[Anzeige] Online-Shop-Experte im Interview: “Es ist nie zu spät, umzustellen“

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Wir haben mit Hauke Rahm, Vice President of Customer Success bei commercetools, über die stetigen Veränderungen im E-Commerce gesprochen. Er erklärt uns, wie es zum Headless Commerce Ansatz kam, warum diese Shop-Tech-Entwicklung so entscheidend für Unternehmen ist und wie Unternehmen auch ohne viel Risiko technologische Veränderungen angehen können.

Hauke Rahm commercetools
Hauke Rahm (Bild: commercetools)
Wie und wann kam es zur Erkenntnis, dass es andere Shop-Lösungen und -Ansätze für E-Commerce-Systeme geben muss?

Schon Anfang der 2010er Jahre erkannte Dirk Hoerig, Mitbegründer und CEO von commercetools, dass der Einfluss des iPhones auf den Handel weitaus größer sein würde, als von herkömmlichen Handelslösungen erwartet. Er sah richtig voraus, dass Marken schon bald mehr technische Flexibilität benötigen würden, um auf die sich ändernden Touchpoints und Verhaltensweisen der Verbraucher einzugehen und so wettbewerbsfähig zu bleiben. Dirk prägte daraufhin den Begriff „Headless Commerce“, der sich auf den Ansatz bezieht, die Backend-Lösung, die die gesamte Commerce-Funktionalität verwaltet, von der Frontend-Erfahrung zu entkoppeln – also im Wesentlichen von allem, was die Verbraucher sehen und womit sie interagieren.

So ein Ansatz war damals neu. Musste viel Erklärungsarbeit geleistet werden?

Genauso wie Smartphones anfangs auf große Skepsis stießen, gab und gibt es Menschen, die sich aus Angst vor Innovationen zurückhalten. Einige haben auch nicht daran geglaubt, dass sich die Art und Weise, wie wir einkaufen, so stark entwickeln würde, wie es im letzten Jahrzehnt der Fall war. Aber das änderte sich schnell. Als im Laufe der Jahre neue Berührungspunkte in dem von Dirk vorhergesagten Tempo auftauchten (z. B. Mobile, In-Car-Commerce, Social Media), konnten wir leicht den lang- und kurzfristigen Wert einer cloud-nativen, technologieunabhängigen Lösung aufzeigen, die unabhängige Komponenten bietet, die leicht ausgetauscht werden können: Jedes Unternehmen möchte in der Lage sein, proaktiv zu handeln, anstatt ständig zu reagieren. Heute ist „API-first“ ein gängiger Begriff in der Branche, so wie Streaming im Filmsektor.

Warum sind MACH-Architekturen so gut geeignet für den E-Commerce?

Der Wandel ist die einzige Konstante im digitalen Handel von heute. Geschäftsprozesse, Technologie und das Verbraucherverhalten sind dabei drei Säulen, die sich garantiert und auch in unterschiedlichem Tempo weiterentwickeln werden. Wenn sie entkoppelt sind, können Unternehmen sie selbst steuern, anstatt von ihnen gesteuert zu werden. MACH ermöglicht diese Entkopplung. Und Commerce-Architekturen, die auf Microservices basieren, API-first, Cloud-nativ und wirklich miteinander kombinierbar sind, ermöglichen es den Unternehmen wirklich effektiv, zukunftssicher und proaktiv auf neue Technologien, Marktveränderungen und Verbrauchertrends zu reagieren.

Was kannst du Unternehmen raten, die jetzt vor Software-Entscheidungen stehen?

Sie sollten in Technologien und Ansätze investieren, die digitale Fähigkeiten fördern und Risiken reduzieren. Wir wissen, dass die Risikoquellen im digitalen Handel immer größer und vielfältiger werden. Deshalb brauchen sie Technologien, die den schnellen Veränderungen Rechnung tragen. Strategische Risiken wird es im Geschäftsleben immer geben, aber die Umsetzung und Durchführung von schrittweisen Innovationen sollte reibungslos sein. Aus diesem Grund werde ich immer ein Befürworter von wirklich kompatiblen Systemen sein.

Und was, wenn ein monolithisches System bereits im Einsatz ist?

Es ist nie zu spät, umzustellen. Je eher Entscheider dem Unternehmen die technische Flexibilität geben, die es braucht, um jetzt und in Zukunft erfolgreich zu sein, desto eher können sie in andere relevante Geschäftsfaktoren investieren, um die Marktwirkung und -durchdringung zu erhöhen. In vielen Fällen können Unternehmen sogar damit anfangen, die monolithische Umgebung einfach durch Komponenten zu erweitern. Sie können jetzt damit beginnen, das Risiko zu verringern, indem sie sich auf eine Reise der kontinuierlichen Verbesserungen begeben und den ganz großen Knall vermeiden. Der Monolith wird dann von selbst verschwinden.

Gibt es noch Anwendungsfälle, bei denen sich ein All-in-One-Tool lohnt?

All-in-One bedeutet, dass Unternehmen sich an die Lösung anpassen. Composable Commerce und MACH bedeuten stattdessen, dass man die Lösung an ein Unternehmen anpasst – oder besser gesagt: Unternehmen finden genau ihre Lösung für ihr Unternehmen.

In dem Moment, in dem Entscheider diesen Unterschied erkennen, macht der Wechsel zu Composable Sinn. Kleinere Unternehmen profitieren vielleicht noch vom traditionellen Ansatz, aber er bietet nicht die gleiche Flexibilität und Skalierbarkeit für Unternehmen.

Wie können Unternehmen mit Composable Commerce starten?

Der erste Schritt ist es, ein akutes kundenorientiertes Geschäftsproblem zu identifizieren, etwa eine Werbeaktion, einen Produktkatalog oder einen Checkout. Dann arbeitet man daran, eine kompatible Lösung dafür zu entwickeln, und danach baut man mit weiteren kompatiblen Lösungen weiter. Es ist ein schrittweiser Prozess. commercetools gibt Marken auf der ganzen Welt die unbegrenzte Flexibilität, herausragende, skalierbare Commerce-Erlebnisse zu liefern und neue Märkte und umsatzsteigernde Möglichkeiten in ihrem eigenen Tempo zu nutzen – ohne technische und operative Risiken.

In unserer Kategorie Shop-Tech informieren wir regelmäßig über neue und innovative Technologien und Themen für Entscheider im E-Commerce. Diese Rubrik wird unterstützt von der Digitalagentur kernpunkt.

Judith Geuking Über die Autorin:

Judith Geuking ist Online-Redakteurin und Content-Strategin für SaaS-Startups und Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen. Sie beschäftigt sich mit neuen Technologien und Lösungen, die die Arbeit einfacher machen und für bessere digitale Erfahrungen in Online-Shops und Co. sorgen – auf Unternehmens- wie auch auf Nutzer-Seite.

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