Logistik: DHL expandiert mit Packstation nach Österreich

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Während die drei Paket-Zusteller Hermes, GLS und DPD demnächst mit einem gemeinsamen Paketkasten punkten wollen, beschreitet Platzhirsch DHL unbeeindruckt seinen eigenen Weg. Daher gibt es jetzt auch in Wien eine Packstation – womit DHL Paket nun erstmals überhaupt in Österreich diesen Automaten anbietet, in den sich Kunden ihre Pakete liefern lassen können.

DHL PackstationDHL expandiert mit seiner Packstation jetzt ins Ausland (Bild: Deutsche Post)

Die allererste Packstation Österreichs steht im Wiener Bezirk Floridsdorf, wo sich in direkter Nähe auch eine Filiale der Supermarkt-Kette Merkur befindet. Kein Zufall. Denn hier sollen Verbraucher ihre Pakete abholen, wenn sie ohnehin in der Nähe sind und zum Beispiel im Supermarkt einkaufen. So können Verbraucher ohne Umwege an ihre Pakete kommen.

Langfristig sollen allein in Wien rund 25 Packstationen angeboten werden, in ganz Österreich will DHL einmal mehrere hundert hauseigene Packstationen aufstellen. Mit diesen Angeboten will sich der deutsche Konzern in Österreich weitere Marktanteile sichern und damit zu dem Branchenführer – der Österreichischen Post – aufschließen. Diese bietet seit ein paar Jahren bereits vergleichbare Abholstationen an. Während DHL seine Automaten aber vor allem in der Nähe von stark frequentierten Orten wie Supermärkten, Bahnhöfen oder Tankstellen aufstellen will, befinden sich Abholstationen der österreichischen Kollegen in Post-Filialen.

In Deutschland dagegen bietet DHL bislang als einziger Paket-Zusteller eine Packstation an, der bundesweite Roll-Out liegt inzwischen knapp zehn Jahre zurück. Daher gibt es hierzulande auch schon 2.750 Automaten, an die sich Kunden bereits ihre Pakete liefern lassen können.

In diesem Fall muss der Kunde sich zuerst bei DHL registrieren und kann anschließend bei Bestellungen im Versandhandel eine Packstation in seiner Nähe als Lieferadresse angeben. Wenn das Paket zugestellt wird, bekommt der Kunde eine Benachrichtigung per SMS und zusätzlich einen Code, um das Fach mit seinem Paket an der Packstation öffnen zu können.

Die Idee der Packstationen ist, dass Kunden ihre Pakete auch dann bequem erhalten sollen, wenn sie tagsüber nicht zu Hause auf den Zusteller warten können. Auf diesem Prinzip basieren auch die Paketkästen, die DHL Paket seit anderthalb Jahren vermarktet. Die XXL-Briefkästen können sich Kunden an die Hauswand nageln oder im Vorgarten aufstellen.

Auch hier werden die Pakete in einem Schließfach aufbewahrt, wenn der Paketbote bei der Zustellung niemanden zu Hause antrifft. Empfangen können Kunden in den Paketkästen und den Packstationen aber nur Sendungen, die von DHL zugestellt werden. Aus diesem Grund haben die Konkurrenten DPD, GLS und Hermes jetzt gemeinsam einen eigenen Paketkasten entwickelt, mit dem man aber erst im nächsten Jahr gegen Platzhirsch DHL antreten wird.

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Über Stephan Randler 2887 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.