„Stärke liegt im Einzelhandel“: Tedi schließt seinen Online-Shop

Der deutsche Online-Shop des Nonfood-Discounters Tedi ist offline. Verbraucher werden daher auf der Startseite mit dem Hinweis vertröstet, dass es ab sofort Informationen über die Produktpalette auf der Corporate Website Tedi.com gibt. Dort aber lassen sich Produkte nur ansehen – und nicht bestellen.

Tedi Shop offline
Tedi-Shop.com ist offline (Bild: Screenshot)

Seinen Online-Shop hatte Tedi im Mai 2015 an den Start gebracht, um so das Angebot in den Filialen zu ergänzen. „Immer mehr Deutsche kaufen gezielt im Internet ein“, hieß es damals zum Start im E-Commerce. „Viele Stammkunden haben sich an uns gewandt und sich einen Online-Shop gewünscht.“

Zum Start gab es rund 600 Artikel in Rubriken wie „Werkzeug & Heimwerken“ oder „Schul- & Bürobedarf“. Um auch neue Käufergruppen zu erreichen, gab es im Online-Shop exklusive Angebote in einem höheren Preissegment als in den Filialen. Der Mindestbestellwert lag zum Start bei 15 Euro, dazu kamen Versandgebühren in Höhe von 4,95 Euro. Verschickt wurde mit DHL.

Im vorletzten Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 30. April) konnte die Tengelmann-Tochter den Online-Umsatz mehr als verdoppeln, wie es im entsprechenden Jahresbericht des Konzerns heißt. Zuletzt wurden rund 3.500 Produkte online angeboten, ab 100 Euro Bestellwert versandkostenfrei geliefert.

Trotzdem hat Tedi jetzt bei seinem Online-Shop den Stecker gezogen. 
“Die Stärke von Tedi liegt klar im stationären Einzelhandel“, argumentiert der Discounter jetzt auf Nachfrage von neuhandeln.de. Gut möglich aber auch, dass sich der Online-Handel mit sehr preisgünstigen Produkten schlichtweg nicht rechnet. Denn Kunden dürften sich durchaus für den Online-Shop interessiert haben, da sich ja der Online-Umsatz vor zwei Jahren laut den Angaben im entsprechenden Jahresbericht verdoppelt hat.

Tedi wurde 2004 in Dortmund gegründet und betreibt aktuell mehr als 2.100 Filialen in acht Ländern in Europa. Im Angebot sind unter anderem preisgünstige Schreibwaren, Accessoires und Do-It-Yourself-Artikel. Die Tengelmann-Gruppe hält 30 Prozent der Anteile am Discounter, der bislang lediglich in Deutschland einen Online-Shop betrieben hat. Bestellungen aus dem Online-Shop konnten in Filialen retourniert werden. 

Mitarbeitern aus dem Shop-Team wurde eine Weiterbeschäftigung angeboten.


Im Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 30. April) hatte Tedi einen Umsatz von 735 Mio. Euro erreicht und damit ein „überragendes Umsatzplus“ von 16,4 Prozent erzielt. Beigetragen habe eine Modernisierung der Filialen, mit der man die Atmosphäre verbessert habe. Dazu konnte man von einer „anhaltenden Flächenexpansion“ profitieren. In Filialen gibt es rund 9.000 Artikel – mehr als jemals im Online-Shop.

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Über Stephan Randler 2268 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr