Online-Apotheken: Aponeo übertrifft eigenes Umsatzziel deutlich

Die Online-Apotheke Aponeo hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Netto-Umsatz von 44 Mio. Euro eingefahren. Damit konnten die Berliner gleich um 22 Prozent zulegen, nachdem sich das Wachstum in den vergangenen Jahren etwas abgeschwächt hatte. Das letzte vergleichbare Wachstum datiert daher auch schon aus dem Geschäftsjahr 2010, als Aponeo ebenfalls um 22 Prozent zulegen konnte – damals aber auf einem deutlich geringeren Umsatzniveau von zuvor 23 Mio. auf 28 Mio. Euro (siehe Grafik).

Aponeo Umsatz
Im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Umsatzschub (Bild: eigene Grafik)

Das ursprüngliche Ziel für das vergangene Geschäftsjahr war übrigens, über 40 Mio. Euro Umsatz zu erzielen. Diese Vorgabe hat Aponeo nun deutlich übertreffen können. Dabei wurde der Löwenanteil vom Umsatz über rezeptfreie Medikamente erzielt (z.B. Aspirin) sowie mit Beauty-, Kosmetik-, Wellness- und homöopathischen Produkten. Rezeptpflichtige Medikamente spielen beim Geschäft dagegen eine untergeordnete Rolle, was aber bei den meisten Versandapotheken in Deutschland ähnlich sein dürfte.

Schließlich ist hier die Bestellung komplizierter als bei Aspirin und Beauty-Produkten, da Kunden zuerst ihr Rezept per Brief an die Versandapotheke schicken müssen. Wenn Verbraucher ihr Rezept daher in einer stationären Apotheke abgeben, dürften sie schneller an ihr Medikamente kommen – womit für die Kunden ein entscheidender Grund fehlt, um die Arznei überhaupt online zu bestellen.

Aponeo-Strategie: Innovative Services statt Dumping-Preise

Wachsen konnte Aponeo zum einen, weil die Zahl der Kunden erneut gestiegen ist. Angaben zu aktiven Kunden macht die Online-Apotheke zwar nicht. Seit dem Start im Jahr 2007 hätten nun aber insgesamt schon 1,3 Mio. Verbraucher bei Aponeo bestellt. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch deutlich unter der Millionengrenze. Aponeo profitiere zudem davon, dass viele Stammkunden immer wieder kaufen.

Hartmut Deiwick
Hartmut Deiwick (Bild: Management Forum)

Befeuert wurde das Wachstum prinzipiell auch dadurch, dass Aponeo wieder mehr in Marketing investiert hat. Denn ein Jahr zuvor wurden die Ausgaben für Marketing reduziert, wodurch es nur ein Mini-Plus von drei Prozent gab. In günstigere Preise investiert Aponeo aber auch jetzt nicht.

“Das bisherige Wachstum hat ohne eine nennenswerte Veränderung der Produkt- und Preispolitik funktioniert”, freut sich der Kaufmännische Leiter Hartmut Deiwick (siehe Foto links) im Gespräch mit neuhandeln.de. “Wir wollen weiterhin kein Billig-Anbieter sein, sondern in allen Belangen auf Anspruch setzen.” Dieser macht sich gerade bei der Logistik bemerkbar.

Zur Erinnerung: Seit Herbst 2013 beliefert Aponeo seine Kunden in Berlin noch am selben Tag mit ihrer Bestellung (Motto: “Berlin Express”). Wer dabei vor 12 Uhr online bestellt und im Großraum Berlin wohnt, bekommt die Ware automatisch noch am Tag der Bestellung zugestellt. Einen Aufpreis berechnet Aponeo dabei nicht, es gelten die normalen Versandbedingungen. Zugestellt wird die Ware wahlweise zwischen 18 und 20 Uhr oder zwischen 20 und 22 Uhr.

Rezeptpflichtige Medikamente konnte Aponeo zunächst nicht am selben Tag liefern, weil die Kunden das Rezept dafür ja erst bei der Online-Apotheke einreichen müssen. Seit einem Jahr testet Aponeo dennoch Same-Day-Delivery für rezeptpflichtige Medikamente. Hier müssen Kunden bis 12 Uhr bei der Online-Apotheke anrufen. Anschließend macht sich ein DHL-Kurier auf den Weg zum Kunden, um bei ihm das Rezept abzuholen. Mit dem Rezept kann Aponeo dann das Paket fertig machen.

“Bei der rezeptpflichtigen Bestellung sind die absoluten Zahlen zwar noch überschaubar”, berichtet Deiwick. “Das macht aber nichts, denn jeder Lieferservice, den wir anbieten, zahlt beim Kunden auf unser Image ein, ein verlässlicher Lieferpartner zu sein.” Aus diesem Grund will Aponeo weiter in Same-Day-Delivery investieren. Angedacht ist daher weiterhin, die Zustellung am selben Tag künftig auch in anderen Regionen anzubieten. Vor einem Jahr hatte Deiwick bereits durchblicken lassen, dass man über ein Pilotprojekt in Leipzig nachdenke. Das Thema sei noch aktuell, mehr stehe aber nicht fest.


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Übrigens: Von den 44 Mio. Euro Gesamtumsatz wurden zwei Mio. Euro über das stationäre Geschäft von Aponeo in Berlin generiert, das sich beim Versandlager befindet. Der Hintergrund: Arzneimittel versenden dürfen nur Apotheken, die in rechtlicher Hinsicht alle Voraussetzungen einer regulären Apotheke erfüllen und deshalb unter anderem eine Präsenz vor Ort brauchen. Das Stationärgeschäft in Berlin-Lichtenberg hatte Aponeo-Gründer Konstantin Primbas zudem schon betrieben, bevor er 2006 mit Aponeo in den Versandhandel einstieg – damals firmierte das Geschäft noch als Bären-Apotheke.

Zum Ergebnis macht Aponeo auch auf Nachfrage von neuhandeln.de keine konkreten Angaben.

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