Emmas Enkel 2.0: So führt die Metro-Gruppe die Startup-Marke weiter

„Frisch, nah und gut“: Unter diesem neuen Motto wirbt die Metro-Gruppe ab sofort für das Geschäft ihrer Lebensmittel-Marke „Emmas Enkel„. Denn unter diesem Namen betreibt der Handelskonzern nun einen lokalen Supermarkt, nachdem die Metro-Gruppe das ursprüngliche Multichannel- und Online-Konzept von „Emmas Enkel“ beerdigt hatte. Online einkaufen kann man daher bei Emmas Enkel nicht mehr auf der neuen Website, die seit kurzem online ist und den bisherigen Online-Shop ersetzt hat.

Emmas Enkel
Die neue Enkel-Website (Bild: Screenshot)

Stattdessen wird auf der neuen Website lediglich für den lokalen Supermarkt geworben, den Kunden in Düsseldorf finden (Adresse: Schlüterstraße 3 b). Online finden Verbraucher daher im Internet nur eine Handvoll Angebote, die Kunden den Gang zum Supermarkt schmackhaft machen sollen.

Umgesetzt ist das Ganze aber recht spartanisch, da sich Produkte zum Beispiel nicht einmal online in einem virtuellen Einkaufszettel speichern lassen, den man dann ausdrucken und zum Einkaufen mitnehmen könnte. Ähnlich lieblos wirkt auch der redaktionelle Content auf der Website.

So wirbt die Metro-Gruppe zwar damit, dass Kunden auf der Website „eine Auswahl aus unserer reichhaltigen Rezeptedatenbank zum Nachkochen“ finden. Tatsächlich aber beschränkt sich das Angebot auf gerade einmal drei (!) Kochanleitungen, die zudem recht willkürlich wirken. Denn neben einer Nachspeise (Vanille-Creme) wird ein Hauptgericht (Bandnudeln mit Lachsforellen-Streifen) und ein Snack (Mozzarella-Toast) beworben – eine schlüssige Content-Strategie sieht jedenfalls anders aus.

Betrieben wird der lokale Supermarkt von der Metro-Tochter Real, die mit Emmas Enkel aber nur bedingt einen Neuanfang begeht. Denn der neue Enkel-Markt ist schon länger am Markt aktiv und firmierte bisher unter der Marke „Food Welt der Lebensmittel„. Im Gegensatz zu einem klassischen Real-Markt liegt der Fokus nicht auf einem Vollsortiment, sondern auf frischen Lebensmitteln.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Metro-Gruppe das bestehende Geschäft ihrer Multichannel-Tochter Emmas Enkel aufgibt. Zuvor wurden fünf Jahre lang Lebensmittel sowohl online als auch offline angeboten. So konnten Kunden von Emmas Enkel ihre Lebensmittel zum einen online bestellen und sich die Ware nach Hause liefern lassen. Das Start-Up bot alternativ aber auch an, dass man in drei Filialen einkaufen konnte. Vor Ort durften Kunden die Ware dann entweder selbst mitnehmen oder sich ihre Einkäufe von einem Mitarbeiter des Start-Ups nach Hause liefern lassen. Alternativ konnte man Lebensmittel auch vorab online bestellen und in einem Laden abholen.

In diesem Sommer hatte Metro dann zunächst beschlossen, nur die Filialen zu schließen und den Online-Shop weiterhin zu betreiben. Doch für den Online-Handel allein hatte man dann allerdings nach eigenen Angaben aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit auch keine Zukunft mehr gesehen.

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Über Stephan Randler 2244 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr