Aus in Berlin: Decathlon Deutschland schließt den letzten Connect-Store

Anfang April schließt Decathlon Deutschland seinen Store im Berliner Hauptbahnhof. Hintergrund ist, dass der Sportartikel-Hersteller und Händler regelmäßig die bestehenden Filialen auf Lage, Größe und Sortiment hin überprüft. Deswegen werden hierzulande immer wieder einmal Stores geschlossen, zeitgleich aber auch regelmäßig neue Flächen eröffnet. Insofern überrascht es zunächst nicht besonders, dass Decathlon nun in Berlin einen Store beerdigt. Aufhorchen lässt das Filial-Aus dennoch – wenn auch aus einem anderen Grund.

Decathlon Connect
Connect-Store in Berlin (Bild: Decathlon)

Denn im Hauptbahnhof der Hauptstadt befindet sich ein so genannter Connect-Store. Deshalb unterscheidet sich die Filiale auch deutlich von den klassischen Decathlon-Stores. Im Gegensatz zu diesen sind die Connect-Stores nämlich als Mini-Filialen konzipiert, bei denen Decathlon mit recht wenig Fläche auskommt.

Der Store im Berliner Hauptbahnhof hat daher zum Beispiel nur eine Fläche von 300 Quadratmetern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel in Augsburg, Münster und Stuttgart klassische Ladengeschäfte eröffnet, die jeweils auf Flächen von mehreren tausend Quadratmetern kommen.

In diesen Geschäften bekommen Kunden daher auch ein großes Angebot. In den Connect-Stores dagegen gibt es vor Ort nur ein begrenztes Sortiment. Das liegt wiederum daran, dass ein Fokus der Mini-Filialen auf dem E-Commerce liegt. Denn konzipiert sind die Mini-Stores nicht zuletzt als Abholstationen. Kunden sollen in den City-Filialen daher Produkte abholen, die sie online bei Decathlon bestellen. Diese Pakete lassen sich zwar auch normal nach Hause liefern. Die Connect-Stores von Decathlon liegen aber verkehrsgünstig und zentral in der City: beispielsweise in Fußgängerzonen, in Einkaufszentren – oder eben in Hauptbahnhöfen.

Click & Collect im Fokus

Kunden müssen daher nicht zu Hause auf den Paketboten warten und können ihre Bestellung zum Beispiel abholen, wenn sie ohnehin von der Arbeit nach Hause fahren. Wenn Kunden ihre Bestellung in eine Filiale liefern lassen, entfallen bei Decathlon zudem die Versandkosten. Dazu lassen sich Produkte im Geschäft einfach retournieren: Wenn etwas nicht passt oder gefällt, können es Kunden direkt zurückgeben. Mit der Mini-Filiale in Berlin schließt jetzt dennoch auch der allerletzte Connect-Store von Decathlon Deutschland.

Eingeführt wurde dieses Format im Jahr 2016. Los ging es zunächst mit den Connect-Stores in München (Standort: Stachus; Fläche: 220 Quadratmeter) und in Stuttgart (Lage: Königstraße; Fläche: sogar nur 50 Quadratmeter), bevor zwei Jahre später zusätzlich eine Mini-Filiale im Berliner Hauptbahnhof an den Start gegangen war. In den drei Städten waren die Connect-Stores damals die einzigen Standorte von Decathlon im stationären Einzelhandel. Mittlerweile aber ist der Sportartikel-Hersteller und Händler in allen Metropolen mit großen Geschäften vertreten. Die Connect-Filiale in Stuttgart wurde daher bereits 2019 geschlossen.

Weitere Connect-Stores unwahrscheinlich

Ein Jahr später wurde die Mini-Filiale in München dichtgemacht. Kein Wunder also, dass es nun auch den Connect-Store in Berlin trifft. Schließlich gibt es allein bei Berlin aktuell schon sieben weitere Filialen. Nur der Expansion dürfte es aber nicht geschuldet sein, dass es jetzt keine Connect-Filialen mehr gibt. Schließlich hätte Decathlon wahrscheinlich auch weitere Mini-Filialen eröffnet, wenn das Konzept angekommen wäre.

Auf Nachfrage von neuhandeln.de betont Decathlon Deutschland zwar, dass durchaus wieder an anderen Standorten ein Connect-Store eröffnen könnte. Augenblicklich erscheint es allerdings schwer vorstellbar. Denn laut dem Sportartikel-Hersteller und Händler bieten die klassischen Stores mehr Raum für eine große Produktauswahl und Testflächen, so dass Decathlon mit diesem Store-Konzept besser auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen kann. Eine Überraschung ist das aber nicht. Denn bereits zum Start der Mini-Filialen hieß es, dass die Connect-Stores „für das typische Decathlon-Einkaufserlebnis nicht gedacht“ wären.

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