Horror-Nacht bei Spreadshirt: Zwei Firmenfahrzeuge in Brand gesetzt

In Leipzig wurden vor kurzem zwei geparkte Firmenfahrzeuge auf einem Gewerbegrundstück in Brand gesetzt, wie das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilen. Nach einem Online-Bericht der Bild-Zeitung handelt es sich bei den beiden zerstörten Autos um Firmenwagen der Spreadshirt AG – was das E-Commerce-Unternehmen auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt.

Philip Rooke
Philip Rooke (Bild: Spreadshirt)

Laut Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft ist eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen. Die Sonderkommission Linksextremismus („Soko LinX“) hat die weiteren Ermittlungen übernommen, wie es in einer Presse-Info vom 19. Juni heißt. Ein neuer Ermittlungsstand kann derzeit noch nicht mitgeteilt werden, wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage erklärt.

Im Internet kursiert ein Schreiben vom 20. Juni, in dem sich die Autoren zur Tat bekennen. Die Täter hätten demnach „zwei Firmenwagen verbrannt“, damit es Spreadshirt mehr koste als „eine lahme Twitter-Entschuldigung“.

Hintergrund für die Tat sei, dass bei Spreadshirt angeblich „antisemitische Motive“ angeboten worden seien. Spreadshirt selbst will das Schreiben auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht kommentieren.

In diesem Mai war Spreadshirt allerdings tatsächlich wegen einem Motiv in die Kritik geraten, das ein Nutzer auf der Plattform hochgeladen und zum Druck angeboten hatte. Hier war in einem Davidstern die Aufschrift „nicht geimpft“ abgebildet. Spreadshirt hatte daraufhin das Motiv gelöscht und sich dazu öffentlich entschuldigt. „Wir entfernen Motive, die unseren Werten widersprechen“, sagt Spreadshirt-CEO Philip Rooke (siehe Foto). Wöchentlich werden ihm zufolge über 100.000 Designs hochgeladen und dabei „viele inakzeptable Inhalte“ direkt erfasst und entfernt. Manche Motive würden allerdings den Richtlinien nicht klar widersprechen. Hier müsse Spreadshirt dann subjektive Entscheidungen treffen.

Zur Einordnung: Ein Davidstern an sich ist kein verfassungswidriges Symbol wie etwa ein Hakenkreuz. Durch den Zusatz „nicht geimpft“ im Symbol kann man das Motiv aber so interpretieren, dass es eine Anspielung auf den Judenstern der NS-Zeit ist und damit nun Impfgegner gekennzeichnet werden (der Judenstern der NS-Zeit bestand ebenfalls aus einem Davidstern – mit dem Wort „Jude“ in der Mitte).

Spreadshirt wurde 2002 gegründet. Über das Online-Portal können Verbraucher individuelle Produkte anfertigen, indem sie eigene Designs hochladen oder Motive von Dritten verwenden, die auf dem Portal veröffentlicht wurden. Bedruckt werden unter anderem T-Shirts, Tassen und Mützen. Nach den eigenen Community-Richtlinien steht Spreadshirt für freie Meinungsäußerung und kreativen (Selbst)Ausdruck.

Entfernt werden allerdings Designs, die illegal sind, hetzerische Inhalte verbreiten, zu Gewalt aufrufen oder pornografisch sind. Auch Nutzer können ein Design melden, wenn es nach ihrer Auffassung die Richtlinien verletzt. Auf jeder Artikelseite gibt es daher neben dem Foto den Button „Design melden“.

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Über Stephan Randler 3045 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.