Joachim Kohm - ein großer Versender-Unternehmer feiert 60. Geburtstag

von Eine Würdigung von Uwe Drescher

04.08.2009 Am vergangenen Sonntag, 25. Juli 2009, feierte Joachim Kohm seinen 60. Geburtstag. Im Kreis seiner Familie, seiner ältesten Freunde und engsten Weggefährten resümierte er im Rückblick auf 60 Jahre: "Wenn ich ein Buch über mein Leben schreiben würde, dann käme unterm Strich immer ein Kapitel richtiger Entscheidungen mehr raus als falscher!"

Am vergangenen Sonntag, 25. Juli 2009, feierte Joachim Kohm seinen 60. Geburtstag. Im Kreis seiner Familie, seiner ältesten Freunde und engsten Weggefährten resümierte er im Rückblick auf 60 Jahre: "Wenn ich ein Buch über mein Leben schreiben würde, dann käme unterm Strich immer ein Kapitel richtiger Entscheidungen mehr raus als falscher!" Ich kann das nur als ein Statement in schwäbischer Reinkultur der totalen Untertreibung würdigen. Die Summe Kohms richtiger Entscheidungen ist weitaus grösser gewesen als die der nicht richtigen Entscheidungen. Ansonsten wäre KliNGEL und die KliNGEL- Gruppe heute nicht einer der drei großen deutschen Versender.
Auch enge Freunde lernten auf der Feier aus einer Videoproduktion von Stephanie Kohm, Joachims Tochter, Dinge, die sie nie vorher kennengelernt hatten: Vom Pforzheimer Lausbub zu einem großen deutschen Unternehmer. Eine gute und fundierte Ausbildung muß sein, so Vater Willi Kohms feste Überzeugung. Folgerichtig war nach Wirtschaftsabitur und Studium ein Praktikum bei einem englischen Versender Basisbaustein für den späteren Erfolg. Joachim Kohm mußte dann jedoch früher als geplant in das Versandhaus KLiNGEL eintreten, da Willi Kohm gesundheitlich angeschlagen war.
Anfang der 70er Jahre lernte ich ihn auf einer Veranstaltung des AZ-Direkt-Marketing Kreises in Frankfurt kennen. Der damalige Weser Versand Geschäftsführer Gert Bank erzählte uns an diesem Tag, daß die Weser Versand Adressen zu kaufen seien. Ich war damals Marketing-Leiter bei Schöpflin in Lörrach und brachte diese Information bei meiner Geschäftsführung ein. 14 Tage später durften wir verhandeln. Als wir in Hanau eintrafen wurden wir freundlich empfangen - zu einem kollegialen Gespräch. Die Weser Adressen waren allerdings am Abend zuvor an KLiNGEL verkauft worden. Ich erhielt von Joachim damals eine sehr lehrreiche Lektion: Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.
Und Schnelligkeit war sein Erfolgsmotto. Nach Weser folgten Versender wie Braun & Goll, Strachowitz, MONA, Wenz, in der Schweiz Cornelia und Voegele und viele viele andere mehr. Sein ganzes Augenmerk galt jedoch immer und im besonderen KLiNGEL. Mit der Expansion von KLiNGEL ist sein ganzes unternehmerisches Wirken eng verbunden.
Es war jedoch auch eine außergewöhnliche Fügung des Schicksals, das ca. 3 Jahre nach Joachim's Einstieg bei KLiNGEL sein Bruder Andreas Kohm ebenfalls in die Geschäftsführung eintrat. Beide Brüder ergänzten sich aufs Beste: der powervolle Joachim und der faktisch und organisatorisch strukturierte Andreas. Was auch an Forderungen vom "Driver" kamen, die "Backstage" erfüllte sie hervorragend. Ohne den Vorwärtsdrang des einen und die akribische Unterstützung des anderen wäre der KLiNGEL-Erfolg nicht möglich gewesen.
Ich will aber auch die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es nicht immer sehr einfach mit dem Driver Joachim Kohm hatten, nicht unerwähnt lassen. Sie haben unendlich viel geleistet und zum KLiNGEL Erfolg beigetragen.
Ein eindeutiger Baustein von Joachim Kohms Strategie war der konsequente Einsatz verkaufsfördernder Marketing-Instrumente. Ein zweiter: jede verfügbare Mark wurde in die Akquisition investiert. Ein dritter die konsequente Fokussierung auf die Kernkompetenz Mode & Schmuck.
Ich erinnere mich noch an eine Wette die wir Ende der 70er Jahre mit Hans Heer, Geschäftsführer von Stark Druck, hatten. Innerhalb von 2 Jahren wollten wir die Grenze von 300 Mio. DM packen. Das bedeutete eine Steigerung um 100%! Hans Heer verlor die Wette - gerne, wie er sagte, war er doch mit Printaufträgen indirekt stark beteiligt.
Auch heute zeigt Joachim Kohm's Engagement bei der Tiefdruckerei Schlott, daß er an den Bestand von Katalogen im Versandhandel glaubt. Internet für den Masseneinsatz - Print als Premium-Verkaufsinstrument. Er weiß warum. Mit klassischem Versandhandels-Marketing ist er groß und erfolgreich geworden. Er kann Zahlen aus dem Gedächtnis blitzschnell abrufen und die richtigen Schlüsse ziehen. Und wie kein anderer Unternehmer ist es ihm möglich, schnelle Zusatzmaßnahmen zu kreieren und innerhalb kürzester Zeit an seine Kunden zu versenden.
Als langjähriges Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes des Versandhandels hat er sich sehr stark für die Brancheninteressen eingesetzt. Auch in dieser Funktion war er - Sternenzeichen Löwe - ein leidenschaftlicher Kämpfer. Diese Funktion hat er abgegeben. Man wird ihn sehr vermissen. Auf seinem Geburtstag führte er aber aus, daß er kürzer treten muss. Er will aus dem Beirat heraus die Geschicke der KLiNGEL Gruppe weiter begleiten.
Sein Nachfolger Dirk Hauke ist in die direkte Verantwortung für die KLiNGEL Gruppe berufen worden. Joachim Kohm will sich mehr seinen anderen Interessen und seiner Familie widmen. Tochter Stephanie hat schon Kreativität bewiesen. Sohn Tobias wird fundiert ausgebildet. Auch seine Frau Ute, die ihm stets den Rücken freihielt, wird sicherlich mehr mit ihm unternehmen.
Der Versandhandel hat Joachim Kohm enorm viel zu verdanken. Es ist daher nur folgerichtig wenn ihm auch der Versandhausberater an dieser Stelle herzlich gratuliert. Alle und insbesondere ich wünschen Dir, lieber Joachim, für Deine Zukunft alles erdenklich Gute. Oder wie wir in Hamburg sagen: "Holt Di stief!"
Dein Freund Uwe H. Drescher.
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