Tesco-Pilotprojekt: „Click & Collect“ einmal anders gedacht

Der viel beschworene Multichannel-Service „Click & Collect“ ist eigentlich ja Blödsinn. Schließlich bietet der Versandhandel dem Kunden ja den entscheidenden Vorteil, dass die Ware bequem nach Hause kommt und er eben nicht extra in eine Filiale rennen muss. Interesant ist daher ein neues Pilotprojekt der Supermarkt-Kette Tesco, die Abholstationen jetzt zum Kunden bringt:

Tesco click_and_collect(Bildquelle: Tesco)

„Parents dropping their children off at school may soon be able to collect their groceries at the same time, thanks to a handy new service from Tesco. The service, which is currently being trialled in three locations in York, will allow Tesco customers to ‘Click & Collect’ from convenient locations across their community, including schools, libraries and sports centres. It is the first time that Tesco has extended its Click & Collect service beyond its store network and underlines its commitment to making shopping as convenient as possible for customers.“

Kunden von Tesco können Bestellungen also beispielsweise an Schulen abholen, wo sie ihren Nachwuchs abliefern und ohnehin vor Ort sind. Auf einem ähnlichen Gedanken basieren zwar auch die klassischen „Click & Collect“-Konzepte. Schließlich kann man hier argumentieren, dass Kunden die Ware auf ihrem Weg von der Arbeit nach Hause einsammeln können. In diesem Fall muss der Kunde aber einen zusätzlichen Ort ansteuern, um an seine Ware zu kommen.

Bei dem Tesco-Projekt dagegen kann man Bestellungen dort abholen, wo man ohnehin ist. So gesehen also ein ziemlich cleverer Gedanke. Ein zentraler Vorteil bleibt zudem auch bei diesem Modell, dass Kunden nicht mehr Angst haben müssen, den Paketboten zu Hause zu verpassen.

Für mobile Abholstationen braucht man allerdings – wie im Falle Tesco – eine eigene Lieferflotte, was momentan die größte Hürde sein dürfte. Schließlich hat das momentan kaum ein Händler. Ein Online-Supermarkt wie allyouneed.com könnte mit DHL im Rücken dem Tesco-Service aber durchaus einmal nacheifern. Alternativ würde sich vielleicht auch anbieten, dass branchenfremde Dienstleister wie myTaxi erneut hellhörig werden und Pakete einmal dort abliefern, wo sich der Kunde gerade aufhält. Pakete von Media Markt liefern Taxi-Fahrer ja schon nach Hause.

 

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Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr