QVC-Gruppe will US-Shopping-Club Zulily übernehmen

Das US-Unternehmen Liberty Interactive plant den Zusammenschluss mit dem Shopping-Club Zulily, der ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammt. Konkret will Liberty Interactive alle ausstehenden Aktien von Zulily zum Preis von 18,75 US-Dollar pro Wertpapier übernehmen.

Zulily Shopping-ClubZulily verspricht seinen Kunden täglich neue Schnäppchen (Bild: Screenshot)

Der Shopping-Club (Motto: „Something Special every Day“) wurde 2010 gegründet und bietet jeden Tag neue Produkte mit deutlichen Rabatten, die meist drei Tage lang online angeboten werden – oder solange der Vorrat reicht. Dabei verkauft Zulily ausschließlich Ware von externen Händlern oder Herstellern und bevorratet Ware auch nicht selbst. Erst wenn eine Kampagne zu Ende ist und auch die tatsächlichen Bestellungen vorliegen, ordert Zulily die Ware bei seinen Partnern. Danach geht die Ware im eigenen Versandlager ein und wird von dort aus an die Kunden verschickt, die zehn bis 14 Tage auf ihre Bestellung warten müssen.

Über Zulily können Marken also beispielsweise ihre Restbestände und Saisonware verkaufen, wie es bei dem französischen Shopping-Club Vente Privée möglich ist. Wie die Franzosen sieht sich auch Zulily als Fullservice-Dienstleister für seine Handelspartner, der nicht nur den Verkauf abwickelt, sondern Produkte zum Beispiel auch fotografiert und Artikelinfos textet.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014 konnte Zulily einen Netto-Umsatz von rund 1,2 Mrd. Dollar erreichen und dabei einen Gewinn von 14,9 Mio. US-Dollar verbuchen. Zum Vorjahr gab es damit zwar ein Plus von 72 Prozent. In den beiden Jahren zuvor hatte sich der Umsatz jeweils aber mehr als verdoppelt. Im laufenden Geschäftsjahr 2015 rechnen die US-Amerikaner zudem nur noch mit einem Plus von 31 Prozent – wenn auch auf eine Summe von 1,6 Mrd. US-Dollar (siehe Grafik). Durch den Zusammenschluss mit Liberty Interactive will man aber nicht zuletzt auch das eigene Wachstum wieder beschleunigen, wie Zulily argumentiert.

Umsätze von ZulilyZulily erzielt bereits einen einstelligen Milliardenumsatz (Bild: Screenshot)

Bei Liberty Interactive wiederum will man unter anderem von Einkaufsvorteilen profitieren – schließlich gehört zum US-Unternehmen der international aktive Teleshopping-Sender QVC.

Liberty Interactive will durch die Übernahme daher auch Kunden erreichen, die jünger sind als die typische Teleshopping-Klientel – was gelingen sollte. So spricht zwar Zulily – wie auch QVC – in erster Linie Frauen als Kunden an. Diese dürften aber deutlich jünger sein als die Best Ager, die für gewöhnlich die typischen Teleshopping-Käufer sind. Mit der Übernahme kann Liberty Interactive also seinen Kundenkreis geschickt erweitern und von den Erfahrungen eines Online-Pureplayers profitieren. Für den Shopping-Club wiederum dürfte interessant sein, wie QVC denn seine Kunden über Bewegtbilder zum Kauf bewegt. Viel spricht daher auch dafür, dass man bei dem Shopping-Club künftig neue Formen der Kundenansprache testen wird.

Pro Zulily-Aktie gibt Liberty Interactive jeweils 9,375 Dollar in bar sowie 0,3098 an neuen Aktien am eigenen Unternehmen. Insgesamt wird Zulily mit 2,4 Mrd. Dollar bewertet. Beide Firmen haben dem Deal bereits zugestimmt, der im vierten Quartal 2015 über die Bühne gehen soll.

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Über Stephan Randler 2295 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr