Ikea-Umbau: „Einrichtungshäuser in Deutschland zurzeit nicht im Fokus“

Bei Ikea stehen nach eigenen Angaben jetzt 7.500 von insgesamt 160.000 Stellen auf der Kippe, die es weltweit in 30 Ländern bei dem Möbel-Händler derzeit gibt. Das berichtet der Ingka-Konzern, der hinter dem Multichannel-Händler steht. Hintergrund ist, dass die Schweden ihren Konzern umbauen wollen.

Jesper Brodin
Jesper Brodin (Bild: obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG)

Diese Transformation ist nach eigenen Angaben auf drei Jahre angelegt und soll unter anderem Strukturen im Konzern vereinfachen. Deshalb wackeln jetzt Arbeitsplätze in globalen Funktionen und den 30 Landeszentralen.

Auch in Deutschland sollen sich deshalb die Veränderungen zunächst auf die Landeszentrale (Service Office Wallau) und Distribution Services (Dortmund) auswirken, erklärt Ikea auf Nachfrage von neuhandeln.de. Doch wieviele Stellen in Deutschland generell von dem Konzern-Umbau betroffen sein werden, kann Ikea momentan noch nicht beziffern. „Einrichtungshäuser in Deutschland sind zurzeit nicht im Fokus“, betont der Konzern allerdings.

Fest steht zudem, dass nicht nur Stellen auf der Kippe stehen. Denn Ikea will in den nächsten beiden Jahren auch 11.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Investieren möchten die Schweden dabei sowohl in klassische Einrichtungshäuser als auch in neue Store-Formate und in ihr E-Commerce-Geschäft.

„Die Einzelhandelslandschaft verändert sich“, argumentiert Ingka-CEO Jesper Brodin (siehe Foto). Groß überraschen dürften diese Pläne aber Leser von neuhandeln.de nicht. Schließlich haben die Schweden hierzulande erst die Konditionen bei ihrem Online-Shop verbessert, so dass Kunden bereits günstiger und schneller an Ikea-Pakete kommen können. Das Online-Geschäft hat im vergangenen Geschäftsjahr außerdem erneut angezogen, weil sich das Einkaufsverhalten der Kunden „stark verändert“ habe.

Über alle Kanäle konnte Ikea Deutschland im Geschäftsjahr 2017/18 (Ende: 31. August) einen Netto-Umsatz von 5,0 Mrd. Euro erreichen und damit um 2,8 Prozent wachsen. Generell haben deutsche Ikea-Kunden im Jahr 2017/18 mit 94,40 Euro pro Einkauf durchschnittlich 2,6 Prozent mehr ausgegeben als zuvor. Über das Online-Geschäft wurde ein Netto-Umsatz von 371 Mio. Euro erzielt (+ 22 Prozent).

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr