„Nachhaltige Lösung gefunden“: Das plant Media-Saturn jetzt in Russland

Die MediaMarktSaturn-Gruppe restrukturiert ihr Russland-Geschäft, wo der deutsche Handelskonzern aktuell noch mit der Vertriebsmarke „Media Markt“ aktiv ist und dort Kunden über einen Online-Shop sowie stationäre Stores bedient. Die Marke „Media Markt“ soll aber in Zukunft verschwinden und die Russland-Aktivitäten dann in den einheimischen Händlermarken M.video und Eldorado aufgehen.

Pieter Haas
Pieter Haas (Bild: MediaSaturn)

Der Hintergrund: Die beiden russischen Elektronik-Märkte gehören dem einheimischen Safmar-Konzern, an den die MediaMarktSaturn-Gruppe ihr russisches Geschäft übertragen will. Im Gegenzug will Media-Saturn eine strategische Beteiligung von 15 Prozent an der Safmar-Tochter M.video.

Dafür zahlt MediaSaturn zunächst 258 Mio. Euro. Dieser Kaufpreis kann sich in den Jahren 2018 und 2019 um bis zu 86 Mio. Euro reduzieren, wenn der russische Elektronik-Händler M.video bestimmte EBITDA-Ziele erreicht. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt der üblichen Voraussetzungen wie regulatorischer Freigaben. Der Abschluss ist im September 2018 geplant.

„Durch die Transaktion bleiben wir im russischen Markt aktiv und haben eine nachhaltige Lösung für unsere Russland-Aktivitäten gefunden“, freut sich Pieter Haas (siehe Foto), CEO von MediaSaturn.

Das Russland-Geschäft von Media-Markt dagegen hatte zuletzt wenig Freude bereitet. Hier war die Gruppe im Jahr 2006 gestartet und hatte 67 Stores in Spitzenzeiten bereits betrieben. Zuletzt gab es allerdings einen starken Umsatz- und Margendruck, wofür der deutsche Handelskonzern seinen geringen Marktanteil vor Ort und einen „intensiven lokalen Wettbewerb“ verantwortlich macht. Im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende: 30. September) kam die Gruppe daher zwar auf einen Netto-Umsatz von 526 Mio. Euro, parallel wurde aber ein Verlust von 26 Mio. Euro eingefahren (EBIT).

Die angespannte Lage hat sich in diesem Frühjahr verschärft, als M.video den direkten Wettbewerber Eldorado übernommen hat. Beide Marken kommen so auf einen Marktanteil von 25,9 Prozent am russischen Elektronik-Handel, während MediaSaturn hier nach Marktanalysen bei 3,0 Prozent steht.

MediaMarkt Russland
Die geplante Transaktionsstruktur im Überblick (Grafik: MediaMarktSaturn)

Durch die Transaktion (siehe Grafik) kann der deutsche Handelskonzern seine operativen Verluste in Russland beenden und als Anteilseigner von M.video weiter vom Elektronik-Geschäft profitieren. Der Schritt ist quasi alternativlos: Um das vorhandene Russland-Geschäft voranzutreiben, wären nun „substanzielle Investitionen“ notwendig gewesen. Bei einem kompletten Rückzug aus Russland hätten wiederum signifikante Kosten für die Kündigung von Mietverträgen und den Personalabbau gedroht.

PS: Verpassen Sie keine Beiträge mehr! Jeden Freitag liefert Ihnen unser Newsletter alle Nachrichten, Analysen und Insider-Infos der Woche kostenlos in Ihr Postfach. 4.474 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel nutzen diesen Service schon, um up-to-date zu bleiben. Jetzt hier anmelden:

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung. Die Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen. *Pflichtfeld

Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr