Auf Klarna folgt Qliro: CDon testet eigenes Payment-System

Der Kauf auf Rechnung ist beim Online-Shopping sehr beliebt. Schließlich können Kunden so die Ware zunächst begutachten und nur bezahlen, was sie auch behalten möchten. Kein Wunder also, dass auch die schwedische Versendergruppe CDon dieses Zahlverfahren anbietet. Die Schweden erproben mit Qliro interessanterweise aber nun ihr eigenes Payment-System:

QliroBildquelle: Screenshot

„Qliro was founded in 2014 as part of the leading e-commerce group in the Nordic region, CDON Group. Qliro is a company that enables safe online shopping for consumers by allowing them to get their goods delivered in advance of the payments. Qliro develops payment services that simplify consumers everyday lives through modern and innovative technical solutions.“

Kunden können mit Qliro ihre Käufe wahlweise auf Rechung bezahlen oder in Raten abstottern. Das geht bereits in den Online-Shops Members.com (Shopping-Club mit Fashion-Fokus) und Tretti (Online-Shop für weiße Ware), die beide der schwedischen Versendergruppe gehören. Diese testet ihr eigenes Payment-System, um ihre Wertschöpfungskette zu verlängern:

“By offering our customers invoice payments and instalment payments via Qliro, we gain greater control over the value chain and an opportunity to extend our customer relationships.”

Keine Angaben machen die Schweden auf ihrer Website dazu, ob künftig auch externe Online-Händler ihren Kunden den Kauf auf Rechnung mit Qliro anbieten können. Auf Nachfrage von neuhandeln.de haben die Schweden zwar erklärt, dass man über weitere Pläne zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sprechen könne. Ich tippe aber darauf, dass die Versendergruppe ihren Rechnungskauf künftig auch externen Online-Händlern als Payment-Lösung anbieten wird (vorausgesetzt natürlich, dass die Tests in Schweden erfolgreich verlaufen). Denn so ein strategischer Ansatz würde gut zu den Expansionsplänen der Schweden passen:

„CDON Group’s vision is to be a leading e-commerce operator within all segments of internet retailing where the company is active, offering the best internet retailing experience and the most attractive product range. With the Nordic countries as our home market, CDON Group’s aim is to become a leading European e-commerce operator providing a portfolio of leading brands.“

Es spricht also viel dafür, dass deutsche Online-Händler ihren Kunden den Kauf auf Rechnung künftig nicht nur über Dienstleister wie Klarna anbieten können, der übrigens ebenfalls aus Schweden stammt und zuvor im Tretti-Shop zum Einsatz kam. Die Website Qliro.de haben sich die Schweden jedenfalls bereits gesichert.

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Über Stephan Randler 3148 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

2 Kommentare

  1. Hmm,

    der Bericht lies sich so, als sei der Autor fälschlicherweise in der Annahme, dass Klarna quasi der einziger Anbieter in Deutschland sei – während es de facto ja nun mehr als ein halbes dutzend Anbieter gibt und es erst Konsolidierungstendenzen gibt. Dabei scheint selbst der Ableger der Otto-Gruppe aus diesem Background keinen sonderlichen Vorteil gezogen zu haben und „all in one-Checkout“_Payment-Anbieter a la Amazon Payments (als Anbieter für Shops), Rakuten-Checkout (schon eingestellt, oder?) oder Postpay (DHL) liegen im Vergleich zu ihren Müttern auch arg zurück, nicht? Und Paypal steht via Ebay mit der „Kauf auf Rechnung“-Option grad in den Startlöchern und setzt nicht mehr nur auf den übernommenen Anbieter Billsafe.

    Insofern fehlt mir a weng der Bezug zu Deutschland bzw ein kleines Argument weshalb ein solches System eines mir (und sicher den meisten Lesern) völlig unbekannten ausländischen Versandhauses nun in Deutschland ein relevanter Player werden soll?

  2. Naja… dass es hierzulande Dutzende Payment-Dienstleister gibt, dürften die meisten sicherlich wissen. Darum geht es aber im Beitrag auch gar nicht. Spannend ist doch, dass ein vergleichsweise kleiner Online-Händler nun sein eigenes System entwickelt und wohl auch nach Deutschland bringt.

    Wobei: So klein und unbekannt sind die Schweden beileibe nicht. Mit Nelly und Gymsector betreibt CDon ja bereits zwei Shops in Deutschland. Tendenz steigend. Insofern sollte man die schon im Auge behalten.

Kommentare sind deaktiviert.