HSE24: 276 Mio. Euro Umsatz im Rumpfgeschäftsjahr 2012

Das Teleshopping-Unternehmen HSE24 hat im Geschäftsjahr 2012 einen Netto-Umsatz von 276,4 Mio. Euro erzielt. Das steht im Konzernabschluss der HSE24 Multichannel GmbH, der vor kurzem im Unternehmensregister veröffentlicht worden ist. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist zwar schwer, da es sich bei dem Berichtszeitraum um ein Rumpfgeschäftsjahr handelt (Dauer: 17.04. bis 31.12.2012) und Warenumsätze zudem erst ab 01. Juli 2012 in der damals neu gegründeten HSE24 Multichannel GmbH konsolidiert worden sind. Interessant ist der Blick in den kürzlich veröffentlichten Konzernabschluss des Teleshopping-Senders aber allemal.

HSE24Bildquelle: Screenshot

Prinzipiell ist die HSE24 Multichannel GmbH die übergeordnete Gesellschaft der deutschen Home Shopping Europe GmbH mit insgesamt drei TV-Sendern (HSE24, HSE24 Extra und HSE24 Trend) sowie HSE24 in Italien und der Direct Trade LLC, die den russischen Verkaufssender „Shopping Live“ betreibt (mehr Hintergründe gibt es in der Unternehmenspräsentation).

Der Gesamtumsatz von 276,4 Mio. Euro wurde daher auch europaweit erzielt, wobei der Löwenanteil mit 232,3 Mio. Euro in Deutschland umgesetzt wurde. In Österreich kam HSE24 auf 23,8 Mio. Euro Umsatz, in der Schweiz auf 5,7 Mio. Euro (beide Länder werden über HSE24 Deutschland bedient). In Italien wurden 7,2 Mio. Euro umgesetzt, in Russland genauso viel. Weitere 0,2 Mio. Euro Umatz wurden über Verkäufe in sonstige europäische Länder erzielt.

Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist schwer, da der Konzern 2012 umstrukturiert worden ist und die Umsätze erstmals in der damals neu gegründeten HSE24 Multichannel GmbH ausgewiesen wurden. Angaben zur Entwicklung der Ertragslage und Vermögenslage erfolgen im Konzernabschluss daher im Wesentlichen anhand von Pro Forma-Angaben für das Vorjahr (Zeitraum 1. Juli 2011 bis 31. Dezember 2011), wie das Unternehmen im Konzernabschluss berichtet.

Laut dem Konzernabschluss konnten die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 11,0 Prozent gesteigert werden. Positiv auf den Gesamtumsatz ausgewirkt hat sich einerseits das Geschäft von „Shopping Live“ in Russland, das 2012 erstmals zum Gesamtumsatz beigetragen hat (die Direct Trade LLC war erst im April 2012 übernommen worden). Doch auch in bestehenden Märkten hat das Geschäft angezogen: in Deutschland von 218,6 Mio. auf 232,3 Mio. Euro, in Österreich von 22,5 Mio. auf 23,8 Mio. Euro sowie in der Schweiz von 4,8 Mio. auf 5,7 Mio. Euro und in Italien von 2,8 Mio. auf 7,2 Mio. Euro.

Als Gründe für das Umsatzplus in bestehenden Märkten nennt der Konzern eine „verbesserte Sortimentsstrategie“ und „laufende Verbesserungen im Kundenservice„. So hat HSE24 unter anderem das Mode-Sortiment ausgebaut, was auch insgesamt die Marge verbesserte. Dadurch haben sich die Umsatzkosten bezogen auf die Umsatzerlöse von 48,4 Prozent auf 47,5 Prozent reduziert. Die Vertriebskosten sind allerdings von 35,6 Prozent auf 37,1 Prozent gestiegen, was durch mehr Retouren bei einem höheren Mode-Anteil am Sortiment bedingt worden war.

Weil unter anderem auch die Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen gestiegen sind, ist das Betriebsergebnis von 18,6 Mio. Euro auf 3,8 Mio. Euro gesunken. Im Rumpfgeschäftsjahr 2012 gab es zudem einen Konzernjahresfehlbetrag von 20,3 Mio. Euro. Der Grund: Laut HSE sind im Rumpfgeschäftsjahr die Finanzaufwendungen sowie einmalige Kosten aufgrund der Neustrukturierung des Konzerns deutlich angestiegen, während das Unternehmen lediglich Konzernumsätze von acht Monaten einnehmen konnte. Eine Kompensierung der Aufwendungen konnte laut dem Konzern daher nicht erfolgen. Für das Pro-Forma-Vorjahr wird dem Bericht nach ein Jahresüberschuss von 8,5 Mio. Euro ausgewiesen.

Auch interessant: 2012 zählte HSE24 rund 1,5 Millionen Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal bei dem Verkaufssender bestellt hatten. Seit dem Start 1995 haben bereits acht Mio. Verbraucher einmal bei HSE24 gekauft. Die Kunden des Shopping-Senders sind übrigens durchschnittlich 58 Jahre alt und meist Frauen (Anteil: 85 Prozent).

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Über Stephan Randler 2500 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.