4 Maßnahmen: So will Waschbär vom Händler zur Marke werden

Der auf nachhaltige Produkte spezialisierte Waschbär-Versand will künftig mit einigen Neuerungen bei der Kundschaft punkten. Geplant sind daher in den kommenden beiden Jahren nach eigenen Angaben unter anderem Verbesserungen bei der Produktauswahl und den Service-Leistungen. Übergeordnetes Ziel ist, den Waschbär-Versand so von einem normalen Händler zu einer klaren Marke zu entwickeln.

Waschbär Logo
Das neue Logo (Grafik: Triaz-GmbH)

„Nur weiter ein reiner Händler zu sein, da sehen wir nicht unsere Zukunft“, argumentiert Katharina Hupfer, Geschäftsführerin der Triaz GmbH, zu der Waschbär gehört. „Es geht darum, vom Händler zu einer echten Marke zu werden, die ihren Sinn für die Menschen in den Mittelpunkt stellen kann.“

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in einem ersten Schritt bereits das Logo von Waschbär neu gestaltet. Die neue Grafik zeigt nun das gleichnamige Tier (siehe Abbildung), nachdem das Logo bislang neben einem Waschbären noch den Händlernamen enthalten hatte – plus den Zusatz: „Der Umweltversand“.

Auf so einen Claim verzichten die Freiburger nun, weil die Marke „Waschbär“ ab sofort für sich allein sprechen soll. Doch ob das eine gute Entscheidung ist? Im Vergleich zur alten Grafik wirkt das neue Logo zwar reifer und moderner. Wer Waschbär aber bislang nicht kennt, kann die Grundidee des Unternehmens – das Geschäft mit Öko-Ware – nun gar nicht mehr aus dem Motiv herauslesen.

Das dürfte es nicht gerade vereinfachen, Waschbär als Marke zu etablieren. Glücklicherweise sind aber ja noch weitere Neuerungen geplant. So will man den hauseigenen Online-Shop allgemein technisch verbessern und die Suchfunktion überarbeiten. Zusätzlich soll es künftig erstmals Zahlarten wie PayPal oder den Kauf per Kreditkarte geben, nachdem aktuell nur die Zahlung auf Vorkasse und eine Lieferung auf Rechnung möglich sind. Bahnbrechende Neuerungen sind das aber auch nicht, sondern Standard-Services im deutschen E-Commerce. Auch hier machen die Neuerungen zwar sicher Sinn. Ob solche Verbesserungen aber Waschbär zu einer unverwechselbaren Marke machen, darf bezweifelt werden.

Am meisten Potenzial lauert daher beim Sortiment, das Waschbär ebenfalls anpassen will. Bei seiner eigenen Mode will der Öko-Händler unter anderem Passform und Stil verändern, um zeitgemäßer zu werden. Bei den Hartwaren wiederum wollen die Freiburger ihr Profil schärfen, indem man beim Sourcing auf ein neues Auswahlverfahren setzt. Generell möchte die Triaz GmbH zudem mehr über ihre Produkte erzählen, um die ökologischen und sozialen Anforderungen dahinter transparenter aufzuzeigen. Gerade dieser Punkt könnte ein guter Hebel werden, um Waschbär doch als moderne und wichtige Öko-Marke zu positionieren – was über PayPal und Logo alleine kaum funktionieren dürfte.

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Waschbär wurde 1987 gegründet und bietet Damen-, Herren- und Kindermode an. Ein Großteil davon sind Eigenmarken. Zum Sortiment gehören auch Kosmetik, Wasch- sowie Putzmittel, Heimtextilien und Möbel. Auch bei Hartwaren gibt es die Eigenmarke „Waschbär“. Für alle Sortimente wurden eigene Anforderungen definiert – bei Baumwoll-Textilien zum Beispiel Baumwolle aus biologischem Anbau.

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Über Stephan Randler 2240 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr