Von AO.de bis Zalon: Diese Online-Shops wurden 2022 bereits eingestellt

Auch im laufenden Jahr wurden bereits wieder einige prominente Online-Shops vom Netz genommen. Eine aktuelle Übersicht von neuhandeln.de zeigt, welche E-Commerce-Angebote es bislang erwischt hat – und aus welchen Gründen die jeweiligen Shopping-Portale denn von den Verantwortlichen geschlossen wurden.

April 2022: Tedi schließt Online-Shop zum zweiten Mal

Tedi Zentrale
Die Europa-Zentrale in Dortmund (Bild: Tedi)

Manchmal wiederholt sich Geschichte auch im E-Commerce. Das gilt nun zumindest bei Tedi. Denn der Nonfood-Discounter hat zum 30. April 2022 erneut seinen Online-Shop geschlossen. Dieser geht dadurch schon zum zweiten Mal vom Netz – und das in gerade einmal drei Jahren. Denn seinen ersten Online-Shop hatte Tedi bereits im Mai 2015 an den Start gebracht, um mit dem Vertrieb im E-Commerce das Angebot in den Filialen zu ergänzen. Doch bereits vier Jahre später wurde der Shop wieder vom Netz genommen. Erklärt wurde dieser Schritt damals auf Nachfrage von neuhandeln.de damit, dass „die Stärke von Tedi klar im stationären Einzelhandel“ liege.

Doch dann kam Corona – und es wurde wieder ein eigener Online-Shop gestartet. Begründet wurde der Schritt damit, dass die Erwartungshaltung der Kunden in der Pandemie gestiegen war. Seit dem Frühsommer ist der Online-Shop dennoch wieder offline. Das erneute Aus begründete Tedi unter anderem damit, dass sich der Nonfood-Discounter stärker auf sein Filialgeschäft konzentrieren möchte. Rückmeldungen hätten zudem gezeigt, dass die meisten Kunden am liebsten in den Filialen einkaufen.

Juni 2022: Russland-Shops der Otto-Gruppe gehen offline

Bonprix Russland
Der Russland-Shop von Bonprix (Screenshot)

Sowohl der russische Online-Shop des Fashion-Händlers Bonprix als auch das Russland-Angebot der Mode-Marke Lascana wurden Ende Juni 2022 eingestellt. Auf beiden Websites steht daher, dass keine Bestellungen mehr angenommen werden. Die politischen Rahmenbedingungen sowie die massive Rubelabwertung, die verhängten Sanktionen und die unsicheren Finanzströme als auch ein eingeschränkter Warenverkehr hatten Bonprix im Frühjahr nach eigenen Angaben die Grundlage für ein wirtschaftliches Geschäftsmodell in Russland entzogen. Auch Lascana hatte sich dazu entschieden, den Online-Handel in Russland nicht mehr weiterzubetreiben. Sowohl Bonprix als auch Lascana sind Tochter-Firmen der Otto-Gruppe.

Juli 2022: Elektronik-Händler AO beerdigt Deutschland-Shop

AO.de offline
AO.de ist seit Juli 2022 offline (Screenshot)

Wer die Internet-Adresse AO.de aufruft, kann hier nichts mehr kaufen. Denn AO Deutschland erklärt auf seiner Website, dass der „Webshop nicht mehr aktiv“ ist. Bereits im Januar hatte der britische Online-Händler angekündigt, sein Online-Geschäft in Deutschland zu prüfen. Im Juni wurde schließlich beschlossen, das E-Commerce-Geschäft in Deutschland aufzugeben. Erklärt wurde das Aus damit, dass sich das Handelsumfeld verändert habe. Nach eigenen Angaben hatte AO in Deutschland zuletzt damit zu kämpfen, dass die Kosten für digitales Marketing gestiegen sind. Zum anderen hatte sich aber laut den Briten auch der Online-Wettbewerb verschärft.

AO ist spezialisiert auf Elektronik-Produkte und Haushaltsgeräte. Der Online-Pureplayer wurde 2000 in Großbritannien gegründet und war bis Herbst 2014 nur in seinem Heimatmarkt aktiv. Dann war AO in Deutschland mit einem Online-Shop gestartet. Doch von Anfang an hatte sich die Frage gestellt, wieso denn nun Verbraucher plötzlich Kühlschränke und Waschmaschinen bei AO Deutschland kaufen sollten. Gab und gibt es mit Amazon.de, Otto oder MediaMarktSaturn ja genug etablierte Alternativen.

Oktober 2022: Zalando trennt sich von Sub-Shop

Zalon.de offline
Zalon wurde eingestellt (Bild: Screenshot)

Zum 01. Oktober 2022 wurde der Online-Shop Zalon eingestellt. Diesen hatte Zalando an sich vor sieben Jahren gestartet, um so sein klassisches Online-Geschäft sinnvoll zu ergänzen. Kaufen konnten Kunden daher auch bei Zalon generell Mode. Doch vermarktet wurden die Textilien über einen anderen Ansatz als beim Fashion-Shop Zalando.de. Denn konzipiert war Zalon als ein Curated-Shopping-Service. Solche Angebote richten sich an Verbraucher, die zwar gerne online Mode kaufen möchten – aber nicht so recht wissen, welcher Style denn nun zu ihnen passt. Bei Zalon mussten Kunden daher zunächst am PC einen Online-Fragebogen ausfüllen.

Hier wurde zum Beispiel ermittelt, welcher Stil einem Verbraucher gefällt, welche Farben er mag und was er für neue Mode ausgeben möchte. Diese Angaben hat danach ein Stylist als Basis genommen, um ein passendes Outfit für den jeweiligen Nutzer zusammenzustellen. Nach eigenen Angaben arbeitet Zalando gerade an einer Neuauflage seines Curated-Shopping-Services, der künftig den zahlenden Mitgliedern des Kundenprogramms Zalando Plus angeboten wird – dann aber direkt im Hauptshop von Zalando.

Weitere Shop-Schließungen dürften übrigens in diesem Jahr noch folgen. So hat die Otto-Tochter myToys.de bereits angekündigt, den Sub-Shop Yomonda zum Jahresende 2022 aufzugeben. Denn beim Spezial-Shop für Home & Living ist nach Angaben von myToys.de die Entwicklung hinter den Erwartungen geblieben.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.