Der nächste Versuch: Fressnapf will mal wieder online expandieren

Die Fressnapf-Gruppe hat das vergangene Geschäftsjahr 2017 mit einem europaweiten Brutto-Umsatz von 1,98 Mrd. Euro abgeschlossen. Damit konnte der Spezialist für Tierbedarf im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent zulegen. Wachsen konnte Fressnapf dabei sowohl mit seinen stationären Märkten als auch mit dem deutschen Online-Shop. Hier fallen die Umsätze aber nach wie vor recht moderat aus.

Fressnapf Online-Shop
Fressnapf wächst erneut spürbar (Bild: Fressnapf)

Denn über den deutschen Online-Shop wurden im vergangenen Jahr zwar 73 Mio. Euro Brutto-Umsatz generiert, was einem satten Plus von 22 Prozent zum Vorjahr entspricht (2016: 59 Mio. Euro Brutto-Umsatz).

In Deutschland steht aber zusammen mit dem Stationärgeschäft ein Brutto-Umsatz von insgesamt 1,25 Mrd. Euro in den Büchern. So gesehen fällt der Online-Umsatz nach wie vor überschaubar aus. Der deutsche Online-Shop war aber auch erst 2009 gestartet. Wegen Umbauten bei IT und Logistik hatte das Online-Geschäft in den Jahren 2014 und 2015 zudem quasi stagniert.

Jetzt hat das Online-Geschäft dagegen erneut zweistellig angezogen, nachdem der Internet-Umsatz vor zwei Jahren auch schon um 22 Prozent angestiegen war. Als Gründe für das erneut deutliche Plus im vergangenen Jahr nennt die Fressnapf-Gruppe unter anderem eine „beständige Sortimentsoptimierung“ als auch eine „effiziente Neukundenakquise“ sowie ein „aktives Bestandskundenmanagement“.

Beim Stationärgeschäft konnte Fressnapf wiederum auch von neuen Standorten profitieren. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 104 Filialen in Europa neu eröffnet, die das Geschäft befeuert hatten. Denn ohne die neuen Standorte konnte die Gruppe zwar ebenfalls zulegen. Flächenbereinigt steht allerdings nur ein Plus von rund dreieinhalb Prozent in den Büchern. In Deutschland alleine hatte der Umsatz mit neuen Standorten um rund sechs Prozent auf 1,25 Mrd. Euro brutto angezogen, auf bestehender Fläche gab es ein Wachstum von knapp fünf Prozent. Das kommt daher, dass Fressnapf sowohl Kunden-Frequenz als auch den durchschnittlichen Bon in seinen Geschäften steigern konnte.

Insgesamt konnte Fressnapf nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr „weiter profitabel wachsen“. Das gilt scheinbar auch für das Online-Geschäft, wo man eine „profitable Basis für den internationalen Online-Rollout“ geschaffen habe. Denn in diesem Frühjahr soll noch der Online-Shop in Österreich starten, was „den Startschuss für ein international angelegtes Rollout-Konzept“ bilde. Ob es wirklich so kommt? Angekündigt hatte Fressnapf seine Online-Expansion schließlich in den vergangenen Jahren immer wieder, tatsächlich aber wurde der internationale Rollout dann gleich mehrmals verschoben.

Die Fressnapf-Gruppe wurde im Jahr 1990 gegründet und betreibt aktuell rund 1.500 stationäre Märkte in elf Ländern. Hierzulande ist man mit der Marke „Fressnapf“ aktiv, im Ausland mit der Zweitmarke „Maxi Zoo“. Unterschiede gibt es auch bei der Organisation. Die rund 500 internationalen Fressnapf-Märkte werden in einem Filialsystem betrieben, während man hierzulande auf ein Franchise-Konzept setzt. Am Geschäft des deutschen Online-Shops werden die stationären Franchise-Partner beteiligt.

P.S.: Verpassen Sie keine Beiträge mehr! Jeden Freitag liefert Ihnen unser Newsletter alle Nachrichten, Analysen und Insider-Infos der Woche kostenlos in Ihr Postfach. 4.254 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel nutzen diesen Service schon, um up-to-date zu bleiben. Hier geht es zum Abo.