„Internet kennt keine Grenzen“: Otto Versand startet in der Schweiz

Im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 konnte der Otto-Versand hierzulande einen Netto-Umsatz von 2,722 Mrd. Euro einfahren. Im Ausland dagegen ist der Universalversender eine kleine Nummer. Zwar verkaufen die Hanseaten als „Otto Versand“ seit Jahrzehnten in Österreich. In der Schweiz dagegen ist der Otto-Versand bislang noch nicht vertreten – was sich nun aber ändern soll.

Harald Gutschi
Unito-Chef Harald Gutschi (Bild: Unito)

Geplant ist konkret, dass der Otto-Versand bereits im zweiten Halbjahr 2017 in der Schweiz starten soll. Verantwortlich für den Markteintritt und das Versandgeschäft ist die Unito-Gruppe aus Österreich, die – wie der Otto-Versand – eine Tochter der gesamten Otto-Gruppe ist.

„Wir wollen mit Otto Schweiz eine junge und modische Marke auf den Markt bringen“, freut sich Unito-Chef Harald Gutschi (siehe Foto). Starten soll das Angebot dann unter der Domain Otto-Shop.ch, die aktuell noch auf den Jelmoli Versand verweist, der ebenfalls zur Otto-Gruppe gehört.

Viel spricht dafür, dass Otto mit dem Marktstart in der Schweiz richtig liegt. Den Schweizer Markt bedient die Unito-Gruppe zwar bereits über ihre beiden Universalversender Ackermann und Quelle. Die beiden weiteren Unito-Händler Otto Österreich sowie der Universal Versand beliefern dagegen keine Kunden in der Schweiz. Doch es spricht noch mehr für den Marktstart von Otto in der Schweiz.

„Otto ist eine Leitmarke der Otto Group“, weiß Gutschi. „Viele Kunden aus der Schweiz kaufen daher im deutschen Online-Shop und lassen sich Bestellungen an Paketshops im Ausland liefern, wo sie die Ware dann abholen.“ Bedarf an einem Schweizer Shop scheint es also zu geben. Und im Idealfall kann die Unito-Gruppe diese Nachfrage in der Praxis obendrein mit einem überschaubaren Budget bedienen.

Zum einen wird das Schweizer Otto-Geschäft zentral über das Unito-Büro in Graz (Österreich) gesteuert, so dass vor Ort kein lokales Team aufgebaut werden muss. Und während sich die Kollegen in Österreich um Marketing und Service kümmern, liefert die Otto-Zentrale aus Hamburg die Pakete in die Schweiz.

Otto Schweiz soll von Abstrahleffekten der Marke profitieren

Beim Marketing setzt man zudem auf ein reines Online-Konzept. Investiert wird daher nicht in Print-Kataloge, sondern in Performance-Marketing-Maßnahmen wie Anzeigen in Online-Suchmaschinen.

Profitieren will die Unito-Gruppe zudem davon, dass die Marke „Otto“ in der Schweiz bereits heute sehr bekannt ist – auch ohne einen Online-Shop. „Das Internet kennt keine Grenzen“, verdeutlicht Unito-Chef Gutschi. „Online- und Offline-Werbepräsenz von Otto in Deutschland und Otto Österreich gibt es auch in der Schweiz, so dass wir hier von Abstrahl- und Ausstrahleffekten der Marke profitieren können.“

Die Otto-Tochter Unito hatte erst im vergangenen Jahr damit begonnen, einzelne Nischen-Shops der Otto-Gruppe aus Deutschland zu internationalisieren. In Österreich und der Schweiz wurden daher der Matratzen-Shop Schlafwelt und der Bademode-Shop Lascana an den Start gebracht, von Lascana auch noch zusätzliche Länderversionen für Kunden in Tschechien, Ungarn und der Slowakei gestartet.

Nach Angaben der Otto-Tochter laufe Lascana in allen Märkten hervorragend, in der Schweiz und in Österreich wurde Schlafwelt dagegen in „Ideas for Home“ umbenannt. Zwar können Kunden auch hier Matratzen, Lattenroste und Bettwaren kaufen. Im Sortiment sind hier nun aber auch Möbel und Wohn-Accessoires. Durch die breitere Aufstellung will man Umsatz und Ertrag erhöhen.

Mit der Händlermarke „Otto“ ist die Unito-Gruppe auch in Ungarn, Tschechien und der Slowakei aktiv.

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