Hitmeister: Neue Software und Content treiben Wachstum

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Die Kölner Hitmeister GmbH rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2015 mit einem Netto-Umsatz in Höhe von rund 40 Mio. Euro. Wenn sich diese Prognose bewahrheitet, kann der Betreiber des Online-Marktplatzes Hitmeister.de seinen Umsatz zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent steigern. Und viel spricht dafür, dass es auch tatsächlich so kommt. Denn bereits im ersten Halbjahr 2015 war Hitmeister über 50 Prozent gewachsen – was mehrere Gründe hat.

Hitmeister.deHitmeister konkurriert als Marktplatz mit Amazon und eBay (Bild: Screenshot)

Profitieren konnte der Online-Marktplatz zum einen von einem neuen Produktdatensystem, wie Geschäftsführer Gerald Schönbucher (siehe Foto) gegenüber neuhandeln.de erklärt. Durch die neue Software stehen Handelspartnern auf dem Online-Marktplatz nun 5.000 Rubriken statt der bisher 4.000 Kategorien zur Verfügung, in der sie ihre Ware anbieten können. So lassen sich Produkte gezielter auf dem Portal listen und von den Kunden besser finden.

Wachsen konnte man aber auch dank Google. So werden bei Suchanfragen durch Nutzer die Ergebnisse von Hitmeister.de in den Trefferlisten spürbar besser gewichtet, wodurch der Online-Marktplatz eine höhere Sichtbarkeit bekommt und mehr potenzielle Kunden auf sein Portal locken kann. Hintergrund ist, dass Hitmeister zunehmend redaktionellen Content in Form von Produktratgebern anbietet (Motto: „Schlau mit Hitmeister“). Mit Angeboten wie dem „Beamer-Zubehör Ratgeber“ können Nutzer demnach nicht nur das richtige Produkte für sich ausfindig machen. Der Content hilft offenbar auch bei der Suchmaschinenoptimierung.

Trotz besserer EBIT-Marge: Hitmeister rechnet erneut mit einem Verlust

Beim Marktplatzvolumen – also dem Wert der auf dem Portal Hitmeister.de von den Händlern verkauften Ware – rechnen die Kölner für das laufende Jahr mit einem Wert von rund 53 Mio. Euro. Normalerweise fällt dieser Wert bei Online-Marktplätzen um ein vielfaches größer aus als die Umsätze, da hierzu nur die Provisionen und damit nur Bruchteile vom Warenwert zählen.

Gerald SchönbucherBei der Hitmeister GmbH dagegen liegen der Netto-Umsatz und das Handelsvolumen vergleichsweise nahe zusammen, was zwei Gründe hat. Zum einen verkaufen die Kölner im Gegensatz etwa zu eBay auch selbst und erzielen so eigene Handelsumsätze. Etwa zehn Prozent vom Sortiment verkauft Hitmeister momentan selbst, wodurch aber über ein Drittel vom Umsatz erzielt wird. Die zweite Besonderheit bei Hitmeister: Die Kölner kaufen die Ware von Partnern an, um sie selbst auf ihrem Marktplatz anzubieten.

So wird nur der Versand der Produkte direkt über die Handelspartner abgewickelt. Bei dieser Vorgehensweise brauchen sich Händler zum Beispiel nicht um rechtskonforme und aktuelle Widerrufsbelehrungen oder ein gültiges Impressum kümmern, was den Verkauf erleichtert. Von den Verkäufen der Partner bekommt Hitmeister dabei den vollen Umsatz (abzüglich der Verkaufsprovision), wodurch Umsatz und Marktplatzvolumen nahe beieinander liegen.

Nach eigenen Angaben konnte Hitmeister zuletzt auch seine EBIT-Marge verbessern, unterm Strich steht aber wohl auch im laufenden Geschäftsjahr ein Jahresfehlbetrag. Hintergrund ist, dass Hitmeister in diesem Jahr unter anderem seinen mobilen Online-Shop optimieren will.

Zum 30. Juni 2015 kam Hitmeister auf eine Zahl von 230.000 aktiven Kunden, die mindestens einmal in den vergangenen sechs Monaten bestellt haben. Vor einem Jahr waren es 155.000.

Vom Gesamtumsatz wurden 15 Prozent über Möbel erwirtschaftet, weitere 20 Prozent mit Ware aus dem Bereich „Küche & Haushalt“ und 30 Prozent über das DIY-Sortiment.

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Über Stephan Randler 2816 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.