Nach Fusion: Yoox und Net-A-Porter schließen erste Shops

Die auf den Online-Handel mit Luxusmode spezialisierte Yoox Net-a-Porter Group (kurz: YNAP) bereinigt ihr Portfolio an Online-Shops. Nach der Frühjahr-/Sommer-Saison 2016 gehen daher die zwei Online-Angebote Shoescribe (Sortiment: Schuhe) und The Corner (Luxusmode) wieder vom Netz, von denen es jeweils auch deutschsprachige Versionen der Online-Shops gibt.

ShoescribeShoescribe ist nur noch bis kommenden Sommer aktiv (Bild: Screenshot)

Hintergrund ist, dass es bei den angebotenen Marken und den aktiven Kunden der beiden Shops zuviele Überschneidungen mit anderen Online-Angeboten der Gruppe gibt. Das klingt durchaus schlüssig – gerade wenn man die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachtet.

Zur Erinnerung: Beide Online-Shops wurden ursprünglich von der italienischen Yoox-Gruppe gestartet, die damit ihr Angebot an so genannten „Multi Brand Stores“ erweitern wollte – also Online-Shops, in denen Kunden die Luxusmode von verschiedenen Marken bekommen.

So ein Angebot hatten die Italiener vor dem Start der beiden Online-Shops lediglich mit dem Angebot Yoox.com (Start im Jahr 2000) betrieben, das 2008 um die zusätzliche Plattform „The Corner“ erweitert wurde, 2012 folgte wiederum mit Shoescribe ein weiteres Portal.

Neben diesen drei „Multi-Brand-Stores“ betreiben die Italiener auch so genannte „Mono Brand Stores„. Hier verantwortet die Gruppe das Set-Up, Design und Management für Online-Shops von Luxus-Marken wie Armani, an deren E-Commerce-Umsätzen die Gruppe beteiligt wird.

Sinnvolle Bereinigung: Viele Überschneidungen, geringer Umsatzanteil

Diese beiden Vertriebslinien existieren nach wie vor. Zum 05. Oktober hat sich die italienische Yoox-Gruppe nun aber mit der britischen Net-A-Porter-Gruppe zusammen geschlossen, womit die aktuelle Yoox Net-a-Porter Group (YNAP) entstanden ist. Beide Unternehmen sind bereits seit 15 Jahren im Online-Vertrieb mit Luxus-Mode tätig. Während Yoox aber auch Shops für andere Marken betreibt, ist Net-a-Porter ausschließlich auf Multi-Marken-Shops spezialisiert.

Neben dem Kernangebot Net-a-Porter gehören zum Portfolio der Briten auch noch die beiden Online-Shops Mr. Porter (Sortiment: Mode für Männer) und The Outnet (Outlet). Diese beiden Angebote dürften mit Shoescribe und Corner aber kaum Überschneidungen haben, da sie sich mit Männer-Mode bzw. Restposten auf andere Segmente konzentrieren. Dafür könnten aber Shoescribe und Corner durchaus ähnliche Kunden erreichen wie Net-a-Porter.

Nach dem Zusammenschluss der beiden Luxusmode-Händler scheint es daher sinnvoll, dass das Portfolio bereinigt wird. Alle Mitarbeiter hinter Shoescribe und Corner sollen woanders in der Gruppe untergebracht werden. Weil sich die Kundengruppen überschneiden, soll das Aus der beiden Online-Shops auch keine großen Auswirkungen auf den Umsatz haben. Wobei das auch im schlimmsten Fall verschmerzbar wäre. Denn zum Netto-Umsatz der Gruppe in den ersten neun Monaten 2015 haben Shoescribe und Corner nur 2,4 Prozent beigetragen.

Apropos Umsatz: In den ersten neun Monaten kam die YNAP-Gruppe auf einen Netto-Umsatz von 1,2 Mrd. Euro. Der Löwenanteil (1,1 Mrd. Euro) wurde dabei über die Multi-Marken-Shops der Gruppe erzielt, weitere 117,0 Mio. Euro über den Betrieb der Mono-Brand-Stores. Davon gibt es mit knapp 40 Angeboten zwar deutlich mehr als Multi-Marken-Shops in der Gruppe. An den Umsätzen der Mono-Marken-Shops wird die Gruppe aber nur über Provisionen beteiligt, die naturgemäß geringer ausfallen als die kompletten Warenumsätze der Multi-Brand-Shops.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 2.175 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletter – hier geht es zum Abo.

close

Keine News mehr verpassen?

Unser kostenloser Newsletter liefert jeden Freitag alle neuen Beiträge in Ihr E-Mail-Postfach.

Aktuell. Bequem. Zuverlässig.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung. Meine Einwilligung kann ich in jeder Mail widerrufen.

Über Stephan Randler 3041 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.