Dress-for-less geht an Karstadt-Eigentümer Signa Retail

Das angeschlagene Online-Outlet Dress-for-less bekommt einen neuen Eigentümer. So übernimmt die österreichische Handelsgruppe Signa Retail die deutsche Dress-for-less GmbH, die Anfang Juni einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte. Der Handelskonzern hat sich nach offiziellen Angaben gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt, zum Kaufpreis und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht man keine Angaben. Damit der Deal aber endgültig über die Bühne geht, müssen noch die zuständigen Kartellbehörden und die Gläubigerversammlung grünes Licht geben.

Dress for Less
Dress-for-less verkauft preisgünstige Mode online (Bild: Screenshot)

Durch die Übernahme wird die insolvente Dress-for-less GmbH am Firmenstandort Kelsterbach (Hessen) fortgeführt. Von aktuell 260 Arbeitsplätzen sollen zudem rund 245 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Nach Angaben von Signa Retail bleibt auch Geschäftsführer Antonio Gonzalo weiter für das Online-Outlet verantwortlich, der mit seinem Management-Team erst im vergangenen Herbst den Online-Händler von preisgünstiger Mode von der spanischen Privalia-Gruppe übernommen hatte.

Dress-for-less soll auch in Zukunft als eigenständiges Unternehmen am Markt agieren, die Übertragung läuft über ein Insolvenzplanverfahren.

Mit der Übernahme will Signa Retail nach eigenen Angaben sein Portfolio erweitern und Synergien mit der Warenhauskette Karstadt realisieren, die seit August 2014 zu dem Handelskonzern gehört. Durch den Deal gewinne man für bestehende Beteiligungen zudem „zusätzliches eCommerce-Knowhow“ als auch „eine maßgeschneiderte Fashion-Logistik“ und „ausgezeichnete Online-Modekompetenz“. Welche Synergien genau man nutzen möchte, wurde auf Nachfrage von neuhandeln.de bisher nicht verraten.

Keine Angaben gibt es auch dazu, wie der neue Eigentümer das Online-Outlet wieder in die schwarzen Zahlen bekommen will. So heißt es nur, dass bereits „erste Restrukturierungsmaßnahmen“ angestoßen wurden für das Online-Outlet, das allein im vorletzten Geschäftsjahr 2014 ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -10,7 Mio. Euro eingefahren hatte (siehe Grafik unten).

Dress for less Umsatz
Im vorletzten Jahr 2014 hatte sich nur der Umsatz verbessert (Bild: eigene Grafik)

Dress-for-less wurde im Jahr 1999 gegründet. Ende 2007 hatte sich dann das Private Equity Unternehmen Palamon Capital Partner aus Edingburgh mit einem Mehrheitsanteil beteiligt.

Im Jahr 2011 kaufte dann der in Spanien ansässige Shopping Club Privalia das Unternehmen auf. Nach dem Management-Buyout im vergangenen Herbst wurde am 6. Juni 2016 beim zuständigen Amtsgericht in Darmstadt ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, weil dem Online-Händler von preisreduzierter Mode nach eigenen Angaben die Zahlungsunfähigkeit drohte.

Signa Retail ist die Handelssparte der österreichischen Signa Holding GmbH, die auch noch im Immobiliengeschäft aktiv ist („Signa Real Estate„). Zu den Beteiligungen der Handelssparte gehört neben Karstadt und Karstadt Sports auch Sportartikel-Händler Outfitter.de, an dem Signa Retail erst vor ein paar Monaten eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent übernommen hatte.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 3.293 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletter – hier geht es zum Abo.

Über Stephan Randler 2132 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr