„Next Day Delivery“: Otto-Versand zündet die nächste Stufe

„Lieferbar – am nächsten Werktag bei Ihnen“: Mit diesem Zusatz bewirbt der Otto-Versand in seinem Online-Shop derzeit rund 12.000 Produkte, die Kunden bei einer Bestellung bis 20 Uhr am nächsten Werktag erhalten sollen. Denn die Hanseaten hatten vor einem Jahr die Cut-off-Zeit für ausgewählte Artikel von zuvor 13 Uhr auf nun 20 Uhr verlängert, damit Otto im umkämpften E-Commerce-Geschäft bei seiner (potenziellen) Kundschaft mit einer schnellen Lieferung punkten kann („Next-Day-Delivery“).

Otto Next Day Delivery
Das neue Otto-Lager (Bild: Hermes)

Schnell liefert Otto seitdem vor allem Bestseller, die von Verbrauchern häufig nachgefragt werden. Und damit Otto sein Lieferversprechen einhalten kann, werden diese 12.000 Artikel im Hermes-Versandlager in Ohrdruf gelagert.

Der Hintergrund: Die Kleinstadt in Thüringen liegt geografisch zentral in Deutschland, so dass Otto von hier aus bundesweit viele Kunden schnell bedienen kann. Denn sonst lagert Otto seine Waren noch in anderen Versandzentren, die sich eher in Randlagen befinden – zum Beispiel in Hamburg, wo auch der Firmensitz des Universalversenders ist.

Für seinen Schnell-Lieferservice nutzt Otto künftig auch ein Logistik-Zentrum in Ansbach (bei Nürnberg). Denn hier entsteht ein rund 53.000 Quadratmeter großes Lager für Otto-Ware, das der konzerneigene Dienstleister Hermes Fulfilment für den Otto-Versand betreiben wird. Spatenstich ist im Oktober 2018, in Betrieb geht der Neubau dann Anfang 2020. Zugeschnitten wird das Lager auf Möbel und weiße Ware, die vom Hermes Einrichtungs Service im so genannten „Zwei-Mann-Handling“ zugestellt wird.

Durch das neue Versandlager will Otto seine Kunden über „Next-Day-Delivery“ in Zukunft auch schnell mit Möbeln, Waschmaschinen und Kühlschränken versorgen. Das ist bei weißer Ware sinnvoll. Denn Kunden wollen einen neuen Kühlschrank ja möglichst schnell, wenn sie ein neues Gerät benötigen. Doch weiße Ware liefert Otto oft erst nach mehreren Tagen oder Wochen, wie Stichproben zeigen.

Ob Kunden aber wirklich auch Couch und Bett so schnell wie möglich brauchen? Otto selbst hatte vor einem Jahr noch argumentiert, dass es nicht bei allen Sortimenten primär um Liefergeschwindigkeit gehe. Deshalb setze man beim „Zwei-Mann-Handling“ darauf, dass Kunden die Zustellung planen und bei der Lieferung anwesend sein können. Dazu kann Otto künftig über den zusätzlichen Standort nur solche Möbel schnell ausliefern, die bereits vorproduziert wurden und auf Lager sind. Wenn die Möbelstücke erst nach Bestelleingang produziert werden, ist auch kein „Next-Day-Delivery“ möglich.

„Next-Day-Delivery“ bietet Otto bei rund 12.000 Artikeln, die im so genannten „Ein-Mann-Handling“ ausgeliefert werden. Insgesamt umfasst das Online-Sortiment aber mehr als 2,8 Mio. Artikel. Generell kostet der Versand hier 5,95 Euro – egal ob ein Paket am nächsten Tag oder später zugestellt wird. Bei ausgewählten Artikeln lässt sich zusätzlich eine 24-Stunden-Lieferung buchen, wenn das Produkt nicht gleich verschickt wird. Dann wird zusätzlich zum Porto ein Aufpreis von 9,95 Euro fällig. Lieferungen per Spedition kosten 29,95 Euro, der Aufpreis für eine 24-Stunden-Lieferung beträgt 19,95 Euro. Die 24-Stunden-Lieferoption will Otto sukzessive durch den neuen Service („Next Day Delivery“) ersetzen.

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Über Stephan Randler 2132 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr