LeShop-Bilanz: Heimliefergeschäft war 2013 „gut profitabel“

Die Migros-Tochter LeShop.ch hat in diesen Tagen ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2014 bekannt gegeben. Demnach konnte der Schweizer Online-Supermarkt seinen Umsatz zwar steigern. Zu Buche steht aber lediglich ein Mini-Plus von gerade einmal 1,3 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 83 Mio. Euro netto (exkl. MwSt.). Und dass verwundert dann doch ein wenig.

LeShop Umsatz H1/2014Bildquelle: LeShop.ch

Denn die Eidgenossen haben in den vergangenen Monaten stark in Service investiert. So wurde zum Beispiel seit Herbst 2013 das Liefergebiet in der Westschweiz und dem Tessin ausgeweitet. Um Kunden entgegen zu kommen, hat LeShop zudem einen zusätzlichen Zustellservice eingeführt. Kunden können sich ihre Bestellungen daher unter der Woche nun auch zwischen 8 und 17 Uhr liefern lassen, während es zuvor nur eine Abendzustellung zwischen 17 und 20 Uhr gab. Das neue Zustellfenster bietet LeShop sowohl in den neuen Zustellgebieten als auch in den bereits erschlossenen Liefergebieten an, wo LeShop nun ebenfalls neue Haushalte erreicht.

Bereits im vergangenen Jahr wurde außerdem der Service für Kunden ausgebaut, die ihre Bestellungen selbst an einem Bahnhof in der Schweiz abholen wollen („LeShop Rail“). So kann man inzwischen nicht nur Ware am Gepäckschalter in Zürich und Lausanne abholen. In Bern und Zürich werden Lebensmittel seit Herbst 2013 auch in Schließfächern in den Bahnhöfen gelagert, an denen Kunden ihre Ware sogar schon am Tag der Bestellung abholen können.

Vor dieser Service-Offensive wirkt ein Umsatzplus von gerade einmal 1,3 Prozent erst Recht nicht berauschend. Doch LeShop-CEO Dominique Locher hatte gegenüber neuhandeln.de erst vor wenigen Wochen verdeutlicht, dass beispielsweise die Abholservices an Schweizer Bahnhöfen in erster Linie als Investition in die Zukunft zu sehen sind („Abholstationen sind zukunftsweisend“). Auf Nachfrage von neuhandeln.de hat Locher zudem erklärt, dass die zusätzlichen Logistik-Services erst seit wenigen Tagen flächendeckend in der Schweiz angeboten werden.

Die Service-Offensive der vergangenen Monate kann daher den Umsatz im ersten Halbjahr 2014 noch nicht entscheidend befeuert haben. Dass die Möglichkeiten für LeShop bereits ausgereizt sein sollen, würde ich vor diesem Hintergrund nicht blind unterschreiben.

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Für Zuversicht sorgt auch, dass die Schweizer im Herbst 2014 eine zweite Abholstation in der Schweiz eröffnen wollen, an der Kunden ihre Online-Bestellungen mit dem Auto abholen können („LeShop Drive“). Eine erste Drive-In-Station betreibt LeShop bereits seit Herbst 2012 in Studen bei Biel (siehe Video). Und dieser Multichannel-Service habe im ersten Jahr seit dem Start nach eigenen Angaben auch durchaus schon zum Neukunden-Wachstum beigetragen.

Entscheidend bleibt aber dennoch, was unterm Strich hängen bleibt. In der aktuellen Pressemeldung macht LeShop.ch zwar keine Angaben zum Ergebnis und auch auf meine Nachfrage will LeShop-Chef Locher nicht verraten, ob und wie profitabel das erste Halbjahr 2014 war.

Locher lässt aber durchblicken, dass im vergangenen Jahr das Versandgeschäft für sich allein „gut profitabel“ gewesen sei – das gilt damit allerdings nur für die Lieferungen nach Hause („LeShop Home“) und nicht für den Gesamtumsatz mit dem zusätzlichen Geschäft der Abholstationen in Studen („LeShop Drive“) und an den Schweizer Bahnhöfen („LeShop Rail“).

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Über Stephan Randler 3152 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.