Globetrotter-Geschäft: Weniger Umsatz, bessere Margen

Bei der deutschen Globetrotter Ausrüstung GmbH hat sich das Geschäft im zweiten Quartal 2016 im Anschluss an die eigenen Pläne „kontinuierlich verbessert“, wie die Konzernmutter Fenix in ihrem aktuellen Finanzbericht meldet. Verbessert hat sich demnach aber nicht der Umsatz des Outdoor-Spezialisten, sondern das Ergebnis. So heißt es im Bericht, dass Globetrotter zwar einen etwas geringeren Umsatz erzielt hat. Die Margen- und Kostensituation habe sich dafür aber verbessert.

Globetrotter Outlet
Das Outlet in Frankfurt wurde erst vor kurzem geschlossen (Bild: Globetrotter)

So heißt es im Finanzbericht weiter, dass im zweiten Quartal 2016 „die Effekte der geringeren Verkäufe durch eine nachhaltigere Bruttomarge kompensiert“ wurden. Durch strukturelle Änderungen würde das Geschäft auch geringere Kosten verursachen.

Konkrete Angaben zum Geschäft der deutschen Globetrotter Ausrüstung GmbH macht die Fenix Outdoor International AG zwar nicht explizit im aktuellen Finanzbericht – zwischen den Zeilen allerdings schon.

Denn nach eigenen Angaben konnte der schwedische Fenix-Konzern im ersten Halbjahr 2016 einen Netto-Umsatz von 82,7 Mio. Euro in Deutschland über seine Tochtergesellschaft „Frilufts“ erzielen.

Dieser dürfte wiederum durch Globetrotter erzielt worden sein. Denn die Fenix-Tochter „Frilufts“ wurde vor zwei Jahren als Holding-Gesellschaft gegründet, zu der drei Outdoor-Händler gehören. Neben Globetrotter sind das noch die beiden Outdoor-Ausrüster Naturkompaniet und Partioaitta, die aber in Skandinavien aktiv sind. Das legt daher den Schluss nahe, dass die Deutschland-Umsätze der Frilufts-Holding auch durch das einzige deutsche Unternehmen Globetrotter aus der Gruppe erzielt werden.

Ob es nun aber wirklich so ist, wollte Globetrotter gegenüber neuhandeln.de nicht explizit bestätigen, da man auf Nachfrage „über die veröffentlichten Zahlen hinaus keine Antworten“ geben möchte.

Laut dem aktuellen Finanzbericht wurde durch das Deutschland-Geschäft der Frilufts-Gruppe im ersten Halbjahr 2015 noch ein Netto-Umsatz von 88,8 Mio. Euro erzielt, so dass sich im Jahresvergleich hier ein Umsatzrückgang ergibt, von dem der Fenix-Konzern ja auch beim Geschäft von Globetrotter spricht.

Laut dem zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht für ein gesamtes Jahr konnte der Fenix-Konzern über seine Frilufts-Gruppe in Deutschland einen Netto-Umsatz von 188,2 Mio. Euro in 2015 erzielen (Geschäft von Globetrotter konsolidiert ab 31.12.2014). Eine Vergleichszahl aus dem Vorjahr nennt Fenix nicht. Bis zum Geschäftsjahr 2013/2014 ging bei Globetrotter aber auch das Geschäftsjahr bis Ende Februar.

Globetrotter hatte sich im Herbst 2014 mit Naturkompaniet (Schweden) und Partioaitta (Finnland) in der “Frilufts Retail Europe AB” zusammen geschlossen. Ziel war, durch gemeinsame Projekte in der Logistik und der Beschaffung “positive Ertragseffekte zu generieren”. Mutter dieser Holding ist der Fenix-Konzern, die ebenfalls im Outdoor-Geschäft mitmischt und hinter Marken wie Fjällräven steht. An der Gruppe hatte Fenix erst 60 Prozent der Anteile gehalten, danach dann alle Anteile übernommen.

Hintergrund war, dass die Probleme bei Globetrotter nach der Gründung der Frilufts-Gruppe größer ausfielen als erwartet. So sei man zu dem Schluss gekommen, dass man die Frilufts-Gruppe komplett in den Fenix-Konzern integrieren müsse. Seitdem habe man ein Sparprogramm aufgesetzt und die Effizienz verbessert. So wurden im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem die bislang zwei Warehouses von Globetrotter zusammengelegt, um dadurch die Kostenstruktur zu reduzieren.

Laut dem Fenix-Konzern stieg der Globetrotter-Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2015 nur geringfügig, womit man angesichts einer warmen Witterung, dem starken Wettbewerb und den internen Umstrukturierungen aber zufrieden war. In der Frilufts-Gruppe konnte 2015 dennoch die gute Entwicklung der anderen beiden Händler nicht die Verluste von Globetrotter ausgleichen.

Globetrotter Umsatz
Bei Globetrotter schwächelte das Geschäft in den Vorjahren (Bild: eigene Grafik)

Bereits in den Vorjahren gab es rote Zahlen bei Globetrotter (siehe Grafik), als man zum einen mit preisaggressiven Online-Pureplayern zu kämpfen hatte. Dem Multichannel-Händler machte zudem zu schaffen, wenn Hersteller eigene Online-Shops für ihre Outdoor- und Sport-Marken eröffneten.

Nun bereinigt der deutsche Outdoor-Ausrüster erstmals sein Filialnetz. So trennt sich der Händler gerade von zwei Filialen, die wegen einer “mangelnden Wirtschaftlichkeit” aufgegeben werden.

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Über Stephan Randler 2048 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr