Kaum Wachstum: Bonprix mit Geschäft dennoch zufrieden

Auf neuhandeln.de hatte ich bereits vor vier Wochen berichtet, dass die Otto-Tochter Bonprix im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) auf einen Netto-Umsatz von weltweit 1,3 Mrd. Euro kam. Nun hat der Hamburger Textilversender weitere Details verraten.

Bonprix Online-ShopBonprix ist auf den Handel mit Eigenmarken spezialisiert (Bild: Screenshot)

Demnach konnte das Geschäftsjahr die Erwartungen der Bonprix-Gruppe übertreffen, obwohl der Umsatz zum Vorjahr nur hauchdünn um 0,6 Prozent angezogen hat. Das stellt aber keinen Widerspruch dar. Denn die Bonprix-Gruppe ist als Textilversender in einem Markt aktiv, der im vergangenen Kalenderjahr in Deutschland erneut nachgelassen hat. Versenderkollegen wie Creatrade-Geschäftsführer Ulf Cronenberg hatten vor diesem Hintergrund sogar zuletzt von einem „außerordentlich schwierigen Marktumfeld” für die gesamte Mode-Branche gesprochen.

Zum anderen ist die Bonprix-Gruppe auch stark in Osteuropa aktiv, wo dem Textilversender die schwierigen internationalen Marktbedingungen zu schaffen machten. Krisenbedingt gab es in der Ukraine daher „deutliche Einbußen„, auch in Russland ging der Umsatz zurück (wobei das russische Geschäft nicht in den 1,3 Mrd. Euro Netto-Umsatz der Bonprix-Gruppe enthalten ist und mit Otto Russland und Quelle in Russland in der Otto Group Russia konsolidiert wird).

Während das Geschäft in Osteuropa zurückging, konnte Bonprix den Umsatz in Deutschland stabil halten. Bei einem allgemein rückläufigen Textilmarkt konnte Bonprix sein Geschäft nicht zuletzt durch seine TV-Kampagnen ankurbeln. Deutliche Zuwächse konnte Bonprix wiederum in den ausländischen Märkten Frankreich, Holland, Italien und den USA erzielen. Hier konnte Bonprix mit unter anderem mit trendigen Kollektionen und schnelleren Lieferzeiten punkten.

Gewinn gesteigert: Bonprix schafft 65 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014/2015

Dort bewegt sich das Geschäft aber auf einem anderen Niveau. Denn Bonprix macht die Hälfte des Gesamtumsatzes von 1,3 Mrd. Euro in Deutschland, der Rest verteilt sich auf die übrigen Ländermärkte (ohne Russland und Kasachstan). So gab es zum Beispiel in den USA zwar ein Umsatzplus von 30 Prozent, in absoluten Zahlen hat das Geschäft aber erst einen Wert von 164 Mio. Euro erreicht. In den Staaten ist Bonprix mit der Bademoden-Marke Venus aktiv, wo das Geschäft von „wertvollen Synergien“ zwischen Venus und Bonprix profitieren konnte. Dazu habe man ein überzeugendes Sortiment geboten, das den Nerv der Zielgruppe getroffen habe.

Konkrete Zahlen zum Ergebnis nennt man nicht, die Rendite habe aber einen Wert von fünf Prozent erreicht. Das macht bei 1,3 Mrd. Euro Netto-Umsatz ungefähr einen Wert von 65 Mio. Euro. Damit habe man den Gewinn zum Vorjahr steigern können, als bei einem Netto-Umsatz von 1,288 Mrd. Euro eine Rendite „im mittleren einstelligen Bereich“ erzielt wurde. Gründe für das bessere Abschneiden waren Beschaffungsvorteile und das starke Geschäft in den USA.

Die Otto-Tochter ist aktuell 27 Ländern weltweit aktiv und verkauft über Online-Shops sowie Kataloge und stationäre Filialen. Das Unternehmen wurde 1986 gegründet und verkauft Accessoires, Mode und Textilien über Eigenmarken (zum Beispiel: bpc, Bodyflirt, Rainbow).

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