Media-Saturn: Redcoon-Umsatz sinkt, Club-Programm boomt

Adreko

Die Media-Saturn-Gruppe hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2015/2016 (Stichtag: 30. September) einen Online-Umsatz in Höhe von 435 Mio. Euro netto über alle E-Commerce-Aktivitäten erzielen können, wie die Konzern-Mutter Metro berichtet. Im Vorjahreszeitraum (Anfang April bis Ende Juni 2015) kam Media-Saturn erst auf einen Online-Umsatz von 404 Mio. Euro (siehe Grafik), wodurch sich im Jahresvergleich ein Wachstum von rund 7,8 Prozent beim Online-Geschäft ergibt.

Media-Saturn Online-Umsatz
Media-Saturn konnte online erneut seinen Umsatz steigern (Grafik: Metro)

Bei den Online-Shops der Vertriebsmarken Media Markt und Saturn fällt das Wachstum sogar stärker aus. Hier gab es gleich ein Wachstum von 34,7 Prozent im dritten Quartal des Jahres 2015/16. Dieses starke Wachstum beruht unter anderem darauf, dass das Online-Sortiment weiter ausgebaut wird.

Während aber das Online-Geschäft bei Media-Markt und Saturn brummt, gehen die Internet-Umsätze bei dem Online-Pureplayer Redcoon aus der Handelsgruppe weiter zurück. Hintergrund ist, dass die Gruppe bei dem 2011 übernommenen Elektronik-Versender die Strategie geändert hat. Seit dem Start in das laufende Geschäftsjahr 2015/16 beschafft Redcoon daher keine Produkte mehr günstig auf dem Graumarkt. Dadurch kann der Händler keinen Preisvorteil mehr an Kunden weitergeben, wodurch der Elektronik-Versender nicht mehr so preisattraktiv ist. Durch die neue Strategie betreibt Redcoon auch keinen Großhandel mehr mit Graumarkt-Ware, über den zusätzliche Umsätze erzielt wurden.

„Media Markt Club“: Mehr als 1,5 Mio. Kunden bereits Mitglied

Interessant in diesem Zusammenhang: Über alle Vertriebskanäle (offline und online) konnte die Media-Saturn-Gruppe ihren Gesamtumsatz im dritten Quartal 2015/16 um 1,5 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro netto erhöhen. Bei 435 Mio. Euro Online-Umsatz beträgt der E-Commerce-Anteil damit rund 9,3 Prozent.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr gab es bei einem Online-Umsatz von 404 Mio. Euro einen Gesamtumsatz von 4,6 Mrd. Euro, was einen Online-Anteil von rund 8,7 Prozent bedeutet. Allerdings verschwimmen hier ein wenig die Grenzen, da nach wie vor fast jede zweite Online-Bestellung (40 Prozent) von Kunden in einem Markt vor Ort abgeholt wird. Diese hohe Abholrate begründet der Metro-Konzern unter anderem damit, dass Kunden ihre Ware in vielen Fällen sofort haben möchten oder lieber zu einem verbindlichen Termin selbst abholen anstatt zu Hause auf den Paketboten warten zu müssen.

Media Markt Club
Die neue Club-Karte (Bild: Media Saturn)

Trotz Wachstum hat sich im dritten Quartal 2015/16 aber das Ergebnis der Gruppe verschlechtert. So sank das EBIT vor Sonderfaktoren von zuvor -60 Mio. auf -77 Mio. Euro. Schuld waren unter anderem ein „ungünstiger Produkt- und Margenmix“ und Investitionen in den „Media Markt Club„.

Zur Erinnerung: Seit Februar 2016 bietet die Handelsgruppe für ihre Vertriebsmarke “Media Markt” ein eigenes Treueprogramm an. Mitglieder können sich zum Beispiel ein Elektro-Großgerät umsonst liefern lassen, erhalten ein verlängertes Umtauschrecht und werden für regelmäßige Einkäufe mit Gutscheinen belohnt.

Dieses Angebot kommt an: So konnte die Gruppe nach eigenen Angaben seit Februar bereits 1,5 Mio. Mitglieder für den Club gewinnen, darunter etwa 800.000 Kunden aus Deutschland. Wieviele aller Kunden von Media-Markt damit Mitglied im neuen Club-Programm sind und was die langfristige Zielsetzung ist, verrät der Konzern zwar nicht. Nach eigenen Angaben sollen aber Club-Mitglieder mehr und öfter bei Media-Markt kaufen. Auch deshalb steht wohl das nächste Treueprogramm vor dem Start. So will die Gruppe noch in diesem Herbst mit der “Saturn Card” an den Markt treten.

Aktuell ist die Media-Saturn-Gruppe vor Ort in 15 europäischen Ländern aktiv. Vom Online-Shop von Saturn gibt es vier Länderangebote, bei Media-Markt sind es 13 Länder-Shops. Redcoon verkauft in acht Ländern Europas. Im Online-Umsatz der Gruppe ist zudem das Geschäft des russischen Elektronik-Händlers 003.ru enthalten, den Media-Saturn vor dreieinhalb Jahren übernommen hatte. Zum Online-Portfolio zählt zudem das Live-Shopping-Portal iBood.com, an dem die Gruppe die Mehrheit hält.

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