[Anzeige] Jobs im E-Commerce: So gelingt Recruiting in der Krise

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Erst Corona, dann der Krieg in der Ukraine: Unser Leben wird gerade stark durch Krisen geprägt. Das macht sich jetzt auch im Berufsleben bemerkbar. Denn viele Arbeitnehmer sind unsicher und weniger wechselwillig, was Firmen das Recruiting erschwert. Wie Online- und Multichannel-Händler trotzdem an gute Kandidaten kommen, erklärt Geschäftsführer Christian Rees von der Personalberatung Menovia.

Christian Rees
Christian Rees (Bild: Menovia GmbH)

neuhandeln.de: Was bedeutet die Ukraine-Krise für das Recruiting?

Christian Rees (siehe Foto): „Krisen führen dazu, dass schnell viel gestoppt wird. Denn die Zukunft erscheint plötzlich unsicher. Das gilt sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch aus Sicht der Menschen. Denn ein Jobwechsel ist für einen Mitarbeiter ja nicht nur mit einer Chance verbunden, sondern birgt auch ein Risiko. Jetzt wirkt so ein Schritt noch risikoreicher. Schließlich haben wir einen Krieg in Europa. Viele halten daher erst einmal die Füße still – auch wenn sie in Gedanken bereits mit einem Jobwechsel spielen.“

neuhandeln.de: Für Händler wird es also schwerer, passendes Personal zu finden?

Rees: „Es sind aktuell zumindest weniger potenzielle Kandidaten von sich aus aktiv auf der Suche nach einem neuen Job. Um mehr Interessenten erreichen zu können, müssen Unternehmen ihren Pool an möglichen Kandidaten erweitern. Das geht zum Beispiel, indem mehr Home-Office-Möglichkeiten angeboten werden. Dadurch wird eine Firma plötzlich für Bewerber aus ganz Deutschland interessant, die zuvor vielleicht nur für Menschen in ihrer Region attraktiv war. So werden Unternehmen außerdem für solche Kandidaten interessant, die vielleicht noch gar nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind. Denn viele Mitarbeiter sind mit ihrem Job unzufrieden, suchen selbst aber nicht nach einer neuen Herausforderung. Das macht oft nur ein Bruchteil der Menschen, die sich verändern wollen.“

„Nicht jeder Kandidat ist bei Xing oder LinkedIn“

neuhandeln.de: Home-Office allein reicht aber auch nicht, oder?

Rees: „An Bedeutung gewinnt gerade das Active Sourcing. Hier schreiben Unternehmen potenzielle Kandidaten an: zum Beispiel über Software-Tools wie den Talentmanager von Xing. Auf einhundert Anfragen kommen hier im Schnitt vielleicht fünf potenzielle Kandidaten. Active Sourcing kostet daher viel Zeit und viel Recherche-Arbeit. Deshalb übergeben Unternehmen diese Maßnahme gerne an Personalagenturen. Auch, weil längst nicht jeder potenzielle Kandidat bei Xing oder LinkedIn ist.“

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neuhandeln.de: Und wie lassen sich interessante Kandidaten dann gewinnen?

Rees: „Das ist in der Tat für den Mittelstand oft ein Problem. Denn große und starke Marken sind für Arbeitnehmer schlichtweg interessanter und haben beim Recruiting einen Wettbewerbsvorteil. Um diesen wieder auszugleichen, müssen viele mittelständische Unternehmen attraktiver für Bewerber werden. Denn wir befinden uns in einem Bewerbermarkt. Gerade wegen des Fachkräftemangels müssen Unternehmen jetzt deutlich mehr tun, als einfach nur eine Stellenanzeige zu schalten.“

neuhandeln.de: Was für Maßnahmen wären hier denkbar?

Rees: „Mittelständische Unternehmen können gut mit Zusatzleistungen punkten. Das beginnt bei so einfachen Dingen wie kostenlosem Kaffee oder Gratis-Mineralwasser. Wichtiger wird aber auch, dass Unternehmen flexible Arbeitszeiten bieten oder freie Tage für ehrenamtliche Aufgaben ermöglichen. Denkbar sind auch Zuschüsse für Kinderbetreuung oder Fitness-Studio. Wer dagegen vor allem Frauen erreichen will, muss eventuell strukturell einiges verändern und zum Beispiel auch Karriere in Teilzeit ermöglichen. Zudem müssen viele Unternehmen noch ihre Bewerbungsprozesse verbessern.“

neuhandeln.de: Was lässt sich denn hier noch optimieren?

Rees: „Es reicht heute nicht mehr, auf eine Bewerbung erst nach ein paar Wochen zu antworten. Bis dahin sind die interessanten Bewerber allesamt längst weg vom Markt. Unternehmen müssen zudem generell dort mehr Sichtbarkeit zeigen, wo auch ihre potenziellen Kandidaten anzutreffen sind. Daher sollte man Stellenanzeigen zum Beispiel auch auf den Social-Media-Kanälen posten und bewerben.“

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Über Stephan Randler 3071 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.