Geschäftsjahr 2015: Cyberport schreibt erneut rote Zahlen

Auf neuhandeln.de hatte ich bereits in diesem Frühjahr berichtet, dass der auf Elektronik spezialisierte Multichannel-Händler Cyberport im vergangenen Geschäftsjahr 2015 seinen Umsatz um elf Prozent steigern konnte. Seit kurzem liegt nun auch der Jahresabschluss für diese Berichtsperiode vor. Laut dem Geschäftsbericht gab es konkret ein Plus von 11,1 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 565,4 Mio. Euro. Damit konnte Cyberport nach eigenen Angaben gegen den Markt wachsen, weil die von Cyberport besetzten Marktsegmente im Jahr 2015 eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung gezeigt hätten.

Cyberport Umsatz
Bei Cyberport gab es erneut einen Verlust (eigene Grafik, Klicken zum Vergrößern)

Profitieren konnte Cyberport demnach davon, dass der Online-Markt generell noch wächst und Kunden ihre Käufe aus dem Einzelhandel ins Netz verlagern. Dazu optimiere Cyberport sein Produktportfolio und besetze wachstumsstarke Segmente: zum Beispiel das Geschäft mit Haushaltsgeräten („weiße Ware“), das im vergangenen Jahr stark gewachsen sei. Durch eine hohe Verfügbarkeit und gute Kontakte zu Geschäftskunden habe Cyberport zusätzliche Umsatzchancen wahrgenommen.

Neben dem Umsatz hat der Multichannel-Händler auch sein Ergebnis verbessern können. Konkret erhöhte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von zuvor -3,1 Mio. auf nur noch -1,5 Mio. Euro. Als Grund nennt Cyberport, dass sich die Materialaufwandsquote von zuvor 91,3 Prozent (2014) auf 91,1 Prozent (2015) reduziert habe. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich zudem nur um 3,3 Prozent auf 33,3 Mio. Euro und damit unterproportional zum Umsatz erhöht.

Die Personalkosten haben sich dagegen gleich von 13,3 Mio. Euro (2014) auf 16,0 Mio. Euro (2015) erhöht, was einem Plus von rund 20 Prozent entspricht. So hat sich die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter der Cyberport GmbH um 49 bzw. 10,8 Prozent auf 501 Mitarbeiter erhöht (ohne Auszubildende und Geschäftsführung), was an der Eröffnung eines zweiten Stores in Wien im Februar 2015 und einer internen Umgliederung von Mitarbeitern aus der Cyberport Services GmbH in die Cyberport GmbH lag. Unterm Strich steht damit ein Jahresfehlbetrag von -1,6 Mio. Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Cyberport mit einem Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich. Profitieren will man erneut vom allgemeinen Trend, dass Verbraucher immer mehr online kaufen. Befeuern sollen das Geschäft aber auch die von Cyberport initiierten Projekte für mehr Service.

So wurde in diesem Jahr unter anderem ein Print-Magazin an den Start gebracht, das in den Stores ausliegt und Bestellungen beigefügt wird. Wegen Investitionen in Service und Technik rechnet man mit einem leicht besseren, jedoch noch nicht ausgeglichenen Ergebnis (EBT) im Vergleich zum Vorjahr.

Cyberport betreibt neben einem deutschen Online-Shop auch ein Shopping-Angebot für Kunden in Österreich. Dazu betreiben die Dresdner aktuell 15 Filialen, darunter zwei Ladengeschäfte in Österreich (jeweils in Wien). Vom Gesamtumsatz in Höhe von 565,4 Mio. Euro netto wurden im vergangenen Jahr rund 493,5 Mio. Euro in Deutschland erwirtschaftet und die restlichen 71,9 Mio. Euro im Ausland.

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Über Stephan Randler 2199 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr