„Geschäftsjahr der Investition“: myMuesli wächst 2016 auf 51,1 Mio. Euro

Bislang hatte die Passauer myMuesli GmbH in ihren Jahresabschlüssen zwar keine konkreten Umsätze genannt. Jetzt aber ist seit kurzem ein neuer Geschäftsbericht online abrufbar, der erstmals detaillierte Zahlen nennt. Demnach konnten die Müsli-Mixer im vorletzten Geschäftsjahr 2016 einen Netto-Umsatz von 51,1 Mio. Euro erzielen und damit zum Vorjahr um rund 38 Prozent wachsen (2015: 37,1 Mio. Euro).

MyMuesli Filiale
Filiale von myMuesli (Bild: myMuesli GmbH)

Mit ein Grund für das starke Umsatzwachstum ist, dass myMuesli im Berichtsjahr sein Geschäft ausgeweitet hat. So wurden damals 16 weitere Ladengeschäfte eröffnet, in denen Kunden eine Auswahl an vorgefertigten Müsli-Mischungen erhalten. Zum Bilanzstichtag gab es damit 51 Stores, nachdem die erste Filiale gerade einmal im Jahr 2009 eröffnet worden war.

Im Berichtsjahr wurden aber nicht nur neue Stores eröffnet, sondern auch in Produktionsanlagen und mehr Werbung investiert. Deshalb sprechen die Passauer auch von einem „Geschäftsjahr der Investition“. Diese Strategie schlägt sich dann auch im Jahresergebnis der Müsli-Mixer nieder.

Hier steht unterm Strich ein Ergebnis nach Steuern von -1,9 Mio. Euro, nachdem es hier im Vorjahr nur ein moderates Minus von -0,4 Mio. Euro gegeben hatte und vor zwei Jahren noch ein hauchdünnes Plus von rund 3.000 Euro erzielt wurde. Konkret erhöhten sich durch die Steigerung der Produktion und den Neueröffnungen die Personalkosten um 4,8 Mio. auf 13,9 Mio. Euro, während die Zahl der Angestellten von 493 (2015) auf 719 (2016) gewachsen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei dem Mass-Customization-Spezialisten stiegen wiederum um 4,3 Mio. auf 15,8 Mio. Euro im Berichtsjahr 2016, weil zusätzliche Mietkosten für die neuen Stores angefallen sind und Werbemaßnahmen erhöht wurden.

Vom Umsatz wurden 41,7 Mio. Euro in Deutschland erzielt, der Rest mit Kunden in Österreich (4,8 Mio.) und der Schweiz (3,0 Mio.) sowie Verbrauchern in Schweden (1,0 Mio.) und Holland (0,5 Mio. Euro).

myMuseli war im April 2007 als Online-Pureplayer gestartet, die erste Filiale hat man bereits 2009 am Firmensitz Passau eröffnet. Während online aber Kunden ihr individuelles Müsli mischen können, müssen Kunden in den Filialen mit Müslis von der Stange vorlieb nehmen. Hintergrund ist, dass die Passauer nicht alle Zutaten in den Filialen bevorraten können. Die Multichannel-Strategie von Mymuesli hat sich dennoch bewährt, weil Verbraucher vor Ort die Mischungen probieren können.

Die Passauer verkaufen online an Kunden in der DACH-Region sowie an Verbraucher in Großbritannien, Schweden und Holland. Eigene Stores gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden.

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Über Stephan Randler 2240 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr