House of Brands: Geschäftsführer verlässt Otto-Gruppe

MENOVIA

Mit Heinz Höddinghaus hat sich zum 30. November ein Geschäftsführer von der Hamburger House of Brands GmbH verabschiedet, die ein Tochter-Unternehmen der Otto-Gruppe ist. Das haben die Hanseaten auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt. Demnach ist der 57-Jährige wegen „aktuellen Veränderungen“ als Geschäftsführer bei House of Brands ausgeschieden.

Heinz Höddinghaus

Höddinghaus (siehe Foto) war im August 2013 als Geschäftsführer bei der Otto-Tochter eingestiegen, die von dem Handelskonzern erst 2011 als eine neue Dachgesellschaft für Mode- und Lifestyle-Marken gegründet worden war. Als Geschäftsführer war er für Produkt und Vertrieb zuständig. Geführt hatte er das Unternehmen zusammen mit dem zweiten Geschäftsführer Wolfgang Müller-Tonder (64), der nach wie vor im Unternehmen tätig ist und dabei die Finanzen und das operative Geschäft bei House of Brands verantwortet.

Während Höddinghaus aus dem Management ausgeschieden ist, wurden mit Ina Siebels (49) und Martin Damm (43) zwei Interimmanager in die Geschäftsführung berufen. Siebel hat schon seit vier Jahren als Prokuristin bei House of Brands die kaufmännische Leitung, Damm ist seit Februar 2011 im Konzern als Bereichsleiter für Corporate Strategie & Developement tätig.

Dass Höddinghaus gegangen ist, dürfte mit dem Rückzug aus dem Geschäft mit der Mode-Marke Arqueonautas zusammenhängen. So hatte die Otto-Gruppe vor kurzem angekündigt, sich zum kommenden Frühjahr aus dem Geschäft mit der Mode-Marke zurückzuziehen, das man erst vor drei Jahren aufgebaut hatte. Grund ist, dass die wirtschaftlichen Erwartungen verfehlt wurden. Zum 30. April 2016 gehen daher die Markenrechte an den portugiesischen Inhaber “Arqueonautas Worldwide” zurück, der einen neuen Handelspartner suchen kann.

Bereits mit dem angekündigten Aus von Arqueonautas stellte sich die Frage, was eigentlich aus der House of Brands GmbH wird. Schließlich hatte die Otto-Gruppe diese Dachgesellschaft vor allem deshalb gegründet, um darin das Geschäft der Mode-Marken Arqueonautas und H.I.S (eigene Jeans-Marke der Otto-Gruppe) zu führen. Ursprünglich war geplant, in der Gesellschaft weitere Marken aufzubauen. Stattdessen fällt mit Arqueonautas eine von zwei Marken weg.

Wie es mit der House of Brands GmbH weitergeht, will die Otto-Gruppe nach wie vor nicht verraten. Gut möglich, dass die Gesellschaft ganz eingestellt wird. Weitere Eigenmarken aus dem Otto-Konzern wie Arizona, Laura Scott oder Sheego sind bislang jedenfalls nicht bei der House of Brands GmbH verankert und werden dezentral durch Einzelgesellschaften wie den Schwab Versand (Marke: Sheego) oder den Otto-Versand (Arizona, Laura Scott) betreut.

Der Hintergrund: Marken wie Arizona wurden von Beginn an als eine Eigenmarke vom Otto-Versand geführt, während man H.I.S unter House of Brands als eine Herstellermarke mit Bezug zum stationären Einzelhandel positioniert habe, verdeutlicht die Otto-Gruppe auf Nachfrage.

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Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.