Mehr Umsatz als erwartet: Sport Thieme profitiert vom Wettbewerb

Der Spezialversender Sport Thieme hat im vorletzten Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 31. März) einen Netto-Umsatz von 51,3 Mio. Euro eingefahren. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss für diese Berichtsperiode hervor. Demnach konnte der Spezialist für Sportartikel und Vereinsbedarf seinen Umsatz zum Vorjahr um 9,9 Prozent erhöhen. Damit steht nicht nur ein fast zweistelliges Plus in den Büchern. Die Niedersachsen konnten auch ihre eigene Prognose toppen, da Sport Thieme im Vorfeld nur mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent gerechnet hatte.

Maximilian Hohe
Thieme-Geschäftsführer Maximilian Hohe (Bild: Sport Thieme)

Für das starke Wachstum nennt der Spezialversender in seinem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht gleich mehrere Gründe. Demnach konnte Sport Thieme vor allem seine Umsätze mit Schulen und Behörden sowie Kunden aus dem Ausland steigern, wo der Spezialversender bereits ein Fünftel von seinem Umsatz macht.

Auch die Umsätze im E-Commerce hatten sich erhöht, wo der Spezialversender nach eigenen Angaben sogar „überdurchschnittliche Zuwächse“ verbuchen konnte. Genaue Hintergründe will Sport Thieme aber auch auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht verraten.

Profitieren konnte Sport Thieme aber generell davon, dass die kommunalen Ausgaben im Jahr 2014 gestiegen sind und auch Verbraucher wieder mehr Geld ausgegeben haben. Beim knapp zweistelligen Wachstum im Geschäftsjahr 2014/2015 konnte Sport Thieme zudem davon profitieren, dass der Wettbewerb geschwächelt hat. So heißt es im Geschäftsbericht, dass der Spezialversender „von den Lieferproblemen eines großen Wettbewerbers profitieren“ konnte. Konkret gemeint ist damit die Erhard Sport International GmbH, die Insolvenz anmelden musste und im Herbst 2015 aufgelöst wurde.

Positive Umsatzentwicklung setzt sich im Folgejahr fort

Während sich aber der Umsatz deutlich verbessert hat, ist der Jahresüberschuss deutlich von zuvor 1,8 Mio. Euro auf 0,9 Mio. Euro gesunken. Beim Blick auf die einzelnen Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung fällt zwar auf, dass der Rohertrag zunächst um 10,2 Prozent gestiegen ist. Parallel haben sich aber die Kosten für das Personal durch zusätzliche Mitarbeiter und die tarifliche Erhöhung der Löhne und Gehälter erhöht. Durch höhere IT-Kosten sind zudem die Aufwendungen für die Verwaltung gestiegen. Dazu erhöhten sich Grundstückskosten durch gestiegene Pachtzahlungen.

Sport Thieme gilt als eines der bedeutendsten Versandhäuser für den institutionalisierten Sport in Europa. Der Spezialversender verkauft in zwölf Ländern mit seinem Print-Katalog und betreut aktuell neun eigene Online-Shops (inkl. dem deutschen Online-Angebot) sowie zwei weitere Web-Shops von ausländischen Partnern in Norwegen und Finnland. In Deutschland betreibt das Familienunternehmen fünf Standorte. Neben dem Hauptsitz im niedersächsischen Grasleben gibt es aktuell noch vier Büros in Berlin, Düsseldorf, Nürnberg und Leipzig. Hier beraten Mitarbeiter potenzielle Kunden wie Schulen oder Vereine bei beratungsintensiven Anschaffungen wie Spielplatzgeräten oder Geräten für Turnhallen.

Nach Informationen von neuhandeln.de konnte Sport Thieme die positive Entwicklung aus dem Geschäftsjahr 2014/2015 auch in der folgenden Berichtsperiode fortsetzen, was mit am Aus des Wettbewerbers Erhard Sport liegen dürfte. Konkrete Zahlen liegen aktuell aber noch nicht vor.

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Über Stephan Randler 2051 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr