dm-Chef Erich Harsch: „Online-Handel entwickelt sich sehr positiv“

Bei der Drogeriemarkt-Kette dm scheint die Online-Strategie aufzugehen. Denn die Karlsruher konnten nach eigenen Angaben den Online-Umsatz im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende: 30. September) um 80 Prozent erhöhen. Konkret beziffert dm die Umsätze im E-Commerce zwar nicht. Im Gespräch mit neuhandeln.de lässt dm allerdings durchblicken, dass der Online-Anteil am gesamten Deutschland-Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr „im niederen einstelligen Prozentbereich“ liege.

Erich Harsch
dm-Chef Erich Harsch (Bild: dm)

Generell konnte dm im vergangenen Geschäftsjahr über alle Vertriebskanäle den Umsatz hierzulande um 4,8 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro brutto erhöhen. Nimmt man diese Zahl als Maßstab, so dürfte der Online-Umsatz zwischen 80 Mio. Euro (1% Anteil) und 240 Mio. Euro (3% Anteil) brutto liegen – im zweiten vollen Geschäftsjahr nach dem Start im Sommer 2015.

„Der Online-Handel entwickelt sich weiterhin sehr positiv“, freut sich daher Erich Harsch (siehe Foto), Vorsitzender der Geschäftsführung von dm. Ihm zufolge gibt es mehrere Gründe für die gute Entwicklung.

So würden Kunden generell das Angebot annehmen, weil sie online unter anderem eine zunehmend größere Auswahl bekommen. So können Kunden im Online-Shop nun 14.000 Produkte bestellen, womit der Webshop bereits 1.500 Artikel mehr bietet als eine durchschnittliche Filiale (12.500 Artikel). Auf diese Weise ergänze dm mit dem Online-Shop sinnvoll das stationäre Sortiment. Zur Erinnerung: Beim Start des Online-Shops im Sommer 2015 waren online erst 9.000 drogistische Artikel verfügbar.

Das Online-Geschäft zieht aber nicht nur an, weil Kunden im Internet immer mehr Auswahl haben. Punkten kann dm nach eigenen Angaben auch damit, dass man die einzelnen Vertriebskanäle besser miteinander verzahnt. So können sich Kunden seit diesem Mai ihre Online-Bestellungen auch erstmals kostenlos zur Abholung in eine Filiale liefern lassen („Click & Collect“), nachdem für die Filial-Lieferung zuvor die regulären Portokosten von 4,95 Euro pro Paket fällig wurden. Kein Wunder, dass bislang die Lieferung in eine Filiale nur eine untergeordnete Rolle spielte. Jetzt habe man dank dem Verzicht aufs Porto den prozentualen Anteil an Lieferungen in dm-Märkte um 30 Prozent erhöht.

Positiv entwickelt sich für dm auch das Online-Geschäft in China, wo der Drogerie-Markt seit Anfang März eine Auswahl an Produkten über den einheimischen Online-Marktplatz Tmall anbietet. In erster Linie wurde dm hier aktiv, um die Großeinkäufe von Zwischenhändlern in Deutschland zu reduzieren und dadurch die Warenverfügbarkeit in den deutschen dm-Märkten zu gewährleisten. Wegen einer „stetig wachsenden Nachfrage“ ist man aber nun auch mit dem China-Geschäft „sehr zufrieden“. Eine Rolle spielt auch hier, dass dm das Sortiment von zunächst 50 auf rund 140 Produkte erweitert hat.

Diese Artikel werden von einem Logistikpartner in Deutschland gepackt und innerhalb von fünf bis sieben Tagen an die Kunden in China zugestellt. Deutsche Kunden beliefert dm inzwischen über ein Versandlager im tschechischen Bor, nachdem die Ware zum Start des Online-Shops noch in Alzenau bei Frankfurt gepackt wurde. Hier wurde aber schlichtweg die rund 5.800 Quadratmeter große Lager- und Kommissionierfläche zu klein – weil sich der Onlineshop deutlich besser entwickelt habe als erwartet.

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