Ein Jahr OttoNow.de: „Erfolgreicher Testlauf“ für Miet-Commerce-Projekt

Vor einem Jahr hat der Otto-Versand seinen Online-Shop „OttoNow.de“ an den Start gebracht, in dem Kunden verschiedene Produkte mieten statt kaufen können. Nun ziehen die Hanseaten erneut Bilanz, nachdem man bereits vor einigen Monaten interessante Hintergründe in einem Exklusiv-Interview mit neuhandeln.de verraten hat. Umsätze, Bestellungen und aktive Kunden verrät Otto nun zwar erneut nicht. Interessant sind die Erkenntnisse aus dem „erfolgreichen Testlauf“ mit Miet-Commerce dennoch.

Otto Now
Vor allem Fernseher und Smartphones werden stark nachgefragt (Quelle: Otto)

Demnach gilt: Besonders gerne leihen sich Verbraucher bei „Otto Now“ nach wie vor Fernseher, Smartphones und Kaffee-Vollautomaten (siehe Grafik mit den beliebtesten Produktgruppen). Diese Artikel standen auch schon hoch im Kurs, als Otto gegenüber neuhandeln.de Anfang September eine Neunmonatsbilanz gezogen hatte. Interessant ist auch, dass Kunden diese Produkte längerfristig mieten und nicht nur kurz ausprobieren möchten. So berichtet Otto, dass zuletzt mehr als die Hälfte der Neukunden einen Mietvertrag über mindestens zwölf Monate oder zwei Jahre abgeschlossen hat.

Das überrascht: Schließlich richten sich Miet-Shops wie „Otto Now“ nicht zuletzt an Kunden, die neue Gadgets wie Drohnen, VR-Brillen oder Highend-Smartphones einfach einmal in Ruhe ausprobieren möchten – und die Artikel dafür nicht gleich kaufen müssen. Wichtiger als der Reiz des Neuen scheint Verbrauchern nun aber tatsächlich zu sein, flexibel zu bleiben und sich nicht ewig an ein Produkt binden zu müssen. Prinzipiell lassen sich zwar gerade Elektronik-Artikel heute auch gut über eBay & Co. weiter veräußern. In diesem Fall müssen sich Verbraucher aber um Verkauf und Versand kümmern. Bei „Otto Now“ dagegen wird ein Produkt nach Mietende nicht nur kostenlos abgeholt. Otto verspricht Kunden auch, dass sie bei Problemen einen kostenlosen „Reparatur- & Austausch-Service“ nutzen können.

„Otto Now“ war im Dezember 2016 gestartet und bietet neben Elektronik auch Haushaltsgeräte und Sportartikel. Zunächst wurden 80 Produkte zur Miete angeboten, das Sortiment dann sukzessive auf über 140 Produkte erweitert. Auch die einzelnen Sortimente wurden vertieft. So finden Kunden bei Elektronik nun Gaming-PCs, Router und VR-Brillen, nachdem es zunächst Smartphones, Notebooks und Tablets gab. Bei Sport-Produkten sind Rudergeräte zu E-Bikes und Crosstrainern dazu gekommen.

Produkte lassen sich prinzipiell für drei, sechs, zwölf oder 24 Monate mieten. Nach der gewählten Mindestmietzeit erhalten Kunden einen Preisnachlass von rund 20 Prozent auf die Raten der folgenden Monate. Je länger Kunden die Ware leihen, umso günstiger wird die monatliche Pauschale. Gebrauchte Artikel werden nach dem Mietende aufbereitet, bevor sie der nächste Kunde erhält. Artikel mit starken Gebrauchsspuren werden über einen Großhändler auf eBay verkauft – und nicht mehr bei „Otto Now“.

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Über Stephan Randler 2173 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

1 Kommentar zu Ein Jahr OttoNow.de: „Erfolgreicher Testlauf“ für Miet-Commerce-Projekt

  1. Klingt interessant, aber bringt das auf absehbare Zeit ein positives EBIT?? Otto kann es sicher eher perspektivisch betrachten, also bin gespannt!

Kommentare sind deaktiviert.