Media-Saturn: Zweites Treueprogramm, frische Online-Zahlen

Vor drei Monaten ging der „Media Markt Club“ an den Start, nun zieht die Media-Saturn-Gruppe ein erstes Fazit. Demnach wird das Treueprogramm inzwischen nicht nur in Deutschland angeboten, sondern auch in Holland und Griechenland – augenscheinlich mit Erfolg. Konkrete Zahlen verrät der Konzern zwar erwartungsgemäß nicht. Auf Nachfrage von neuhandeln.de heißt es aber, dass der „Media Markt Club“ von den Kunden „sehr gut angenommen“ werde. Zudem sei die Entwicklung der Mitgliederzahlen erfreulich und verlaufe „absolut im Plan“. Generell würden Club-Mitglieder außerdem höhere Warenkorbwerte bei einem Einkauf bei Media Markt erzielen als Kunden ohne Mitgliedschaft.

Media Markt Club
Der Media Markt Club belohnt Stammkunden (Bild: Media Saturn)

Vor diesem Hintergrund ist es dann auch keine Überraschung, dass bereits das nächste Treueprogramm vor dem Start steht. So will der Handelskonzern noch in diesem Herbst mit der „Saturn Card“ an den Markt treten, um auch für die Vertriebsmarke Saturn ein ähnliches Treueprogramm anzubieten.

„Die Saturn Card ist Teil der Unternehmensstrategie der Media-Saturn-Gruppe, sich konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kunden auszurichten“, lässt daher ein Sprecher des Handelskonzerns gegenüber neuhandeln.de durchblicken. Einzelheiten zur kommenden „Saturn-Card“ will die Media-Saturn-Gruppe zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht kommunizieren.

Beim „Media Markt Club“ können sich Mitglieder ein Elektro-Großgerät umsonst liefern lassen, während die Lieferung von Großgeräten sonst jeweils 35 Euro kostet. Für Club-Mitglieder gibt es zudem ein verlängertes Umtauschrecht von 28 statt 14 Tagen. Wer regelmäßig kauft, wird obendrein mit kleinen Aufmerksamkeiten belohnt. So gibt es beispielsweise für den dritten oder fünften Einkauf bei Media-Markt einen Gutschein, mit dem Kunden die Musik-Streaming-Flatrate „Juke“ einen Monat lang kostenlos nutzen können (Normalpreis: 9,99 Euro im Monat). Dabei spielt es keine Rolle, ob Kunden bei Media-Markt nun im lokalen Markt oder dem Online-Shop einkaufen. Die Grenzen verschwimmen hier ohnehin, da bereits heute vier von zehn Online-Bestellungen in den Filialen abgeholt werden.

Online-Umsätze: „Wir holen jetzt mit großen Schritten auf“

Welche Dynamik im Online-Geschäft der Media-Saturn-Gruppe steckt, verdeutlichen stellvertretend auch die frisch veröffentlichen Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 (Stichtag: 30. September). Demnach wurde über die Online-Shops der Gruppe von Anfang Oktober 2015 bis Ende März 2016 ein Netto-Umsatz von 1,1 Mrd. Euro generiert, was einem Plus von 10,9 Prozent entspricht.

„Wir sind zwar spät in den Online-Markt gestartet, holen jetzt aber mit großen Schritten auf“, freut sich ein Sprecher des Konzerns im Gespräch mit neuhandeln.de. „Wir hatten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 online mehr Kunden als im Vorjahreszeitraum und gleichzeitig mehr Umsatz pro Kunde.“ Ein Grund dafür ist, dass das Online-Sortiment erneut ausgeweitet worden ist.

Media Saturn Online-Umsätze
Entwicklung der Online-Umsätze bei der Media-Saturn-Gruppe (Bild: Media Saturn)

Bei den einzelnen Vertriebsmarken hat sich das Online-Geschäft aber unterschiedlich entwickelt. So ist der Umsatz bei dem Online-Pureplayer Redcoon gesunken, was an der neuen Strategie des 2011 übernommenen Elektronik-Händlers liegt. Denn seit dem Start in das aktuelle Geschäftsjahr 2015/16 beschafft Redcoon keine Produkte mehr günstig auf dem Graumarkt. Dadurch kann der Händler keinen Preisvorteil mehr an Kunden weitergeben, wodurch der Elektronik-Versender auch weniger attraktiv für Kunden ist. Durch die neue Strategie betreibt Redcoon auch keinen Großhandel mehr mit Graumarkt-Ware, über den der Online-Pureplayer bisher zusätzliche Umsätze zum B2C-Geschäft erzielte.

Während der Online-Umsatz bei Redcoon rückläufig war, konnten die Vertriebsmarken Media Markt und Saturn ihren Internet-Umsatz im ersten Halbjahr 2015/16 zusammen um 34,5 Prozent steigern.

Aktuell ist die Media-Saturn-Gruppe vor Ort in 15 europäischen Ländern aktiv. Vom Online-Shop von Saturn gibt es vier Länderangebote, bei Media-Markt sind es 13 Länder-Shops. Der deutsche Shop Saturn.de startete im Oktober 2011 mit gerade einmal 2.500 Artikeln im Online-Sortiment, bei MediaMarkt.de war die Auswahl beim Start im Januar 2012 ebenfalls auf 2.500 Artikel begrenzt. Heute gibt es sowohl bei Media-Markt.de als auch auf Saturn.de bereits deutlich über 100.000 Artikel und damit mehr Auswahl als in einer durchschnittlichen Filiale, die rund 50.000 Artikel vorrätig hat.

Der Online-Pureplayer Redcoon verkauft derzeit in acht Ländern Europas. Im Online-Umsatz der Gruppe ist zudem das Geschäft des russischen Elektronik-Händlers 003.ru enthalten, den Media-Saturn vor dreieinhalb Jahren übernommen hatte. Zum Online-Portfolio zählt zudem das Live-Shopping-Portal iBood.com, an dem die Gruppe seit dem Frühjahr 2015 die Mehrheit hält.

Der Umsatz der Media-Saturn-Gruppe lag europaweit über alle Vertriebskanäle im ersten Halbjahr 2015/2016 mit einem Wert von 12,1 Mrd. Euro flächenbereinigt 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. In Deutschland stieg der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2015/16 flächenbereinigt um 2,0 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro. Das EBIT lag mit 332 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2015/16 auf dem Niveau des Vorjahres.

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Über Stephan Randler 2220 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr