Auslandsreport: Rakutens Marktplatz Play.com geht offline

Der japanische ECommerce-Konzern Rakuten restrukturiert sein Online-Geschäft in Großbritannien. Dort soll demnächst unter Rakuten.co.uk ein neuer Markplatz an den Start gehen:

Rakuten Marketplace UKBildquelle: Screenshot

„We at Rakuten.co.uk are developing a new and exciting online marketplace that gives people the opportunity to discover and buy lots of fantastic products from many types of retailers.“

Auf Nachfrage von neuhandeln.de haben die Japaner verraten, dass der neue Online-Marktplatz bereits im Oktober starten soll. Zum kommenden März wird zudem der vorhandene Online-Marktplatz Play.com geschlossen, den Rakuten im Herbst 2011 übernommen hat. Ab diesem Zeitpunkt sollen Besucher von Play.com auf den neuen Marktplatz umgeleitet werden. So will der ECommerce-Riese mit seinem Marktplatz-Geschäft weiter wachsen (via Mail):

The strategic direction of the Rakuten Group is for all its e-commerce companies to operate on one unified global platform. Rakuten Group has recently accelerated the execution of this strategy, which will strongly support future growth of the marketplace model and Rakuten.“

Dass Rakuten seinen Marktplätzen zunehmend ein einheitliches Markenbild verpasst, ist keine Überraschung. So haben die Japaner vor drei Jahren den deutschen Online-Marktplatz Tradoria übernommen und Anfang 2012 in Rakuten umbenannt. Auch der im Mai 2010 aufgekaufte US-Marktplatz Buy.com firmiert heute unter Rakuten.com. Bei Play.com ist ebenfalls bereits das Logo von Rakuten zu sehen, so dass man mit einer Umbenennung rechnen konnte.

Interessant ist dennoch, dass in Großbritannien der neue Marktplatz parallel zum bestehenden Angebot aufgebaut wird und Nutzer nicht einfach von heute auf morgen auf die neue Website geleitet werden – wie es beispielsweise beim Switch von Tradoria zu Rakuten in Deutschland der Fall war. Auf Nachfrage begründet Rakuten diese Maßnahme folgendermaßen:

„Rakuten.co.uk is being launched on our new global e-commerce platform, as part of a move to global borderless shopping in the future.“

Aus diesem Grund müssen auch die bisherigen Handelspartner umziehen:

Retailers selling on Play.com can register their interest in joining the new marketplace, which will mean signing up for a new monthly plan ahead of a transition to the new site, either through Play.com or on the Rakuten.co.uk site.“

Seit 2010 gehört den Japaner auch der französische Online-Marktplatz Priceminister, der wohl künftig ebenfalls unter Rakuten firmieren dürfte. Hier ist jedenfalls auch schon heute das Logo der Japaner neben der etablierten Marke zu sehen.

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Über Stephan Randler 2933 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.