„Komplexe Strukturen“: Ceconomy startet „Effizienzprogramm“

Die MediaMarktSaturn-Gruppe und die Konzernmutter Ceconomy haben jetzt ein „Effizienzprogramm“ gestartet, um Prozesse und Strukturen zu straffen und Kosten zu senken. Übergeordnetes Ziel ist dabei, die jährlichen Sach- und Personalkosten pro Jahr um 110 bis 130 Mio. Euro zu reduzieren. Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 (Start: 01. Oktober) werden im Zuge der Umbauten aber wohl Kosten in Höhe von rund 150 bis 170 Mio. Euro anfallen, die Einsparungen daher erst ab 2020/21 voll wirksam werden.

Verwaltungskosten
Verwaltungskosten (Grafik: Ceconomy)

Mit den Umbauten will der Konzern nun aber nicht nur Kosten senken. Durch die Reorganisation will Ceconomy in Zukunft auch schneller Entscheidungen treffen können. Hintergrund ist, dass es im Konzern nach eigenen Angaben sowohl „komplexe Strukturen und redundante Funktionen“ als auch „unklare Aufgaben und Verantwortlichkeiten“ gibt.

Das veranschaulicht der Konzern anhand der Verwaltungskosten, die allein in Deutschland vom Geschäftsjahr 2015/16 bis zum vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 um zwölf Prozent gestiegen sind (siehe Grafik links).

Um den Konzern neu aufzustellen, setzt Ceconomy auf zwei grundlegende Maßnahmen. Zum einen ist eine Reorganisation der Zentralfunktionen bei Ceconomy, der MediaSaturn-Gruppe und den einzelnen Landesorganisationen geplant. Zum anderen will der Konzern alle Aktivitäten überprüfen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Über den zweiten Weg will man etwa 15 Prozent der Einsparungen erreichen.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits die hauseigene Musik-Streaming-Plattform Juke geschlossen, die mit Angeboten wie Spotify konkurriert hatte. Dazu wird das Geschäft der Retail Media Group beendet, über die Kundendaten vermarktet wurden. Auf dem Prüfstand stehen zudem das Live-Shopping-Portal iBood.com und die Beteiligung an dem Re-Commerce-Spezialisten Flip4New (siehe Übersicht unten).

85 Prozent – und damit den Löwenanteil der Einsparungen – will der Konzern aber durch den Umbau erreichen. Hier soll es generell weniger administrative Aufgaben geben. Dazu will man operative Teams von MediaMarkt und Saturn zusammenlegen, um so Synergien zu heben: zum Beispiel bei dem Betrieb der Online-Shops. Bei MediaMarktSaturn werden zudem Aufgaben von einzelnen Märkten und von den Landesorganisationen in der Ingolstädter Holding zusammen geführt. Generell soll zudem die Zahl der Mitarbeiter über alle Geschäftseinheiten hinweg reduziert werden. Eine Zahl nennt Ceconomy nicht.

Effizienzprogramm
Das Effizienzprogramm besteht aus zwei grundlegenden Säulen (Grafik: Ceconomy)

Das vergangene Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 30. September) hatte Ceconomy zwar mit einem europaweiten Netto-Umsatz von 21,4 Mrd. Euro abgeschlossen. Damit steht jedoch ein Rückgang von 0,9 Prozent in den Büchern. Denn neben dem moderaten Weihnachtsgeschäft hatte eine schwache Kundenfrequenz im Sommer den Umsatz und das Ergebnis belastet. Das EBIT reduzierte sich von 494 Mio. auf 399 Mio. Euro (vor Sonderfaktoren und ohne Berücksichtigung der Beteiligung an Fnac Darty).

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Über Stephan Randler 2130 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

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