Alternative zum Direktvertrieb? Avon eröffnet deutschen Online-Shop

Der Kosmetik-Hersteller Avon betreibt ab sofort auch in Deutschland einen Online-Shop. Damit sind die Kosmetik- und Beauty-Produkte hierzulande nun erstmals online erhältlich, nachdem Verbraucher die Artikel bislang nur über selbstständige Avon-Beraterinnen kaufen konnten. Diesen Direktvertrieb hat Avon jetzt um einen Online-Shop ergänzt, um sich dadurch neue Kundengruppen zu erschließen.

Avon Online-Shop
Der neue Avon-Shop (Bild: Screenshot)

Im neuen Online-Shop (siehe Screenshot) finden Kunden mit rund 1.500 Artikeln das komplette Sortiment, das auch von den Beraterinnen angeboten wird. Die Lieferung nach Hause kostet zwar pauschal zunächst 4,95 Euro.

Ab einem Bestellwert von 50 Euro erhalten Kunden ihr Paket von DHL aber bereits versandkostenfrei. Dafür ist bei den Zahlverfahren noch Luft nach oben. So erfolgt die Bezahlung im Online-Shop wahlweise mit Kreditkarte (Master, VISA), PayPal oder Sofortüberweisung – doch der bei Kunden ausgesprochen beliebte Kauf auf Rechnung fehlt.

Alternativ können Kunden aber auch vor Ort bei einer Avon-Beraterin bezahlen. Dazu müssen die Verbraucher im Online-Shop angeben, dass sie ihre Bestellung durch eine Beraterin geliefert haben möchten. In diesem Fall kommt der Kaufvertrag aber erst mit der Bestätigung des Auftrags durch die Beraterin zustande. Übrigens: Berater können auf Avon.de auch einen eigenen Online-Shop einrichten.

Diese Shops unterscheiden sich vom normalen Online-Shop zwar nur dadurch, dass in der Menüleiste unter dem Marken-Namen „Avon“ ein kleiner Zusatz steht wie „Online-Shop von Mariana Tanigoi„.

Für die Berater selbst macht es aber einen großen Unterschied, ob Kunden über den regulären Shop oder das personalisierte Online-Angebot bestellen. Denn an dem Online-Umsatz beteiligt werden die Beraterinnen nur, wenn die Verkäufe über ihre individualisierten Shop-Versionen zustande kommen.

Berater werden am Online-Geschäft beteiligt – teilweise

Wenn Kunden direkt online auf Avon.de bestellen und keinen Berater auswählen, werden diese nicht an den Umsätzen beteiligt. Das birgt Zündstoff. Denn viele Kunden dürften direkt bei Avon bestellen. Um nämlich einen personalisierten Online-Shop einer Beraterin zu besuchen, muss man auf der Startseite des Online-Shops erst seine Postleitzahl eingeben und dann eine Beraterin in der Nähe auswählen.

Beworben wird der neue Avon-Shop über Social Media, Advertorials und die Beraterinnen selbst. Der Versand erfolgt zentral über ein Avon-Lager in Polen. Die Rückgabefrist beträgt acht Wochen.

Über den Direktvertrieb bedient Avon weltweit Kunden in über 70 Ländern über sechs Mio. aktive Beraterinnen. Diese werden beteiligt, indem sie Ware zu einem rabattierten Preis einkaufen und zum Normalpreis an ihre Kunden verkaufen können. Im Angebot sind ausschließlich Eigenmarken. Einen Online-Shop für Endverbraucher gibt es momentan erst in UK, der Türkei und in Deutschland.

Laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss konnte die für den deutschen Shop zuständige „Avon Cosmetics GmbH“ im Geschäftsjahr 2015 die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um circa 2,4 Prozent auf rund 23,7 Mio. Euro erhöhen. Ein Grund war, dass die Anzahl der aktiven Beraterinnen von zuvor 16.243 auf 18.445 Berater zum 31.12.2015 gestiegen war. Das konnte man erreichen, weil mehr Beraterinnen angeworben wurden. Unterm Strich stand ein Jahresüberschuss von 5,4 Mio. Euro.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 4.158 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletterhier geht es direkt zum Abo.