Eigenmarken: Wie Händler sich erfolgreich positionieren
15.10.2015
Amazon Basics ist die Hausmarke des ECommerce-Riesen (Bild: Screenshot)

Positionierung von Eigenmarken: Zwei Strategien zur Auswahl
An den Namen des Unternehmens kann man Eigenmarken gut andocken, wenn bereits der Händler an sich über eine hohe Markenbekanntheit verfügt. Deshalb ist es sinnvoll, dass Amazon seine hauseigenen Elektronik-Produkte unter der Marke "Amazon Basics" anbietet - schließlich dürfte der Online-Händler den meisten deutschen Konsumenten bekannt sein. Markenbekanntheit allein ist aber nicht alles. Denn eine lange Tradition haben auch andere Versandhändler - und verzichten dennoch auf den Firmennamen in ihren Eigenmarken. Der Otto-Versand wurde beispielsweise schon 1949 gegründet und nennt seine Eigenmarken dennoch H.I.S, Arizona oder Laura Scott. "Otto steht für Vielfalt", argumentiert Simone Müller, Teamleitung Portfolio und Brandmanagement. "Die Dachmarke repräsentiert entsprechend unterschiedliche Sortimente von Fashion über Multimedia bis Home und Living." Auch aus einem zweiten Grund dürfte Otto gut damit fahren, seine eigenen Marken wie Fremdmarken zu positionieren. "Marke hat immer etwas mit Status zu tun", weiß Berater Gisbert Schmieder, von der auf Markenkommunikation spezialisierten Beratung Schmiederplus . "Eine Marke wie Otto ist aber keine Bekenner-Marke, auf die man besonders stolz ist.""Zign" ist eine von Zalandos verschiedenen Eigenmarken (Bild: Screenshot)
Kein Allheilmittel: Auch der Markt für Eigenmarken ist begrenzt
Das Spiel mit dem Preis ist aber immer auch ein Stück weit ein Spiel mit dem Feuer - so kann das Image eines Händlers leiden, wenn man zu sehr über den Preis geht. Wichtig ist daher bei Eigenmarken, auch die Qualität der Produkte zu betonen. Denkbar wäre zum Beispiel, dass ausgewählte Kunden die Produkte für einen bestimmten Zeitraum umsonst benutzen dürfen - wenn sie dafür auf ihrem Blog oder im Online-Shop einen Testbericht veröffentlichen. Bei allen Strategien gilt aber: Ein Allheilmittel sind Eigenmarken bei weitem nicht. "Der Markt für Eigenmarken ist begrenzt", warnt stellvertretend Handelsforscher Hudetz. "Bei Sortimenten wie Mode ist neben etablierten Herstellermarken nur Platz für eine Handvoll zusätzlicher Eigenmarken." Daher gilt: Je schneller Versender sich mit Eigenmarken beschäftigen, umso besser. Denn wer jetzt investiert, kann den Markt besetzen - bevor es die Wettbewerber tun. Insofern haben Amazon und Mister Spex mit ihren Eigenmarken schon einmal viel richtig gemacht. Mehr Hintergründe und Insights zu Eigenmarken-Strategien erhalten Online- und Multichannel-Händler auf dem Portal iBusiness.de , wo dieser Beitrag von mir zuerst veröffentlicht wurde.Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!