Pilotprojekt „PaketFuxx“: Hermes will mehr Pakete beim Nachbarn abgeben

Seit kurzer Zeit testet Paket-Zusteller Hermes unter dem Namen „PaketFuxx“ ein neues Pilotprojekt, bei dem Verbraucher für andere Mitbürger die Pakete annehmen und anschließend bei sich zu Hause aufbewahren, bis die eigentlichen Empfänger ihre Sendungen abholen. Das ist unter guten Nachbarn an sich zwar durchaus schon seit Jahren üblich, ohne dass es dazu extra Hermes braucht. Doch nun will Hermes die „Nachbarschaftshilfe professionalisieren“ – wenn auch etwas anders als zunächst geplant.

Hermes Zustellung
Hermes-Zusteller (Bild: Hermes Germany)

Doch der Reihe nach. Zunächst einmal ist ein „PaketFuxx“ eine private Person, die in ihrer eigenen Wohnung regelmäßig Pakete für ihre Nachbarn annimmt. Wer das machen will, muss dazu die PaketFuxx-App auf seinem Smartphone installieren und sich dazu bei Hermes mit seinem Ausweis registrieren.

Danach wird die eigene Wohnung als PaketFuxx-Adresse in der App integriert, so dass andere Bürger hier ihr Paket anliefern lassen können. Dazu müssen sie neben ihrem Namen zusätzlich Name und Adresse von ihrem PaketFuxx im c/o-Feld beim Check-out angeben, wenn sie zum Beispiel online bestellen.

Beim PaketFuxx selbst ist die Vorgehensweise im Prinzip dann auch nicht anders, als es etwa bei einer Zustellung an einen klassischen Paket-Shop von Hermes der Fall ist. Sobald der Hermes-Bote kommt, müssen PaketFüxxe die Sendungen mit der Hermes-App auf ihrem Smartphone einscannen und so den Empfang quittieren. Anschließend bekommen Empfänger eine Benachrichtigung, dass ihr Paket vor Ort abholbereit ist. Bei der Abholung wird das Paket erneut gescannt und dann dem Kunden ausgehändigt, wobei auch hier – wie bei einem Paket-Shop – der Empfänger seinen Personalausweis vorzeigen muss.

PaketFuxx
Hermes macht jetzt Privatwohnungen zu Paket-Shops (Grafik: Hermes Germany)

Auf Nachfrage von neuhandeln.de zeigt sich Hermes mit dem aktuellen Projektstatus zufrieden. Weil der Dienst nach wie vor „ganz frisch“ am Markt sei, nennt man zwar keine Nutzungszahlen. Bei den Nutzern bemerke man aber eine „hohe Zufriedenheit“, wenn sie ihre Sendungen an einen PaketFuxx zustellen lassen und dort abholen. Nachvollziehbar. Schließlich ist eine Abholung bei Privatpersonen bisweilen auch dann noch möglich, wenn reguläre Paket-Shops bereits geschlossen haben. Vor diesem Hintergrund würden die PaketFüxxe auch das Netzwerk an klassischen Paket-Shops „ideal ergänzen“.

Und Hermes kann es ja letztlich egal sein, wo Zusteller die Pakete abliefern: Solange mehrere Pakete gebündelt an einem Ort abgegeben werden, werden Zusteller schnell ihre Sendungen los und haben nicht mehrere Zustellversuche an der Haustür einzelner Empfänger vor der Brust. Passend dazu war der ursprüngliche Plan daher gewesen, auch Privatpersonen für die Paketannahme zu entlohnen.

So hatte Hermes zum Projekt-Start seinen PaketFüxxen zunächst 30 Cent für jedes Paket gegeben, das sie zu Hause bei sich angenommen haben. „Der monetäre Aspekt war für unsere Zielgruppe aber weniger relevant“, erklärt Hermes. „Eine erste Evaluierung und zahlreiche direkte Gespräche zeigen, dass insbesondere der Gedanke der Nachbarschaftshilfe viele zu einer Teilnahme bewogen hat.“

Deshalb gibt es seit 01. Juli keine 30 Cent mehr pro Paket, sondern pro empfangener Sendung einen so genannten „Paketpunkt“. Ab einer bestimmten Anzahl von gesammelten Punkten können PaketFüxxe nun soziale/gemeinnützige Projekte in ihrer Umgebung vorschlagen, die sie unterstützen möchten – und zwar mit der Summe, die sonst Hermes für die Paketannahme ihrer Nachbarn überwiesen hätte.

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Über Stephan Randler 2653 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.