PakSafe: Göde-Gruppe will mit eigener Paketbox punkten

Heinrich Dehn

Erst kam der Paketkasten, dann erschien der PaketButler – und jetzt folgt noch der „PakSafe„: Unter diesem Namen testet DHL Paket derzeit erneut eine Paketbox, dank der Kunden ihre Bestellungen aus dem Versandhandel bequem vor ihrer Haustür empfangen sollen. Und während DHL Paket beim PaketButler unter anderem mit der Telekom kooperiert, arbeitet der Logistik-Dienstleister nun auch beim „PakSafe“ mit einem prominenten Partner zusammen.

PakSafeDer „PakSafe“ hängt an der Wohnungstür und hält so den Flur frei (Bild: Göde)

Entwickelt hat den Paketkasten nämlich die deutsche Göde-Gruppe, die im Versandhandel unter anderem mit der Marke „Bayerisches Münzkontor“ vertreten ist und laut dem zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht im Jahr 2013 einen Netto-Umsatz von 75,2 Mio. Euro weltweit über mehrere Marken beim Geschäft mit Münzen, Schmuck und Uhren erzielen konnte.

Völlig neu erfindet man das Rad aber nicht. So erinnert die Lösung von Göde konzeptionell doch stark an den PaketButler, der zum Jahresende auf den Markt kommen soll und dann wahlweise 179 Euro kostet (Kauf) oder für rund zehn Euro Miete im Monat zu haben ist.

Wie der PaketButler wird auch die neue Göde-Box direkt an der Wohnungstür befestigt. Das unterscheidet beide Varianten vom Paketkasten von DHL, der entweder im Garten aufgestellt wird oder an die Hauswand montiert gehört. Die Göde-Gruppe will ihre Lösung also nicht zuletzt solchen Verbrauchern schmackhaft machen, die kein eigenes Haus bewohnen.

Neue Göde-Box soll die „Limitierungen von anderen Lösungen“ überwinden

Auf diesem Prinzip basiert auch der PaketButler. Weitere Gemeinsamkeit der beiden Boxen: Sowohl der PaketButler als auch der PakSafe stehen prinzipiell allen Paket-Zustellern offen, während DHL in seinen Kästen nur Pakete der hauseigenen Zusteller hinterlegen lässt.

Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheidet sich der neue PakSafe dann aber doch ein wenig vom PaketButler. Während Nutzer nämlich diese Paketbox vor ihrer Wohnung auf dem Boden platzieren müssen, wird der neue PakSafe einfach an die Eingangstür gehängt (siehe Foto).

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wittert die Göde-Gruppe durchaus Chancen für ihre neue Eigenentwicklung. „Durch seine besondere, hängende Anbringung versperrt die Box in Mietshäusern nicht die Flure„, argumentiert Göde-Sprecher Andreas Runkel. „Wir sehen ein großes Potenzial für die Zukunft, weil unser Produkt die Limitierungen von anderen Lösungen überwinden kann.

Der PakSafe besteht aus pulverbeschichtetem Aluminium (Metallgürtel), robustem Nylon (Sack) und einem Sicherungsgurt aus metallverstärktem Nylon, mit dem man die Box diebstahlsicher an der Wohnungstür befestigen kann. Der Gurt wird einfach über die Tür gelegt und klemmt sich fest, wenn man die Wohnungstür von außen schließt. Damit der Gurt nicht abrutschen kann, befindet sich ein Stopper auf der Seite, die oben an der Tür eingeklemmt wird.

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DHL PaketkastenMit dem Paketkasten hat DHL den Markt ins Rollen gebracht (Bild: DHL Paket)

Der PakSafe lässt sich entweder über einen RFID-Chip öffnen oder über eine PIN, die man über ein Tastenfeld an der Box eintippen kann. Momentan läuft in Aschaffenburg – wo auch die Göde-Gruppe ihren Firmensitz hat – bereits ein Pilotprojekt mit rund einhundert Teilnehmern, an dem DHL beteiligt ist. Der Marktstart ist bereits für Oktober geplant, angeboten werden soll der PakSafe in einem Mietkaufmodell. Genaue Preise stehen aktuell aber noch nicht fest.

Die prinzipielle Idee hinter allen Paketkästen ist, dass Kunden beim Online-Shopping künftig mehr Komfort bekommen. So sollen Kunden ihre Bestellungen auch dann erhalten, wenn sie bei der Zustellung nicht zu Hause sind. Weil die Pakete in einer Box vor der Haustür deponiert werden, müssen Kunden ihre Bestellungen auch nicht mehr beim Nachbar oder einem Laden hinterlegen lassen – wo man die Pakete dann ja auch erst wieder selbst abholen muss.

Weil DHL mit seinem Paketkasten aber ein eigenes Süppchen kocht und einen Quasi-Standard zu setzen droht, entwickeln die konkurrierenden Zusteller Hermes, DPD, GLS und UPS gerade eine alternative Lösung. Dieses Verbundprojekt wird derzeit unter den Namen „ParcelLock“ getestet, auf den Markt kommen soll die Alternative zum DHL-System noch in diesem Herbst.

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