Der Online-Marktplatz wurde 2006 gegründet und bedient neben deutschen Kunden auch Verbraucher in Spanien, Italien und UK sowie Frankreich, Holland und Polen über lokalisierte Länderversionen. Seit der Gründung haben sich über 360.000 Kreative auf der Plattform registriert, täglich gibt es sechs Mio. Produkte zum Kauf.

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