„Wachstumsstrategie“: Spreadshirt kooperiert mit eBay

Nachdem Spreadshirt im vergangenen Geschäftsjahr 2014 nur ein hauchdünnes Umsatzplus verbuchen konnte, will der auf individuell bedruckte T-Shirts spezialisierte Mass-Customization-Dienstleister in diesem Jahr wieder deutlich zulegen. Um neue Kunden zu erreichen, betreibt Spreadshirt daher ab sofort zum ersten Mal einen eigenen Store bei eBay Deutschland.

Spreadshirt bei eBayKeine Versandkosten: Der neue Spreadshirt-Shop auf eBay.de (Bild: Screenshot)

Im neuen eBay-Store finden Verbraucher eine Auswahl von rund 1.400 Produkten, die Kunden allesamt versandkostenfrei bekommen – obwohl Spreadshirt in seinem eigenen Online-Shop bei denselben Produkten ein Porto von 2,99 Euro berechnet. Der Hintergrund: eBay empfiehlt Händlern, die Ware ohne Versandkosten anzubieten. So würden viele Nutzer auf dem Online-Marktplatz von vornherein nur Produkte suchen, die Händler ohne Portokosten liefern.

Ebenfalls auffällig: Im eBay-Shop verkauft Spreadshirt nur Produkte mit einem fixen Design, das Kunden selbst nicht ändern können. Das ist insofern interessant, da ja individualisierte Produkte eigentlich das Alleinstellungsmerkmal von Spreadshirt sind. Kunden müssen sich aber bei eBay mit vorgegebenen Designs begnügen, da man individuelle Textilien zunächst über einen Online-Konfigurator am PC gestalten muss. So eine Funktion unterstütze eBay zwar prinzipiell, die Abwicklung sei aber aufwändig. Für Kunden spiele zudem vor allem eine Rolle, dass sie auf einem Online-Marktplatz ein gutes Produkt zu einem guten Preis bekommen.

Aus diesem Grund verkauft Spreadshirt auch auf anderen Online-Marktplätzen nur fertige Produkte mit einem fixen Design. Dass man damit den Nerv der Kunden trifft, verdeutlicht nicht zuletzt der Umstand, dass Spreadshirt nun schon auf sechs Online-Marktplätzen aktiv ist. So bekommt man Textilien mit fixem Design nicht nur bei eBay Deutschland, sondern bereits auch bei Amazon in den USA, Deutschland, Frankreich und UK sowie bei eBay in den USA.

Im vergangenen Geschäftsjahr kam Spreadshirt auf einen Netto-Umsatz von weltweit 71,95 Mio. Euro, so dass es zum Vorjahr fast kein Wachstum gab (2013: 71,86 Mio. Euro). Dabei hatten die Leipziger im vergangenen Jahr ihr Online-Angebot für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert, im Fernsehen geworben und neue Länder-Versionen für Kunden im Ausland an den Start gebracht. Zusätzlich wurden ein Zukauf im Ausland getätigt, da man den brasilianischen Mass-Customization-Dienstleister Vitrinepix übernommen hatte.

Nach eigenen Angaben hatte man aber das vergangene Jahr von vornherein als Übergangsjahr ausgegeben, um Strukturen für weiteres Wachstum zu schaffen. So hätten die Investitionen in die Plattform und der Kauf von Vitrinepix zunächst Ressourcen und Investitionen erfordert, ein Umsatzplus soll sich daher auf längere Sicht bemerkbar machen. Wachsen will Spreadshirt in diesem Jahr außerdem über eine TV-Kampagne, die von Jung von Matt/Spree stammt (siehe Video). Bislang hatte Spreadshirt seine Kreativ-Konzepte zum Großteil selbst entwickelt.

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